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Freunde der Erziehungskunst

Notfallpädagogischer Einsatz nach dem Erdbeben und Tsunami in Indonesien

Einen Monat ist es her, seit das verheerende Erdbeben und der dadurch ausgelöste Tsunami die indonesische Insel Sulawesi in die Katastrophe gestürzt haben.  Über 7.000 Menschen sind vermutlich gestorben, mehr als 10.000 Personen sind verletzt, hunderte werden unter den Trümmern eingestürzter Gebäude vermisst.

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Goetheanum

Fachbibliothek Heilpädagogik wird in Goetheanum-Bibliothek integriert

Seit Oktober 2018 werden die rund 7000 Titel der Fachbibliothek Heilpädagogik und Sozialtherapie des Anthroposophic Council for Inclusive Social Development in die öffentliche Goetheanum-Bibliothek integriert.

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DieDrei

DieDrei - Schwerpunkt: Erde, Mensch und Kosmos

Heft 10, 2018

Grundbegriffe des Landwirtschaftlichen Kurses - Die Hierarchie der schöpferischen Denkkräfte - Das leibfreie Bewusstsein in der Meditation

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Der Trost des Todes

Die eigentliche Frage im Sterben und gegenüber dem Tod

Von: Mechtild Oltmann-Wendenburg

Aus der aktuellen Ausgabe CG 11/16:

Die eigentliche Frage im Sterben und gegenüber dem Tod heißt: Ist es ein Ende oder ein Übergang? Ist der Tod eine Schwelle, was bedeutet dann die Art des Sterbens für das Nachtod­liche? Mit dieser Frage ist jeder allein. Entweder vorsichtig ahnend, tastend, lange nach der Antwort suchend oder auch mit großer, unbezweifelbarer Sicherheit. Beides verändert das Leben. Es gibt noch immer keine gültigen Beweise für ein Weiterleben nach dem Tod und keine Garantie dafür. Das ist vermutlich so gewollt, da es die Freiheit des Menschen ausmacht wie jede andere Unsicherheit auch. Jedoch sollte die gestellte Frage in Bereichen wissenschaftlicher Forschung respektiert werden. Sie stellt sich heute neu an den Grenzen des Lebens, an ­denen durch oft segensreiche Möglichkeiten und Manipulationen ungewöhnliche Wege gefunden werden, dieses zu verlängern. In der Diskussion über aktive Sterbehilfe wird sie ­öffentlich jedoch nie gestellt: Was bedeutet ein solcher Eingriff für ein Weiterleben nach dem Tod? Verändert er dort vielleicht Entscheidendes? Wie wirkt er sich in dem »anderen« Leben aus? – Immer wichtiger wird es gerade an den Schwellen von Geburt und Tod, zu wissen, was man tut. In einem Gespräch mit einem evangelischen Pfarrer hörte ich einmal, dass in den Evangelien (die für den Protestanten die einzig gültige Offenbarungsquelle sind) ja nirgends ein Leben nach dem Tod vorkäme außer in einem Gleichnis, in der eindrucksvollen Geschichte von dem reichen Mann und dem armen Lazarus im Lukas-Evangelium. Das stimmt in Bezug auf die Erzählung, nicht auf die Lehre, denn z.B. in den Abschiedsreden des Johannes-Evange­liums gibt es eine Fülle von Aussagen über die »vielen Wohnungen« im Reich des Vaters und über das Leben in diesem Reich in der ­Zukunft.

Gegenwärtig

Im Hinblick auf das Thema im Großen und in unserer Zeit hat sich gegenüber früher etwas wie verschoben: Die Angst vor dem Tod und die Bedrohung durch Strafen danach ist weitgehend einer anderen Angst gewichen, nämlich der vor dem Sterben und dem Verlust eigener Entscheidungsmöglichkeiten dabei und dem bloßen Ausgeliefertsein an Dinge, die man vielleicht nicht will. Vielleicht kommt noch einmal eine Zeit, in welcher eine Angst davor aufkommt, überhaupt nicht sterben zu dürfen, und man entdeckt, dass die Tatsache des Sterbens selbst schon ein Trost sein kann.

Apokalypse

Wenn auch die Evangelien, insofern sie größtenteils die Zeit vor Golgatha bezeugen, wenig über die Welt nach dem Tod enthalten, so wiegt die Frage des reichen Jünglings, wie er das ewige Leben erwerben kann, doch schwer. Umgekehrt ist es in der Apokalypse. Hier treten die Toten als »weiße Schar« auf, so ausführlich im 7. Kapitel, wo sie mit Palmzweigen in den Händen, als Zeichen des Friedens, vor dem Thron Gottes und vor dem Lamm erscheinen. In diesem Kapitel ist vieles angedeutet, das erst enträtselt werden möchte und das in erstaunlicher Weise mit dem zusammenstimmt, was Rudolf Steiner, der ja genaue Angaben über die Wege und das weitere Leben der Verstorbenen machte, auch beschreibt.  Zunächst ist da eine Läuterung notwendig: Was Steiner hier formuliert, ist ein Wissen, das weit über das Christentum hinaus und auch vorher schon bekannt war. Die Imagination in der Apokalypse dafür ist das Waschen der Gewänder, die erst weiß erscheinen, wenn die Reinigung vollendet worden ist. (Das geschieht während der Zeit des »Kamaloka«, was Sanskrit ist und »Ort der Begierde« heißt.) Gemeint ist keine Strafe, sondern ein notwendiges Leid, gemildert durch die Tätigkeit des Waschens der Kleider »im Blute des Lammes«. Gerade das, was sonst so leicht befleckt, das Blut, wird jetzt, nach der Tat von Golgatha, das Mittel, das »Medium« des Reinigens. Das Waschen selbst als »aktives Leiden« bleibt niemandem erspart. Der Tod ist ernst, er ist nicht einfach gleich ein Ein­getaucht-Werden in überhelles Licht. Christ-Sein im Leben und im Tod wird deutlich nicht mehr nur in dem erkannt, was mit der Erwartung verbunden ist, alles Schwere abgenommen zu bekommen, sondern vielmehr darin, die ­Bereitschaft auszubilden, die immerwährende Passion des ­Menschensohnes zu teilen. Vielleicht heißt das »waschen«? Ein weiteres, zweites Motiv, das auch Rudolf Steiner beschreibt und das schon oft von Menschen als Wirklichkeit erfahren worden ist, wird darin deutlich, dass geistige Wesen, auch die Verstorbenen, nicht von außen, sondern in der eigenen Seele sprechen und also innerlich vernommen werden können. So verstehe ich, dass der Apokalyptiker von einem der Ältesten gefragt wird: »Wer sind diese, die mit weißen Gewändern bekleidet sind, und woher sind sie gekommen?« (Offb 7,13). Das ist seine eigene Frage, er vernimmt sie im eigenen Inneren; und nachdem er gesagt hat: »Herr, Du weißt es«, kommt die Antwort zustande wie aus einem Zwiegespräch. Es ist eine Antwort, die der Seher und auch viele andere Menschen anfänglich schon aus dem Leben kennen: Das Leid verwandelt. Die »weiße Schar« ist eine Schar solcher durch das Leiden Gereinigter und Verwandelter. Am Ende dieses Kapitels wird auch auf das Ziel des ­Weges der Verstorbenen gedeutet, das auch jetzt schon da ist, aber am Ende der Zeiten im Großen erreicht werden wird. Es wird gesagt, worin die Läuterung besteht und was mit ihr schließlich erlangt wird. Dann wird die Frucht sichtbar, die für den Einzelnen und später für die Menschheit daraus reift. Wie im Nachhinein wird das ausgesprochen als Trost: Es ist nicht alles gleich vorüber. Hunger und Durst, Hitze und Kälte zu erleiden gehört zu dem Weg der Läuterung, der vor den Thron im Himmel führt. Dann aber werden sie nicht mehr hungern und dürsten, nicht mehr von Hitze überwältigt werden. Es sind genau dieselben Entbehrungen, in denen Hinterbliebene ihren Toten im Gebet helfen können, sie zu mildern, genau dieselben, von denen die Gebete und Sprüche Steiners handeln, die für die Verstorbenen gegeben worden sind. Der Thron im Himmel, auf dem das Wesen sich befindet, das zu den Quellen des Wassers des Lebens führt, bildet das Ziel. Dorthin zu finden, ist der Sinn. Im Finden des Sinnes entsteht immer Frieden, tätig errungener. Im Anschluss an das Lebenswasser können die Tränen getrocknet werden. Der Vater trocknet sie. Das ist ein ganz anderer Vorgang, als wenn es eine Mutter tut. Es betrifft den frei gewordenen, erwachsenen Menschen.

Trost

Es ist eigentlich nicht zutreffend von einem Leben nach dem Tod zu sprechen, so als wäre dieses Leben von Natur aus da und ginge nicht – als bewusst geführtes – erst von der Tat auf Golgatha aus, mit der der Tod überwunden wurde. Dieses ist ein Leben, das zwar nicht Weiter-Entwicklung bringt – eine solche ist nur im ­Bereich der Freiheit und Geschichtlichkeit, also nur auf der Erde möglich –, aber Ent-Wicklung im ursprünglichen Sinn des Wortes: Das letzte Erdenleben wird ent-wickelt und aufgearbeitet. Wer das fürchtet, wird seinen Trost vielleicht in der Tatsache finden können, dass er selbst es, wenn die Zeit kommt und es soweit ist, ­ersehnen wird und dass es unerträglich wäre, dann stattdessen einen Stillstand erfahren ­zu müssen. Diese Entwicklung ist eine Gnade. Wie ein Atmen, das Zeichen alles Lebendigen, aber nicht mehr Luft, sondern im Licht. Im Atem des Lichtes der Auferstehungswelt, der Christus-Welt zu »leben« nach dem Tod führt eines Tages in die Ewigkeit. ____________________________________________

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