News

News

Freunde der Erziehungskunst

Notfallpädagogischer Einsatz nach dem Erdbeben und Tsunami in Indonesien

Einen Monat ist es her, seit das verheerende Erdbeben und der dadurch ausgelöste Tsunami die indonesische Insel Sulawesi in die Katastrophe gestürzt haben.  Über 7.000 Menschen sind vermutlich gestorben, mehr als 10.000 Personen sind verletzt, hunderte werden unter den Trümmern eingestürzter Gebäude vermisst.

 … >>

Goetheanum

Fachbibliothek Heilpädagogik wird in Goetheanum-Bibliothek integriert

Seit Oktober 2018 werden die rund 7000 Titel der Fachbibliothek Heilpädagogik und Sozialtherapie des Anthroposophic Council for Inclusive Social Development in die öffentliche Goetheanum-Bibliothek integriert.

 … >>

DieDrei

DieDrei - Schwerpunkt: Erde, Mensch und Kosmos

Heft 10, 2018

Grundbegriffe des Landwirtschaftlichen Kurses - Die Hierarchie der schöpferischen Denkkräfte - Das leibfreie Bewusstsein in der Meditation

 … >>

Geduld

Eine religiöse Tugend

Von: Dr. Ruth Ewertowski

Aus der aktuellen Ausgabe CG 10/16:

Wenn ich es beim Kochen eilig habe und die Zwiebeln und die Paprika beim Andünsten durch viel Hitze möglichst schnell gar haben will, so schmeckt es nachher nicht. Will ich einen Faden in das Öhr einer Nadel einfädeln, so ist jede Hast vergebens. Und besonders schlimm ist es manchmal bei eiligen Aktionen am Computer, denn die führen gerne dazu, dass dann etwas überhaupt nicht mehr funktioniert und ich dann fluche: »Was macht er denn jetzt wieder?« – Die Dinge rächen sich in ihrer je typischen Weise für eine solch unangemessene Behandlung. Und lebendige Wesen reagieren unter Umständen mit Entwicklungsstörungen auf unsere Ungeduld. So brauchen Pflanzen und Tiere je ihre Zeit, um sich zu entfalten und gut zu wachsen. Und insbesondere ein Erzieher muss immer wieder Geduld mit seinen Kindern haben, er muss warten können, bis sie von sich aus reif werden. Im Unterschied zur Ausdauer, die wir bei einer bestimmten Arbeit oder beim Sport aufbringen, wo wir uns in Beharrlichkeit üben oder gegen eine aufkommende Müdigkeit ankämpfen, haben wir es bei der Geduld nicht mit unserer Leistungsfähigkeit, sondern mit einem Gegenstand oder einem Lebewesen zu tun, das uns das Warten gebietet. Im Falle einer Krankheit kann sich die notwendige Geduld auch auf uns selbst beziehen. Stets aber ist da Geduld gefragt, wo wir die Dinge nicht ganz in der Hand haben, wo unsere willentliche Anstrengung nichts ausrichtet. So sind wir in der Geduld auf eigentümliche Weise passiv und dabei doch irgendwie aufmerksam hingegeben an das innere Prinzip unseres Gegenüber. Wir verzichten auf unseren Eigenwillen und fügen uns in die objektive Gesetzmäßigkeit der Dinge, ohne dabei aber gleichgültig oder nachlässig zu sein. Wir lassen dem anderen Menschen die Zeit, die er braucht. Das ist eine Angelegenheit des Respekts, der Nachsicht und schließlich auch der Güte. Wo es gilt, Geduld aufzubringen, da sind wir schon betroffen und innerlich engagiert, insbesondere natürlich da, wo etwas zu erdulden ist, sprich, wo es um das Ertragen eines Leids geht. Dieses geduldige Erdulden steht dabei aber immer in Bezug zu einer Zukunft, in der es besser wird. Es gibt keine Geduld ohne das Vertrauen darauf, dass der Schüler lernen wird, was er jetzt immer wieder noch falsch macht, oder darauf, dass die Leiden aufhören werden, die einen jetzt quälen. Die Geduld steht in einer direkten Beziehung zur Hoffnung. Schwindet die Hoffnung, so verlieren wir auch sie. Der Geduldige lebt getragen davon, dass auch die Widrigkeiten im Leben noch einen Sinn haben und dass es nicht allein an ihm liegt, die Dinge zu einem guten Ende zu führen. Wer nämlich meint, der Erfolg läge nur an seinem Einsatz und seiner Entschlossenheit, wird schließlich verzweifeln, wenn ihm seine Vorhaben nicht gelingen und sich die Verhältnisse durch ihn nicht bessern. Insofern gehört zur Tugend der Geduld ein »religiöses« Lebensgefühl, nämlich die Zuversicht, dass die Dinge einen guten Verlauf nehmen oder dass die Entwicklung, die sie nehmen, für etwas gut ist, auch wenn das nicht direkt erlebbar ist. Die Geduld setzt eine Beziehung zum tragenden Seinsgrund voraus – das ist der eine ihrer religiösen Züge. Damit einher geht jener andere, dass wir sie zwar wollen können, aber eben doch aus vorsätzlicher Anstrengung allein nicht hervorbringen können. Bei allem Bemühen um sie, ist die Geduld uns doch letztlich nur in der Weise der Gnade gegeben. Deshalb zählt Paulus sie in seinem Brief an die Galater unter die »Früchte des Geistes«: »Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung. Gegen diese Dinge gibt es kein Gesetz« (Gal 5,22).    Dr. Ruth Ewertowski, -geboren 1963,
Autorin und -Redakteurin, -
Stuttgart ____________________________________________

Kontakt

Sekretariat der Redaktion: Janine Weikert
Landhausstraße 82, 70190 Stuttgart
Telefon: 0711 | 2 85 32-43
Telefax: 0711 | 2 85 32-45 |
Mail: janine.weikert@urachhaus.com Anschrift der Redaktion:
Postfach 13 11 22, 70069 Stuttgart
Telefon: 0711 | 2 85 32-43
Telefax: 0711 | 2 85 32-45
Mail: Redaktion_CG@t-online.de Abonnentenservice und Einzelhefte: Antje Breyer
Telefon: 0711 | 2 85 32-00
Telefax: 0711 | 2 85 32-10
Mail: aboservice@urachhaus.com Anzeigenservice: Simone Patyna
Telefon: 0711 | 2 85 32-32
Telefax: 0711 | 2 85 32-11
Mail: anzeigenservice@urachhaus.com

Zurück