News

News

Freunde der Erziehungskunst

Notfallpädagogischer Einsatz nach dem Erdbeben und Tsunami in Indonesien

Einen Monat ist es her, seit das verheerende Erdbeben und der dadurch ausgelöste Tsunami die indonesische Insel Sulawesi in die Katastrophe gestürzt haben.  Über 7.000 Menschen sind vermutlich gestorben, mehr als 10.000 Personen sind verletzt, hunderte werden unter den Trümmern eingestürzter Gebäude vermisst.

 … >>

Goetheanum

Fachbibliothek Heilpädagogik wird in Goetheanum-Bibliothek integriert

Seit Oktober 2018 werden die rund 7000 Titel der Fachbibliothek Heilpädagogik und Sozialtherapie des Anthroposophic Council for Inclusive Social Development in die öffentliche Goetheanum-Bibliothek integriert.

 … >>

DieDrei

DieDrei - Schwerpunkt: Erde, Mensch und Kosmos

Heft 10, 2018

Grundbegriffe des Landwirtschaftlichen Kurses - Die Hierarchie der schöpferischen Denkkräfte - Das leibfreie Bewusstsein in der Meditation

 … >>

Geld als heimliche Macht

Von 3. bis 6. Juni 2010 fand das zweite Kasseler Jugendsymposion statt, das vom Lehrerseminar für Waldorfpädagogik Kassel und dem Bund der Freien Waldorfschulen veranstaltet wurde.

Von: Rosemari Heinzelmann
Kassel, 6. Juni 2010.
Im Mittelpunkt stand das Thema Geld. Laut Michael Zech vom Kasseler Lehrerseminar soll mit den Symposien ein Akzent gegen das drohende Ohnmachtsgefühl, gegen Rückzug, Gleichgültigkeit und Politikverdrossenheit der Jugendlichen gesetzt werden. Gerade was das Thema Geld angehe, sollten an die Stelle diffuser Eindrücke klare Erkenntnisse treten.
Das Konzept der Symposien zielt darauf ab, Schüler mit Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Po­litik und Kultur in einen Dialog zu bringen, um an den zentralen und brisanten Themen der Zeit zu arbeiten. „Wer den Euro abwickeln will, der wickelt auch den europäischen Einigungsprozess ab“, stellte der ehemalige Finanzminister Hans Eichel klar, als er mit den Schülern über Finanz-, Wirtschafts- und Eurokrise sprach. Er verteidigte die gemeinsame Währung und verdeutlichte, dass es Spekulanten gebe, denen der Euro nicht passe. Das 21. Jahrhundert sei auf Zusammenarbeit ausgerichtet, der Rückzug „hinter den nationalen Gartenzaun“ helfe nicht. Die Wirtschaftswissenschaftlerin Silja Graupe skizzierte das Phänomen Geld als eine „heimliche Macht“; Geld sei ein so selbstverständlicher Bestandteil des Alltags, dass man darüber nicht nachdenke. „Die Eliten vermitteln uns da wenig Perspektiven“, so Graupe im Hinblick auf die Eurokrise. Daher müsse es darum gehen, die Funktionen von Geld nachvollziehbar und durchschaubar zu machen. Der Finanzmarktkorrespondent der ZEIT, Mark Schieritz, skizzierte die geschichtliche Entwicklung der Finanz- und Wirtschaftskrisen im 20. und 21. Jahrhunderts und stellte den Staat als „Reparaturbetrieb des Kapitalismus“ dar. Thomas Losse-Müller, (GTZ, Finanzexperte bei den „Grünen“) überraschte die Schüler mit Ergebnissen zum Thema Geld in Afrika. Je mehr Finanzsektorentwicklung es in einem Land gebe, umso geringer sei die Armut. Dabei gehe es vor allem um Vertrauen, denn in Afrika sei genug Geld vorhanden, die Geldbesitzer vertrauten aber nicht den potentiellen Kreditnehmern, so dass das Kapital ins Ausland fließe. Einen anderen Fokus bekam die Veranstaltung, als Eva Schneeweiß, die Pressereferentin der GLS, das auf Transparenz und Nachhaltigkeit ausgerichtete Konzept der Bank vorstellte, die damit Vor­reiterin und Vorbild für zahlreiche Geldinstitute geworden ist. Indem die Bank ihren Kunden Geldanlage und Kreditwesen nachvollziehbar macht, kehrt sie, wie Harald Spehl, Prof. emerit.,  erläuterte, einerseits zu ihrem Kerngeschäft zurück und befähigt andererseits den Kunden, auf der Basis von Mitverantwortung konkrete Entscheidungen zu treffen. Christian Felber, Gründungsmitglied und Sprecher von ATTAC Österreich, schloss den Bogen der Re­ferate, indem er zunächst nachzeichnete, wie im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts das Banken- und Finanzsystem von der Realwirtschaft entkoppelt und auf Gewinnmaximierung ausgerichtet wurde. Dem setzte er die Vision einer auf Gemeinwohl, Kommunikation und Mitmenschlichkeit begründeten demokratischen Ökonomie entgegen. Zum 2. Kasseler Jugendsymposion kamen rund 200 Waldorfschüler aus dem gesamten Bundesgebiet. In Plenarvorträgen und Seminaren wurden unter dem Oberthema GELD Aspekte wie Globalisierung, Armut und Reichtum, Geldanlage, Projektfinanzierung, Haushaltspolitik, Finanz- und Wirtschaftskrise bearbeitet. In Trainingskursen wurden Fähigkeiten erübt – vom Textlabor über Prüfungspräsenz, Ausbildung des Denkens bis zu Stil- und Umgangsformen. Die Kasseler Jugendsymposien Die Kasseler Jugendsymposien sind als eine Zukunftswerkstatt der Waldorfschulen angelegt, in der Schülerinnen und Schüler mit Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Kultur in Dialog treten. Für Schüler, die sich besonders engagieren und über den Schulstoff hinaus an aktuellen Zeitfragen arbeiten möchten, wird mit den Symposien ein neues Forum geschaffen, das sich an den Elementen klassischer Begabtenförderung orientiert: Die wichtigsten Auswahlkriterien für die Teil­nahme sind neben schulischen Leistungen vor allem Engagement und der Wille, über den eigenen Tellerrand hinaus zu blicken. Gemeinsam mit Experten sollen Visionen für eine nachhaltige Zukunft entwickelt werden. Erklärtes Ziel des Symposions ist es, an den zentralen und brisanten Themen der Zeit zu arbeiten und Jugendliche in ihrer zivilen Verantwortung zu bestärken. Über den Bund der Freien Waldorfschulen e. V. Die deutschen Waldorfschulen haben sich zu einem Bund der Freien Waldorfschulen e.V. mit Sitz in Stuttgart zusammengeschlossen. Die fö­derative Vereinigung lässt die Autonomie der einzelnen Waldorfschule unangetastet, nimmt aber gemeinsame Aufgaben und Interessen wahr. Korporative Mitglieder sind derzeit 219 Waldorf- und Rudolf-Steiner-Schulen sowie elf Seminare/Hochschulen für Waldorfpädagogik. Daneben gibt es rund 1.900 persönliche Mitglieder.
Die erste Waldorfschule wurde 1919 in Stuttgart eröffnet. Nach 90 Jahren Waldorfpädagogik gibt es heute weltweit über 1.000 Waldorfschulen sowie 2.000 Kindergärten und Förder-Einrichtungen in allen Erdteilen, darunter auch in Israel, Südafrika und Ostasien.
___________________________

Kontakt

Peter Augustin
Pressesprecher

Wagenburgstraße 6; 70184 Stuttgart
Tel. 0711-2104240; Mobil 0163 570 14 30
augustin@waldorfschule.de

Zurück