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Göttliches Licht, Christus Sonne

Lesung der Ansprache Rudolf Steiners zur Grundsteinlegung der Anthroposophischen Gesellschaft vom 25. Dezember 1923
und Vortrag von Peter Selg

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Wir üben UnsICHerheit

Junge Menschen laden von 28. Dezember bis 1. Januar dazu ein, am Goetheanum einen Raum zum Fragen, zum Üben und zum Staunen freizuhalten. Silvestertagung der Assoziative DREI zu EINS.

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Rudolf Steiner Verlag

Verantwortung

Weil Ich und Welt Pole eines Ganzen sind, ist innere Entwicklung eine Quelle der Weltentwicklung. Sie beginnt in jedem von uns und je aufs Neue als ein inneres Geburtsgeschehen.

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Freunde der Erziehungskunst

Notfallpädagogischer Einsatz nach dem Erdbeben und Tsunami in Indonesien

Einen Monat ist es her, seit das verheerende Erdbeben und der dadurch ausgelöste Tsunami die indonesische Insel Sulawesi in die Katastrophe gestürzt haben.  Über 7.000 Menschen sind vermutlich gestorben, mehr als 10.000 Personen sind verletzt, hunderte werden unter den Trümmern eingestürzter Gebäude vermisst.

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Die Christengemeinschaft | Zeitschrift zur religiösen Erneuerung

Ein Gott und drei Personen - Ausgabe 6/2016

Von: Verlag Freies Geistesleben & Urachhaus GmbH

Der Vatergott, der Allwaltende, der ­Allsegnende

Die christliche Trinität umfasst die Personen Vater, Sohn und heiliger Geist. Sie sind einerseits in ihrer Ausrichtung verschieden, andererseits in ihrem Wesen gleich und ungetrennt. Während mit dem Vater das Göttliche als solches identifiziert wird, tritt der Sohn in seinem Opfer, im Mysterium von Golgatha schließlich als der Auferstandene zu Tage. Der heilige Geist geht nicht nur vom Vater aus, sondern auch vom Sohn. Darauf hat zuerst der Kirchenvater Augustin hingewiesen. Christus sendet den heiligen Geist in Menschenseelen, die dadurch von ihrer Sündenkrankheit geheilt werden. In jeder Menschenweihehandlung wird dieser Heilungsprozess wiederholt und erneuert. Durch die Tat des Christus findet der Mensch wieder zu dem väterlichen Urgrund. Vom Menschen strömt jetzt und in Zukunft ein tiefer Dank zu dem Vater, der in allem wesenhaft wirkt. Mit diesen wenigen und einfachen Worten lässt sich der Zusammenklang der Dreifaltigkeit mit dem Menschen anfänglich beschreiben. Wie ist es nun, wenn man die erste Person der Trinität, den Vater oder den Vatergott im heutigen Verständnis näher betrachtet? Folgende Ansätze sind hier möglich: 1. Der Vatergott in der Tradition der Theologie. 2. Der Vatergott in der Natur. 3. Der Vatergott im Gebet und im Kultus. 1. Der Vatergott in der Tradition der Theologie Herkömmlicherweise wird heute in der christlichen Auslegung die Jahwe-Gottheit des Alten Testaments mit der Vatergottheit des Neuen Testaments identifiziert.1 Im Alten Testament legt Gott sich auf keine physische Erscheinungsform fest, im Neuen Testament erscheint er in dem sich inkarnierenden Christuswesen. Einmal wirkt Gott als der Ehrfurcht gebietende und rächende, dann im Neuen Testament mehr als der liebende und vergebende Gott. Hier liegt die Betonung auf der Bezeichnung der Herr (Adonai), dort in erster Linie auf Abba (der Vater). Im Weiteren hat die Theologie daraus geschlossen, dass im Alten Testament sich eher ein transzendenter Gott zeigt, im Neuen Testament hingegen ein eher immanenter Gott (in Jesus Christus).2 Wie aber lässt sich der Vatergott im Erfahrungshorizont des menschlichen Daseins beschreiben? 2. Der Vatergott in der Natur H. W. Schroeder hat in seinem Buch »Dreieinigkeit und Dreifaltigkeit« eindrücklich auf den Zusammenhang von Gott und Naturerleben aufmerksam gemacht.3 Der Vatergott bildet das unerschütterliche Fundament menschlichen Seinserlebens, den Urgrund alles Gewordenen. Besonders in dem Erleben der Hochgebirge entstehen Empfindungen der Erhabenheit und der ewigen Ruhe. Auch die nächtliche kosmische Sternenwelt kann mit ihrer Grenzenlosigkeit ein Gefühl für die vatergöttliche Ursubstanz auslösen. Ebenso sind das Miterleben der Jahreszeiten in der Natur eine Grundlage für das Erleben des Woher und Wohin unserer Existenz. Eine weitere Hilfe kann es sein, die Gottheit persönlich zu denken und zu fühlen, um die Geborgenheit innerhalb der Schöpfung wahrzunehmen. Der Vatergott ist auch nicht der unbewegte Beweger des Altertums, sondern in dem Vorangehen des Gotteswesens kann eine ruhevolle Bewegung gesehen werden. Das Naturbild des ruhevollen Reifens im Monat August bildet ein solches Moment ab.4 3. Der Vatergott im Gebet und im Kultus Eine weitere Erlebnismöglichkeit kann in dem christlichen Gebet des Vaterunser gesehen werden. Christus selber hat es seinen Jüngern gegeben, und es ist innerhalb der Christenheit das am meisten verbreitete Gebet. In unserer persönlichen Zuwendung zu Gott sprechen wir den Vater direkt an. Wir sprechen aber nicht »mein Vater«, sondern »Vater unser«. Einmal wird die Gottheit qualitativ zuerst genannt, zum anderen ist er unser aller Vater, die Grundlage unseres ganzen Seins. Dem Vater wohnt von vornherein ein kosmisches Moment inne, denn er wirkt nicht nur auf Erden, sondern auch »in den Himmeln«. Der Name Gottes ist heilig, sein Reich soll auch auf der Erde verwirklicht werden. Die größte Wirksamkeit des Gebetes entfachen wir, indem wir es in den Willensbereich des Vaters stellen (dein Wille geschehe). Nicht um äußere Wunscherfüllung geht es in den Bitten des Vaterunsers, sondern die Gebetserhörung äußert sich in dem Gefühl der Gottesnähe. Hier erleben wir unsere Wesensbeziehung zu dem Vater persönlicher und inniger als in jeglicher Theologie. Auch im Kultuserleben der Christengemeinschaft erscheint der Vatergott an verschiedenen Stellen. Es sei nur auf wenige Beispiele hingewiesen. In der Menschenweihehandlung erfolgt in der Eingangssequenz zum ersten Mal die Bekreuzigung. Sie beginnt mit der Anrufung: »Der Vatergott sei in uns«. Was bedeutet dies? Dass wird am ehesten verständlich, wenn wir uns den Ort bewusst machen, wo dies erklingt. Es ist das Stirnzeichen und somit auch das Zeichen, das in der Taufe mit dem Element des Wassers verbunden ist. Dem Wasser wird in dem selben Sakrament eine »alldurchdringende Kraft« zugeschrieben, und der Vater ist die Weltensubstanz, auf der alles ruht. Man könnte auch sagen, dass das Denken und unsere Vorstellungen durch das Wasser flüssig und gestaltend bleiben. Dadurch wird die Ebene des Vatergottes aus dem bloßen Gewordenen herausgehoben. Wir bitten in der Bekreuzigung um den Segen des Vaters.5 In dem trinitarischen Gebet der Menschenweihehandlung heißt es sinngemäß, dass wir im Bewusstsein unserer Menschheit den göttlichen Vater erfühlen. Hier sind nicht nur einzelne Menschen gemeint, sondern das ganze Menschengeschlecht. Wir alle haben unseren Ursprung in dem Vatergott und sind wesenhaft miteinander verbunden.   Es kann auch auf die Beziehung zwischen Sohn und Vater geschaut werden. In der Passion spricht Christus: »Ich gehe zum Vater.« Hier wird Christus ganz zum Menschensohn, durch den die Menschheit wieder eine Beziehung zu dem Vater entwickeln kann. Dadurch entsteht ein neuer Zusammenhang zwischen Substanz und gegenwärtigem Sein. Das Vaterbewusstsein bringt uns Licht in unseren göttlichen Ursprung aus der Vergangenheit. Das Sohneserleben dagegen führt uns in die Gegenwart. Schauen wir auf weitere kultische Textstellen zu dem Thema Vatergott und zu dem Verhältnis zum Sohnesgott, so zeigt sich, dass besonders in der Opferung und im Wandlungsteil der Menschenweihehandlung auf den Vatergott Bezug genommen wird. Immer bedarf es des Segens des Vatergottes, um das Opfer des Menschen im Zusammenhang mit den Substanzen von Leib und Blut Christi wirksam werden zu lassen. Der Vatergott erscheint hier, wie in der Johanni-Epistel erwähnt, als der Allsegnende. In unserem Naturerleben wird der Vater wie oben dargestellt zum göttlichen Urgrund alles Seins, zum Allwaltenden.          *** 1 Ebenso geschieht dies mit der Übersetzung der Elohim mit dem Pseudonym »der Herr«. Vgl. H. G. Pöhlmann: Abriss der Dogmatik, Gütersloh 1985, S. 105 ff. De Deo, Von Gott. 2 Transzendenz: Überweltlichkeit, Jenseitigkeit, Andersartigkeit. Immanenz: Innerweltlichkeit, Diesseitigkeit. 3 Vgl. H. W. Schroeder: Dreieinigkeit und Dreifaltigkeit, Stuttgart 1986, S. 24ff. 4 Das »Vorangehen« bezieht sich auf den entsprechenden Passus im ersten Satz des Credo der Christengemeinschaft: »… ist der Daseinsgrund der Himmel und der Erde, das väterlich seinen Geschöpfen vorangeht.« 5 Vgl. in diesem Zusammenhang: G. Dellbrügger: Im Herzland, Stuttgart 2014, S. 27ff. _________________________________ hingeschaut Der Machtmensch und der Spaßvogel              5 Tarik Özkök Künstlerporträt

Imke Helmers                                               7

religiöses Leben Leben mit dem Evangelium –
Gegenwart des Geistes                                   
7 Martin Merckens Gleichnisreden: Im Kleinsten groß werden       8 Ulrich Meier Inkarnation: Christus betet                            10 Ruth Ewertowski Johannes der Täufer –
Prophet der Menschwerdung                        
12 Annette Semrau Menschensaat                                              16 Barbara Wagler Thema Der Vatergott, der Allwaltende, der ­Allsegnende 19 Michael Wiehle Der Sohn                                                    21 Michael Bruhn Stufenweise Gotteserkenntnis                        23 Tom Ravetz Gotteswirken »geistig-physisch« –
Credo und Trinität                                      
26 Jürgen Franck   Biografisches Zwischen den Zeiten (Karl IV.)                      30 Frank Peschel »Darauf bestehen, dass der Mensch
ein verantwortliches Wesen ist«
(Rolf Hochhuth)                                         
33 Jürgen Raßbach Die Frau des Geheimrats
(Christiane von Goethe)                               
35 Maria Breckwoldt weltweit Grenzen des Verstehens                                 38 Daniela Einsdorf Publikumsbeschimpfung                               40 Jürgen Raßbach Bücher Das Werden der Minerale (Bosse)                  41 Johannes Kloiber Das Finden der Mitte (Dupuis)                      42 Rolf Herzog persönlich befragt

Barbara Wagler                                            43

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