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Freunde der Erziehungskunst

Notfallpädagogischer Einsatz nach dem Erdbeben und Tsunami in Indonesien

Einen Monat ist es her, seit das verheerende Erdbeben und der dadurch ausgelöste Tsunami die indonesische Insel Sulawesi in die Katastrophe gestürzt haben.  Über 7.000 Menschen sind vermutlich gestorben, mehr als 10.000 Personen sind verletzt, hunderte werden unter den Trümmern eingestürzter Gebäude vermisst.

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Goetheanum

Fachbibliothek Heilpädagogik wird in Goetheanum-Bibliothek integriert

Seit Oktober 2018 werden die rund 7000 Titel der Fachbibliothek Heilpädagogik und Sozialtherapie des Anthroposophic Council for Inclusive Social Development in die öffentliche Goetheanum-Bibliothek integriert.

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DieDrei

DieDrei - Schwerpunkt: Erde, Mensch und Kosmos

Heft 10, 2018

Grundbegriffe des Landwirtschaftlichen Kurses - Die Hierarchie der schöpferischen Denkkräfte - Das leibfreie Bewusstsein in der Meditation

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Goetheanum Vorstand wehrt Abwählungsversuch bei AAG-Generalversammlung ab

Vorstände sollen alle sieben Jahre neubestätigt werden – Antrag für ausserordentliche Generalversammlung über Weleda AG wird angenommen – Finanzvorstand: Finanzielle Lage nicht tragbar

Von: NNA- Berichterstattung/ Von Christian von Arnim

Mit großer Mehrheit wiedergewählt

DORNACH (NNA). Der Vorstand der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft (AAG) hat einen Versuch überstanden, ihn zum Rücktritt zu zwingen.
Er versuchte deutlich auf die Bedenken der Mitglieder einzugehen. Ein auf der AAG-Generalversammlung am Samstag von Gottfried Caspar, Ingrid Caspar und John C. Ermel und einer langen Liste anderer Unterzeichener, darunter auch Prof. Götz W. Werner, eingebrachter Antrag stellte die Frage an die Mitglieder, „ob es angesichts der entstandenen Problematiken verantwortbar und der Anthroposophie dienlich ist, diesem Vorstand weiterhin das Vertrauen zu schenken“. Wenn der Vorstand wegen mangelnder Vertrauenserteilung zurücktrete, sollten die Sektionsleiterinnen und Sektionsleiter mit der Bildung eines neuen Vorstands beauftragt werden. In der Begründung führten die Antragsteller u.a. an, es sei eine zu große Veräusserlichung im Wirken des Vorstands zu bemerken, weiter sei das Goetheanum ein Ort „spiritueller Dienstleistungen“ geworden an dem keine „originären Impulse“ mehr erarbeitet würden, „um in die Welt aus-zustrahlen“.  Auch Einschnitte im Bereiche der anthroposophischen Kunstimpulse wurden kritisiert und dass der Vorstand unberechtigerweise Entscheidungsbefugnisse an sich nehme. Im Bereich der Finanzen beschwerten sich die Antragsteller, „eine Reihe von Entscheiden der letzten Jahre haben das Vertrauen in den Vorstand auch in finanzieller Hinsicht stark erschüttert“. Zuvor hatten sich drei der sechs Vorstände in Berichten über ihre Tätigkeit gerechtfertigt. Sergej Prokofieff erklärte der gegenwärtige Vorstand repräsentiere die Weltgesellschaft, wenn man die Biographien seiner Mitglieder anschaue. In den letzten zehn Jahren sei er zu einem echten Team geworden in dem auch alle karmischen Strömungen des ursprünglichen von Rudolf Steiner berufenen Vorstands vertreten seien. Der Vorstand habe Fehler gemacht, sei nicht unfehlbar, der Antrag sei aber nicht gerechtfertigt, weil er einen politischen Ansatz in eine geistige Gesellschaft einbringe. Er werde aber als Ansporn gesehen sich weiter mit den Problemen auseinanderzusetzen. Bodo von Plato sprach über den Verlust der Verbindung mit der Erde durch die Abwanderung vom Land in die Städte. Auch lebten die Menschen zunehmend in einer selbstgemachten Welt. Es gäbe immer weniger Verständnis untereinander, weil jeder individualistischer werde. In einer Zeit in der die Menschen die Welt zerstören könnten, brauche man ganz andere moralische Kräfte, um damit umzugehen. Die Anthroposophische Gesellschaft sei eine Gesellschaft, die den „Horizont der Menschlichkeit“ offen halte. Der Vorstand sei dem Auftrag der Anthroposophischen Gesellschaft verpflichtet, das seelische Leben im Einzelnen und der Gesellschaft allgemein durch die Erkenntnis der geistigen Welt zu pflegen. Das Goetheanum habe einen Forschungs- und Lehrauftrag, aber auf Basis der Anthroposophie. Dazu werde das Goetheanum gebraucht und die Mitglieder sollten das Haus nicht als eine Bürde betrachten sondern als ein Vermächtnis. Im letzten Jahr sei eine tiefgreifende Reorganisation notwendig geworden, konstatierte Paul Mackay. Die AAG konnte finanziell nicht so weiter machen. Man habe zusammen mit den Mitarbeitern sehen müssen, wie Einsparungen gemacht werden können. Es sei nötig davon abzukommen, das Budget durch ausserordentliche Einnahmen zu decken. Diese hätten 2.8 Mio. schweizer Franken (2.17 Mio. Euro) betragen, die jetzt eingespaart werden müssten. Im Ergebnis hätte es auch Kündigungen geben müssen. Die Diskrepanz zwischen Einnahmen und Ausgaben gebe es schon seit mindestens den achtziger Jahren und könne nicht mehr getragen werden. Wie könne damit umgegangen werden, fragte Mackay. In diesem Sinn müsste Verwaltung auch als Verwandlung verstanden werden. Wichtig sei auch die Zusammenarbeit mit der Peripherie, z.B. den Landesgesellschaften. Es könne nicht alles allein vom Goetheanum gelöst werden. In der Aussprache gab es lautstarke Stimmen sowohl für als auch gegen den Antrag. Als die Abstimmung kam, wurde der Antrag mit 67 Prozent der Stimmen abgewiesen. Dass jedoch 31 Prozent der Anwesenden sich entweder der Stimme enthielten oder für den Antrag stimmten (der restliche Anteil bestand aus ungültigen Stimmen) musste als ein Signal an den Vorstand gewertet werden, dass der Antrag doch unter einer nicht unbeachtlichen Anzahl der anwesenden Mitglieder zumindest einen Anklang fand, und das eine wesentliche Minderheit mit der Vorgehensweise des Vorstands nicht zufrieden war. Vorstandsmitglied Virginia Sease sprach den Dank des Vorstands aus, dass ihm das Vertrauen ausgesprochen worden sei und fügte hinzu, dass er auch die zum Ausdruck gekommenen Kritik ernst nehme. Ein eigener vom Vorstand eingebrachter Antrag, dass seine Mitglieder alle sieben Jahre von der Generalversammlung in ihrer Tätigkeit neu bestätigt werden sollten, wurde mit großer Mehrheit angenommen. Die sofort zur Wiederwahl stehenden Vorstände Paul Mackay, Bodo von Plato und Sergej Prokofieff wurden mit großer Mehrheit wiedergewählt. Die Verantwortung des Vorstands für die Entwicklung der Anthroposophischen Gesellschaft und des Goetheanum sowie die gewandelten Verhältnisse der heutigen Zeit seien der Anlass auch die Mitglieder verstärkt in die Verantwortung mit einzubeziehen. Bodo von Plato erklärte der Vorstand sollte nicht in seiner Handlungsfreiheit eingeschränkt werden, auf der anderen Seite könnten aber so die Mitglieder dem Vorstand zurückspiegeln was er tue. Weitere Anträge, die den Handelsspielraum des Vorstands eingeschränkt hätten wurden mit deutlichen Mehrheiten zurückgewiesen. Ein weiterer Antrag, der dazu aufrief, eine außerordentliche Generalversammlung einzuberufen, die sich ausschließlich mit der Eingentümerverantwortung der AAG an der Weleda AG und den damit verbundenen Vemögensanteilen befassen sollte wurde jedoch mit großer Mehrheit angenommen. Die Besorgnis von Ärzten über die Sicherung der in ihrem Fortbestand gefährdeten anthroposophischen Heilmittel kam überwiegend zum Ausdruck. Es wurde die Befürchtung ausgedrückt, Weleda entwickele sich zu einem Kosmetikhersteller und die Heilmittel der anthroposophischen Therapierichtung seien in ihrer Existenz bedroht, u.a. wegen Massnahmen der gegenwärtigen Geschäftsleitung das Unternehmen wegen fehlender Rentabilität zu sanieren. Demgegenüber erwiederte der Weleda AG Geschäftsführer Patrick Sirdey, Weleda könne in der gegenwärtigen Form nicht weiterbetrieben werden ohne die Gefahr, dass sie in 10 Jahren nicht mehr bestehe. Wenn auch Abteilungen zusammengelegt werden müssten, werde das Unternehmen ein Arzneimittelhersteller bleiben. Arzneimittel würden nur nach Konsultationen mit Ärztevertretern gestrichen. Im Finanzbericht wiederholte Finanzvorstand Cornelius Pietzner, dass die Lage des Goetheanum nicht mehr tragbar war. Grundsätzliche Änderungen seien nötig, die nicht mehr verschoben werden konnten. Der tatsächliche Betriebsverlust betrug 3,5 Mio. schweizer Franken (2,71 Mio. Euro), der strukturelle Defizit konnte aber durch den Verkauf von zwei Wohnungen, durch Auflösung von internen Fonds und Rückstellungen sowie durch Liegenschaftserträge ausgeglichen werden. Das Jahr 2010 wurde somit mit einem „überschaubaren“ Verlust von 185,000 schweizer Franken (143,000 Euro) abgeschlossen. Pietzner gab auch bekannt, dass er nach neun Jahren Verantwortung für die Finanzen am Goetheanum als Schatzmeister zurücktreten werde, um neue Initiativen zu ergreifen. Vor Anfang der Generalversammlung wurde der Versuch gemacht, eine Menschenkette um das Goetheanum zu bilden, um sich schweigend „auf Rudolf Steiners Impuls und Anliegen“ mit der AAG zu besinnen. END/nna/cva Bericht-Nr.: 110417-01DE Datum: 17. April 2011 © 2011 News Network Anthroposophy Limited (NNA).

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