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Die Wolken durchleuchten

Christian Labhart geht im Film der Anthroposophie auf den Grund ...

Von: BAZ - Nathalie Baumann


BaZ | 3. Oktober 2008 | Seite 7



Was macht eigentlich die Anthroposophie?
Das will der Zürcher Dokumentarfilmer Christian Labhart von «den Erben des Dr. S.» wissen. Er drehte im Goetheanum Dornach.


Langsam schwenkt die Kamera nach rechts. Vom
unter der Erde kauernden Ahriman (Satan) über Christus hin zu Luzifer. Die Symbolik der Holzplastik von Rudolf
Steiner und Edith Maryons erschliesst sich einem nicht sofort. Sind Satan und
Luzifer nicht ein- und derselbe? Und wer ist hier der «bad
guy»? Nichts scheint an seinem Platz. Jedenfalls fürs katholisch erzogene Auge.

Der Zürcher Dokumentarfilmer Christian Labhart (55) will der Anthroposophie
auf den Zahn fühlen. Sein Projekt «Die Erben des Dr. S.» lässt acht Personen
zur Sprache kommen. Auch ein Aussteiger ist darunter.
Ein in Deutschland lebender Eurythmist, dem es im theoretischen
Gebäude Rudolf Steiners zu eng wurde und der schliesslich die Tür hinter
sich zufallen liess.

KRAFT. Die Protagonisten hätten alle ein Bedürfnis nach Spiritualität, die nicht
konfessionell gebunden sei, sagt Labhart, der bereits2006 die Proben zum Abschlusskonzert der Steiner- Schule in Wetzikon begleitete
(«Zum Abschied Mozart»).
Als Beispiel nennt er jenen Schweizer, der nach Ägypten auswanderte und im Rahmen des Fairtrade-Projekts «Sekem» Eurythmie unterrichtet,
aber auch nach muslimischer Tradition fünfmal am Tag sein Gebet spricht.
Mit der Kamera wolle er einfangen, wie das Zentrum und die Peripherie interagieren, sagt Labhart – in diesem Fall Dornach und Ägypten.
Diese Wechselwirkung entspreche auch einem Erkenntnisinteresse
der Anthroposophie, die keine Weltanschauung sei. Was ist sie dann?
«Ein Weg, der die Kunst und die Wissenschaft zusammenführen
will», sagt Goetheanum- Pressesprecher Wolfgang
Held, sichtlich erfreut, dass sich der Sache einmal jemand annimmt, der von
aussen komme und doch nicht voreingenommen sei.

Fairnes. «Ich will einen kritischen, aber fairen Film drehen», erklärt Labhart. Auf
ihn habe die Anthroposophie immer ambivalent gewirkt.
Sechs Jahre hat er als Mittelschullehrer in einem Industriequartier
gearbeitet und sich daran gestossen, Noten verteilen zu müssen. Seine
eigenen Kinder hat er auf die Steiner-Schule geschickt.
Und es nicht bereut. Besonders gut gefalle ihm an den Anthroposophen, dass ihnen Zynismus fremd sei.
Finanziert wird der Film zu 80 Prozent von nicht-anthroposophischer
Hand und zu 20 Prozent von anthroposophischen Kreisen. Das Gesamtbudget
beläuft sich auf rund 400 000 Franken. Rund 50 Stunden Material müssen
auf Dokumentarfilmlänge verdichtet werden. Ins Kino kommt der Film wohl im Juni 2009, als Titel steht derzeit «Der Wolkendurchleuchter» hoch im Kurs.

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PDF und Information: Johannes Anders, CH-8309 Nürensdorf: www.andersmusic.ch, anders@andersmusic.ch
*** Interessierte am Newsletter-Service bitte Adresse mailen.

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Informationen vom 23. September 2008, Nadine Aeberhard-Josche

Der Schweizer Kino-Dokumentarfilm „Die Erben des Dr. S.“ (AT) ist vor dem Abschluss der Dreharbeiten. In diesem Augenblick findet am Goetheanum in Dornach bei Basel ein kurzer Einblick in die Dreharbeiten des Filmes statt.
Der Film versucht eine umfassende und kritische Annäherung an die Anthroposophie Rudolf Steiners. Der Regisseur Chritian Labhart äusser sich zu seinem Unternehmen wiefolgt:


Der Film ist eine Reise – meine Reise.
Ich, der ich schon seit vielen Jahren immer wieder mit Anthroposophen in Kontakt gekommen bin und im Laufe dieser Zeit gegenüber ihnen sowohl Interesse und Neugier, als auch Unverständnis und Ablehnung entwickelte, reise durch die Schweiz, Deutschland, Schweden und Ägypten. Ich besuche Leute, die als Anthroposophen praktisch tätig sind oder für die die Anthroposophie lebenswichtig ist oder war. Die einen sind eher dogmatisch, die anderen kritisch und suchend, die dritten bescheiden und die vierten haben das alles hinter sich gelassen. Die einzige Verbindung zwischen ihnen sind die Anthroposophie und der Autor, der sie alle besucht.
Die eher kurze Drehzeit pro Schauplatz spiegelt sich in Bildsprache und Rhythmus der Erzählung und vermittelt dem Film einen Drive, eine spontane und auch leichte Seite. Das Goetheanum als Zentrum der weltweiten Bewegung wird ein Schauplatz des Filmes sein.

Die Erzählstruktur wird dramaturgisch bereichert, indem ich als Autor in die Handlung eingreife: Ich konfrontiere einzelne Protagonisten mit bereits gedrehtem Material und dokumentiere ihre Reaktionen. Dadurch entstehen ein von mir initiierter Dialog unter den verschiedenen Positionen und eine innere Verknüpfung der Schauplätze.
Die Fahrten von einer Geschichte zur anderen sind Zwischenräume, die atmen lassen; sie bieten Raum für Musik.

Neun Geschichten werden wir drehen - mindestens fünf davon erscheinen im Film.

Ein Film, dokumentarisch im Stil einer Reportage: schnell, spontan, frech, manchmal lustig und doch mit Tiefgang, wenn es um das Dokumentieren der umstrittenen Weltanschauung Anthroposophie geht.                    


Dreharbeiten April bis September 2008
Montage November 2008 bis März 2009
Postproduktion Bild und Ton April / Mai 2009
Release ab Juni 2009

Regie: Christian Labhart
Produktion: Filmkollektiv Zürich AG
Kamera: Otmar Schmid
Ton: Thomas Gassmann / Reto Stamm
Montage: Barbara Weber


Finanzierung

Bundesamt für Kultur, Filmförderung
Schweizer Fernsehen (Koproduzent)
UBS Kulturstiftung
Kanton Solothurn
Stiftung Jugendbildung und Kulturpflege
Stiftungen Göhner, Markant, Hamasil, Streuli

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