News

News

Wir üben UnsICHerheit

Junge Menschen laden von 28. Dezember bis 1. Januar dazu ein, am Goetheanum einen Raum zum Fragen, zum Üben und zum Staunen freizuhalten. Silvestertagung der Assoziative DREI zu EINS.

 … >>

Rudolf Steiner Verlag

Verantwortung

Weil Ich und Welt Pole eines Ganzen sind, ist innere Entwicklung eine Quelle der Weltentwicklung. Sie beginnt in jedem von uns und je aufs Neue als ein inneres Geburtsgeschehen.

 … >>

Freunde der Erziehungskunst

Notfallpädagogischer Einsatz nach dem Erdbeben und Tsunami in Indonesien

Einen Monat ist es her, seit das verheerende Erdbeben und der dadurch ausgelöste Tsunami die indonesische Insel Sulawesi in die Katastrophe gestürzt haben.  Über 7.000 Menschen sind vermutlich gestorben, mehr als 10.000 Personen sind verletzt, hunderte werden unter den Trümmern eingestürzter Gebäude vermisst.

 … >>

„Die Bürger müssen sich die Schulen vom Staat zurückholen“

Bildungsexperten diskutierten am Stand von „Waldorfpädagogik aktuell“ auf der didacta – Finanzielle Absicherung für die Freien Schulen gefordert

Von: Cornelie Unger-Leistner

„Freie Schulen für alle!“

Stuttgart. Mehr Autonomie für die staatlichen Schulen und eine solide Finanzierung des Freien Schulwesens sind eine entscheidende  Weichenstellung für die Reform des Bildungswesens in Deutschland. Diese These vertraten übereinstimmend Teilnehmer einer Podiumsdiskussion des Bundes der Freien Waldorfschulen auf der Bildungsmesse didacta in Stuttgart.  „Freie Schulen für alle!“ war das Thema. Dabei wurde u.a. die Frage aufgeworfen, wie Waldorfpädagogik auch den Kindern in sozialen Brennpunkten zugute kommen könne. Man solle wegkommen von dem Gegensatz „freie“ versus „staatliche“ Schule, forderte die bildungspolitische Sprecherin und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD im Sächsischen Landtag, Dr. Eva-Maria Stange. Als Vision bezeichnete sie eine „autonome Schule, die ein eigenes Budget hat, inklusiv arbeitet und in der jedes Kind gefördert wird.“ Stange sprach sich für eine gleichberechtigte Finanzierung aller Schulen aus, die sich an der Anzahl ihrer Schüler und nicht am Träger orientiert. Christian Füller, Buchautor und taz-Redakteur, betonte, eine Bildungsreform könne „nur von unten“ stattfinden. „Die Bürger müssen sich die Schulen vom Staat zurückholen“, forderte er. Es sein ein Unding, wenn engagierte Bürger in sozialen Brennpunkten Schulen gründen wollten und dafür keine Unterstützung von staatlicher Seite erführen. An die Adresse der Freien Schulen richtete er den Appell, eine Quote für benachteiligte Kinder einzuführen. Bis zu 25 Prozent der Plätze sollten seiner Meinung nach für sie zur Verfügung gestellt werden. Christoph Doll, Mitbegründer der Interkulturellen Waldorfschule Mannheim und Dozent am Seminar für Waldorfpädagogik in Berlin, wies darauf hin, dass der Schulbetrieb der Interkulturellen Waldorfschule nur durch Sponsoren möglich sei, die jährlich rund 300.000 Euro für die Betriebskosten aufbringen. Die ersten drei Jahre habe man ohne jegliche staatliche Unterstützung durchstehen müssen. Er forderte die Waldorfschulbewegung auf, sich der Problematik der benachteiligten Schüler stärker zu stellen. „Wir müssen dahin, wo die Zeit uns Fragen stellt“, betonte er und wies auf die Initiativen zur Gründung von Interkulturellen Waldorfschulen in Hamburg, Dortmund, Berlin, Stuttgart und Landshut hin. „Sie wirken wie Hefe für die Waldorfschulbewegung und zum hundertjährigen Jubiläum der Waldorfschulen im Jahr 2019 wünsche ich mir in jedem Bundesland mehrere solcher Schulen.“ Moderator Henning Kullak-Ublick vom Bundesvorstand der Freien Waldorfschulen warf die Frage auf, ob die Einführung des Bildungsgutscheins nicht das effizienteste Mittel sei, um einerseits eine freie Schulwahl für Kinder aller Einkommensschichten sicherzustellen und zugleich einen fairen Wettbewerb um die besten pädagogischen Ideen zu initiieren. Claudine Nierth, Vorstandssprecherin von „Mehr Demokratie!“ setzte sich entschieden für eine verstärkte Bürgerbeteiligung am Schulwesen ein, die auch durch Bildungsgutscheine abgesichert werden solle. „Warum haben wir kein Vertrauen, dass die Bürger vor Ort die Schulen gründen, die sich wirklich brauchen?“  fragte sie. Durch die zunehmende Individualisierung der Menschen sei eine neue Pädagogik notwendig, die nur durch die Mitwirkung der Bürger entstehen könne. „Wir müssen uns fragen, was für ein Schulsystem wir wollen für die Zukunft,“ betonte sie Die Podiumsdiskussion „Freie Schulen für alle?“ war Teil des Veranstaltungsprogramms der Initiative „Waldorfpädagogik aktuell“ auf der diesjährigen didacta in Stuttgart. Zu dieser Initiative haben sich die Landesarbeitsgemeinschaft der Waldorfschulen Baden-Württemberg, der Bund der Freien Waldorfschulen und die Vereinigung der Waldorfkindergärten zusammengeschlossen. Auf dem  aus Holzelementen und pastellfarbenen Flächen gestalteten Stand der Initiative ist an allen didacta-Tagen ein vielfältiges Programm zu sehen, das von Spinnen, Werken und Filzen bis hin zu Akrobatik und Orchesterdarbietungen reicht. Zahlreiche Schüler der Waldorfschulen der Region sind am Programm beteiligt. Auch an der Eröffnungsveranstaltung von Europas größter Bildungsmesse zeigte Leonard Avelini, ein Schüler der Freien Waldorfschule Stuttgart Kräherwald neben einer jungen Klaviervirtuosin vor der gesamten geladenen Prominenz  sein Können auf der Geige. Das Instrument stammte aus dem Deutschen Musikinstrumentenfonds der Deutschen Stiftung Musikleben. ____________________________________________ ____________________________________________ Leipziger Buchmesse

„Wieder Lust aufs Lehrersein…“

Bund der Freien Waldorfschulen macht mit Veranstaltung auf der  Leipziger Buchmesse auf den steigenden Bedarf an Waldorflehrern aufmerksam – Eigene Homepage informiert
   
Stuttgart/Leipzig. An den Waldorfschulen sind jährlich rund 600 Stellen für Nachwuchslehrer zu besetzen. Darauf weist der Bund der Freien Waldorfschulen anlässlich einer Veranstaltung zum Thema „Lust am Lehrersein“ auf der Leipziger Buchmesse hin. (17.3. 14:00 Uhr Congress Centrum Leipzig siehe Terminhinweis unten)

„Es ist den meisten jungen Leuten gar nicht klar, was für ein vielseitiger, kreativer Beruf da auf sie wartet“, erklärte Henning Kullak-Ublick vom Vorstand des Bundes der Freien Waldorfschulen. Lehrer sein bedeute in Zeiten gesellschaftlichen Wandels zwar eine große Herausforderung, die Waldorfpädagogik gebe den jungen Lehrerinnen und Lehrern aber ein methodisches Rüstzeug in die Hand, das ihnen zusätzlich zur wissenschaftlichen Qualifikation auch einen künstlerisch-kreativen Zugang zu den Unterrichtsstoffen erschließe.

Der Bedarf an Waldorflehrern ergibt sich zum einen aus der ständig steigenden Nachfrage nach Plätzen an den Waldorfschulen, zum anderen aus der Tatsache, dass rund ein Viertel der Waldorflehrer in den nächsten zehn Jahren das Pensionsalter erreicht. Insgesamt sind zurzeit rund 8.000 Lehrkräfte an den Waldorfschulen in Deutschland tätig.

Mit einer bundesweiten Kampagne, die 2009 gestartet wurde, möchte der Bund der Freien Waldorfschulen Menschen für den Beruf des Waldorflehrers begeistern. Sie richtet sich einerseits an tätige Lehrerinnen, Lehrer und Studierende, die nach einem universitären Fachstudium die Qualifikation des Waldorflehrers als Weiterbildung erwerben als auch an Studienanfänger, die ein Studium an einem Waldorflehrerseminar oder einer für die Waldorfschule qualifizierenden Hochschule beginnen wollen.

Weitere Qualifizierungsmöglichkeiten erschließen sich über das „Fernstudium Waldorfpädagogik“ in Jena oder über die Fortbildung zum Waldorflehrer mit Unterstützung der Bundesagentur für Arbeit am Lehrerseminar für Waldorfpädagogik in Kassel. Alle elf Ausbildungsstätten, an denen Aus- und/oder Fortbildungen zum Waldorflehrer stattfinden, sind über die zentrale Homepage  www.bildung-fuers-leben.de zu finden. *****

Terminhinweis im Rahmen der Buchmesse:
Donnerstag, den 17.März 2011
14.00 – 15.00 Uhr
Congress Center Messe Leipzig
Saal 5 Wieder Lust aufs Lehrersein (nicht nur) an der Waldorfschule
Alles Unterrichten ist säen. Und die Saat wird aufgehen.

Henning Kullak-Ublick im Gespräch mit dem Buchautor Christoph Wiechert über sein Buch „Lust aufs Lehrersein?!“ Darin begründet der langjährige Waldorflehrer und frühere Leiter der Pädagogischen Sektion am Goetheanum in Dornach, warum es nichts Spannenderes gibt, als mit dem werdenden Menschen zu arbeiten. „Waldorfpädagogik“ steht dabei nicht für eine feste Lehre, sondern wird als eine Pädagogik der offenen Türen dargestellt. _______________________________

Kontakt:

Pressestelle des  Bundes der Freien Waldorfschulen Cornelie Unger-Leistner Wagenburgstraße 6 70184 Stuttgart Tel.0711- 2104225 unger@waldorfschule.de

Zurück