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Notfallpädagogischer Einsatz nach dem Erdbeben und Tsunami in Indonesien

Einen Monat ist es her, seit das verheerende Erdbeben und der dadurch ausgelöste Tsunami die indonesische Insel Sulawesi in die Katastrophe gestürzt haben.  Über 7.000 Menschen sind vermutlich gestorben, mehr als 10.000 Personen sind verletzt, hunderte werden unter den Trümmern eingestürzter Gebäude vermisst.

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Goetheanum

Fachbibliothek Heilpädagogik wird in Goetheanum-Bibliothek integriert

Seit Oktober 2018 werden die rund 7000 Titel der Fachbibliothek Heilpädagogik und Sozialtherapie des Anthroposophic Council for Inclusive Social Development in die öffentliche Goetheanum-Bibliothek integriert.

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DieDrei

DieDrei - Schwerpunkt: Erde, Mensch und Kosmos

Heft 10, 2018

Grundbegriffe des Landwirtschaftlichen Kurses - Die Hierarchie der schöpferischen Denkkräfte - Das leibfreie Bewusstsein in der Meditation

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40 Jahre im Dienst einer individuellen Medizin

Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke feierte seinen Geburtstag und neues Online-Portal für anthroposophische Medizin - 2 Berichte

Von: NNA-Korrespondentin Edith Willer-Kurtz

Geborgenheit und ein Klima von Vertrauen

HERDECKE (NNA). Für ein völlig neues Miteinander zwischen Krankenkassen,
Ärzten und Therapeuten, Krankenhäusern sowie allen anderen Dienstleistern im
Gesundheitswesen hat sich Dr. Stefan Schmidt-Troschke, der medizinische
Direktor des Gemeinschaftskrankenhauses Herdecke (GKH), ausgesprochen. Es
komme darauf an, eine Gesundheitsversorgung zu realisieren, in der die
Beteiligten sozial verantwortlich handelten und sich an den klassischen
humanen Werten orientierten, betonte Schmidt-Troschke anlässlich des
40jährigen Bestehen des GKH.

Das Gemeinschaftskrankenhaus beging sein Jubiläum Mitte November mit einer
Festwoche. Das GKH gilt als das größte Krankenhaus in Europa, das sich an
den Grundsätzen der anthroposophisch erweiterten Medizin orientiert. In
zwölf Fachbereichen wenden sich Ärzte, Therapeuten und in der Pflege Tätige
in der medizinischen Versorgung auch bewusst dem Schicksal des einzelnen
Menschen zu.

Herdecke-Gründer Dr. med. Gerhard Kienle (1923-1983) sah in der
Weiterentwicklung der klinischen Medizin hin zu einer ganzheitlichen
Heilkunde eine wesentliche Aufgabe der heutigen Gesellschaft. Als Leitsatz
für das Gemeinschaftskrankenhaus formulierte er: „Unterstütze den kranken
Menschen darin, seine individuellen Möglichkeiten zu erkennen und in der
Auseinandersetzung mit seinem kranken Leib, seinem Schicksal und seiner
Umwelt neue Verwirklichungsmöglichkeiten zu erlangen.“

Neben dieser Aufgabe ist auch die Mitverantwortung für die Gesundheit der
Bevölkerung in der Region eine zentrale Herausforderung des GKH. Dabei
kooperiert die Klinik mit anderen Leistungserbringern wie niedergelassenen
Ärzten, Pflegediensten, Therapeuten, stationäre Einrichtungen, Altenpflege,
Patientenberatung etc.

Veranstaltungen wie Theater, eine Zukunftswerkstatt sowie Musik und Tanz
standen bei der Geburtstagsfeier auf dem Programm, außerdem verschiedene
grundsätzliche Vorträge. Am Abschlusstag nahmen über 100 Mittarbeiter,
Freunde und Gäste an den Impulsreferaten teil.

Christoph Strawe vom Institut für soziale Gegenwartsfragen in Stuttgart und
Redakteur der Zeitschrift „Sozialimpulse“ sprach über neue Impulse für das
Gesundheitswesen, dabei ging es um eine Gesundung des Ganzen, sowohl des
Patienten als auch des Systems und seiner Bedingungen.

Als Voraussetzung nannte er die Möglichkeit des Menschen, Gestalter in
seinem Leben zu sein. Die Tendenz gegenwärtig sei aber gerade gegenläufig,
die Menschlichkeit werde immer mehr in den Hintergrund gedrängt. Zahlen und
Streiks der Ärzte in Krankenhäusern zeigten Missstände, die bearbeitet
werden müssten.

In den Mittelpunkt seiner Betrachtungen stellte Strawe Selbstbestimmung und
Autonomie im Gesundheitswesen. Im Kern beinhalte es eine Beziehungs-Dienstleistung, die frei gestaltet und finanziert werden müsse. Die Anerkennung des mündigen Patienten setze Methodenfreiheit voraus. Diese wiederum sei notwendig, damit Gesundheit und Krankheit ganz individuell gesehen werden könnten.

Das Gesundheitswesen sollte nach Strawe solidarisch finanziert werden und
die Leistung, die Patient, Arzt und Therapeut wählen, auch ermöglichen. Die
Kosten sollten für den Patienten transparent gemacht werden vor jeder
Behandlung. Die Zusammenarbeit im Gesundheitswesen müsse als Kooperation
ohne Hierarchie organisiert werden, nur so könne sie der Freiheit des
Einzelnen gerecht werden. Eine Notwendigkeit von staatlichen Eingriffen
sieht Strawe nur bei größeren Risiken.

Außerdem setzte Strawe in seinen Ausführungen auch auf Salutogenese.
Dabei spielt nach seinen Worten auch die grundsätzliche Lebenseinstellung
eine Rolle. Wenn der Mensch in seinem Leben Sinnvolles empfinde, sorge er
auch für seine Gesundheit, denn eine solche Einstellung trage zur
Gesunderhaltung bei.

Dr. Rüdiger Krech
, Mitarbeiter im Regionalbüro Europa der
Weltgesundheitsorganisation WHO brachte in seinem Impulsreferat eine globale Sichtweise ein. Er konfrontierte die Zuhörer mit der Situation in
Krankenhäusern in Jemen, Uganda und Südindien und schilderte damit ganz
andere Bedingungen im Gesundheitswesen. Was zu tun sei, um die Verhältnisse in diesen Ländern zu verbessern, sei deutlich, hier schaue man schon auf die erweiterte Medizin, betonte Krech. Die Frage sei mehr, wie man die Vorstellungen auch wirklich realisieren könne.

Ein modernes Management sei wichtig für die Entscheidungsprozesse.
Informationen sollten deshalb bis in die letzten „Zellen dieses sozialen
Organismus“ führen. Krech stellte dabei die vorbildliche Arbeit des
Gemeinschaftskrankenhauses Herdecke heraus.

Dr. Ellis Huber
, Präsident der Berliner Ärztekammer und ehemaliger Vorstand
der Securvita BKK betrachtete das klassenlose Krankenhaus unter den
Gesichtspunkten von Ethik und Konflikt. Der stete Ausbau des Herdecker
Krankenhauses zum Beispiel sei auch möglich gewesen, weil die Gelder der
Chefärzte in der Aufbauphase in die Klinik geflossen seien.

Gerade in diesen Tagen, in denen sich Deutschland an den Mauerfall vor 20
Jahre erinnere, zeigt sich nach den Worten Hubers, wie Fähigkeiten der
Menschen und ihr Mut neue Realitäten schaffen konnten und können.
Gegenseitiges Vertrauen, gemeinsames Wollen verbunden mit guten
Organisationsformen bildeten die Basis. Wenn man achtsam wahrnehme, was ist, Pluralismus zulasse und sich um Konflikte gemeinsam kümmere und jeder
einzelne wisse, warum er was tue, ergäbe sich ein Wir-Gefühl als kulturelles
Ziel. Wichtig dabei ist nach Huber vor allem eine offene Kommunikation.

Eine Regionale Gesundheitsentwicklung und eine klare Orientierung an den
Bedürfnissen der Bevölkerung könnten im Gesundheitswesen Wesentliches
verbessern. Krankenhäuser sollten zu einem Ort werden, in denen der Patient
Geborgenheit erlebe und ein Klima von Vertrauen spürbar sei, denn das mache
gesund und fördere den Mensch darin, wieder selbst zurecht zu kommen.

Auf dem Programm der Geburtstagsfeier in Herdecke stand auch Gruppenarbeit
als Zukunftskonferenz mit einer langen Fragenliste. Das Gemeinschaftskrankenhaus sollte sich auf seine Wurzeln besinnen sowie auf Meilensteine und Wendepunkte in seiner Entwicklung. Dabei wurde deutlich, dass diese Zukunftskonferenz Fortsetzungen braucht, was auch von Klinikleiter, Dr. Schmidt-Troschke angesprochen wurde. Er betonte in seinen Ausführungen die Notwendigkeit, die Mitarbeiter an der Gestaltung teilnehmen zu lassen. Dazu bedürfe es der Förderung des Einzelnen wie auch der Transparenz auf allen Ebenen. Ein umfangreiches Kulturprogramm umrahmte die Feierlichkeiten.

Das Herdecker Gemeinschaftskrankenhaus hatte mit seinem finanziellen
Engagement auch eine entscheidende Rolle bei der Rettung der Universität
Witten-Herdecke zu Beginn dieses Jahres gespielt. Mit 1,3 Millionen Euro
hatte das Krankenhaus nach Angaben von UWH-Geschäftsführer Michael Anders
die Liquidität der Privatuni gesichert. Dadurch hatte die UWH Zeit gewonnen,
neue Investoren zu gewinnen. Eigentlich sei es so etwas wie eine „zweite
Gründung“ aus dem Krankenhaus heraus gewesen, denn ursprünglich sei die UWH ja aus diesem Zusammenhang heraus entstanden, hatte Anders gegenüber der Zeitschrift INFO3 betont. Jetzt ist die Darmstädter Software AG Stiftung Hauptgesellschafter der UWH. (NNA berichtete, siehe Artikel vom 5.2. und 7.4.09).

End/nna/wil

Link: www.gemeinschaftskrankenhaus.de

Bericht-Nr.: 091202-01DE Datum: 2. Dezember 2009

© 2009 News Network Anthroposophy Limited (NNA). ________________________________________ ________________________________________

Neues Online-Portal für anthroposophische Medizin


PHOENIXVILLE, PA, USA (NNA).
Ärzte, Therapeuten und Patienten, die
Informationen in Englisch über anthroposophische Medizin suchen, können
jetzt auf ein neues Online-Portal zurückgreifen. Die Website heißt
AnthroMedLibrary (www.anthromed.org) und wird von der Organisation
Physicians Association für Anthroposophic Medicine (PAAM) in den USA und von
dem Gesundheitsmagazin Lilipoh Publishing unterstützt. Ihr Ziel ist es,
„eine Informationsquelle über anthroposophische Medizin im internationalen
Vergleich zu schaffen und stetig auszubauen und damit auch die öffentliche
Wahrnehmung der anthroposophischen Medizin zu verbessern“, schreibt Lilipoh
in einer Pressemitteilung.

Die Website verfügt über eine Volltextsuchfunktion und kann kostenlos
benutzt werden. Zur Zeit enthält sie über 500 Vorlesungen, Artikel und
Bücher, klinische Studien und Forschungsunterlagen. Einige klinische
Auswertungen sind allerdings nur für Ärzte mit einem Passwort zugänglich.
Anthroposophische Ärzten und internationale anthroposophische medizinische
Organisationen sollen nach Angaben von Lilipoh Zugang dazu haben. 

AnthroMedLibrary wünscht sich außerdem eine Ergänzungen des Portals durch
seine Nutzer: „Wir laden Ärzte und Therapeuten herzlich dazu ein, ihre
Arbeiten für eine Veröffentlichung auf diesen Seiten zur Verfügung zu
stellen oder andere Zusätze zu empfehlen,“ heißt es weiter.

End/nna/cva/ung

Link: www.anthromed.org

Kontakt: editor@anthromed.org

Bericht-Nr.: 091202-03DE Datum: 2. Dezember 2009

© 2009 News Network Anthroposophy Limited (NNA).

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