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Göttliches Licht, Christus Sonne

Lesung der Ansprache Rudolf Steiners zur Grundsteinlegung der Anthroposophischen Gesellschaft vom 25. Dezember 1923
und Vortrag von Peter Selg

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Wir üben UnsICHerheit

Junge Menschen laden von 28. Dezember bis 1. Januar dazu ein, am Goetheanum einen Raum zum Fragen, zum Üben und zum Staunen freizuhalten. Silvestertagung der Assoziative DREI zu EINS.

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Rudolf Steiner Verlag

Verantwortung

Weil Ich und Welt Pole eines Ganzen sind, ist innere Entwicklung eine Quelle der Weltentwicklung. Sie beginnt in jedem von uns und je aufs Neue als ein inneres Geburtsgeschehen.

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Freunde der Erziehungskunst

Notfallpädagogischer Einsatz nach dem Erdbeben und Tsunami in Indonesien

Einen Monat ist es her, seit das verheerende Erdbeben und der dadurch ausgelöste Tsunami die indonesische Insel Sulawesi in die Katastrophe gestürzt haben.  Über 7.000 Menschen sind vermutlich gestorben, mehr als 10.000 Personen sind verletzt, hunderte werden unter den Trümmern eingestürzter Gebäude vermisst.

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Höchste akademische Auszeichnung

„Wer Ziele hat, dem wachsen Flügel“: Dr. Ibrahim Abouleish erhält Ehrendoktorwürde. Weiteres ...

Von: Dr. Hermann Becke

Auszeichnung an Prof. Dr. Ibrahim Abouleish

Foto: © SEKEM Europe GmbH
Am 2.Juni 2010 vergab die Technische Universität Graz ihre höchste akademische Auszeichnung:

Prof. Dr. Ibrahim Abouleish erhielt das Ehrendoktorat der technischen Wissenschaften „in wissenschaftlicher Anerkennung seiner einzigartigen Innovationen auf dem Gebiet des sozio-kulturellen Unternehmertums und der nachhaltigen Entwicklung“. Ibrahim Abouleish, der 1937 in Mashtul im Nildelta geboren wurde, kam 1956 nach Graz zum Studium der Medizin und der Technischen Chemie. Der Festakt fand in der Aula der Technischen Universität Graz statt, in jenem Raum, in dem Ibrahim Abouleish im Jahre 1965 zum Diplomingenieur graduiert  und 1969 zum Doktor promoviert wurde. Groß war der Kreis der Gratulanten: Neben der Familie (Ehefrau Gudrun, deren Schwester Erika, Sohn Helmy mit Frau Konstanze, die Enkelkinder Sarah, Soraya, Mariam, Junis) waren auch zahlreiche Persönlichkeiten der Technischen Universität, der Karl-Franzens-Universität Graz und der Medizinischen Universität Graz gekommen, die mit SEKEM bzw. der in Gründung befindlichen Heliopolis-Universität wissenschaftliche Kooperationen haben. Vertreten waren natürlich auch der deutsche und der österreichische Förderverein, aber auch – und das war eine besondere Freude für Dr. Abouleish – Frau Mag. Helga Broschek und ihr Sohn Pascal Broschek von der Gebro Pharma Gmbh. Das ist jenes Unternehmen in Tirol, in dem Dr.Abouleish nach seinem Studium die Forschungs- und Entwicklungsabteilung geleitet hatte. Gegen Lähmung und Fatalismus Die Laudatio hielt der Rektor der Technischen Universität Graz Prof. Dr. Hans Sünkel, der auch der Präsident der Österreichischen Universitätenkoferenz ist und der SEKEM bereits besucht hat. „Ich bin ganz einfach überwältigt von diesem fantastischen Werk, das die Handschrift einer Person trägt: Ibrahim Abouleish“ so Sünkel bewegt in seiner Ansprache. „Als Vision ist SEKEM eine Philosophie einer sich ständig entwickelnden Gesellschaft. Als Modell ist SEKEM ein aus Farmen, Wirtschaftsbetrieben, Forschungseinrichtungen, Bildungs- und therapeutischen Institutionen bestehendes integratives Netzwerk. Als Initiative ist SEKEM  eine fortwährende Handlungsorientierung dafür, wie nachhaltige Entwicklung auf allen Gebieten des Lebens realisiert werden kann. SEKEM ist ein Organismus, der in der Gegenwart lebt und nachhaltig in die Zukunft wirkt und der gesellschaftlicher Lähmung und dem Fatalismus bewusst entgegen handelt.“ Sünkel setzte in seiner Laudatio die durch SEKEM gelebte Nächstenliebe und Wohltätigkeit für die ägyptische Bevölkerung in direkte Beziehung zur eigenen Lebenserfahrung Dr. Abouleishs: „Und diese gelebte Hilfsbereitschaft, die er zunächst seinen Schulkameraden und in späteren Jahren seinem Land und seinen Menschen gegenüber angedeihen lässt, ist seine menschliche Trägerwelle, auf der die vielfältigen Aktivitäten des Ibrahim Abouleish gleichsam aufmoduliert sind.“ Abouleish war im Jahr 2003 bereits zum Professor an der Universität Bonn und im Folgejahr zum Ehrenbürger der Stadt Graz ernannt worden. Wiederum ein Jahr später erhielt er das Ehrendoktorat der Medizinischen Universität Graz. ________________________________

“One World Award”: Helmy Abouleish für SEKEM unter den Finalisten

Die fünf Finalisten des „One World Awards“ 2010, die jetzt von der Jury nominiert wurden, tragen, so das Komitee „mit außergewöhnlichem Engagement dazu bei, der Globalisierung eine Chance, aber vor allem eine positive Dimension zu geben. Durch ihr Handeln setzen sie sich in besonderen Maßen für eine lebenswerte Zukunft ein.“ Für SEKEM tritt in diesem Jahr Helmy Abduleish an. Die übrigen Finalisten sind: Beti Minkin, der sich seit 1994 aktiv für die Entwicklung nachhaltiger Dorfprojekte in Anatolien/Türkei einsetzt. 2006 gründete sie die „Anatolia Foundation“ mit dem Ziel, die kulturellen Traditionen und die Biodiversität in der Region zu bewahren. Eines der wichtigsten Projekte der Stiftung ist die Förderung der biologischen Landwirtschaft und der Erhalt alter Getreidesorten, wie z.B. Emmer. Beti Minkin ist es gelungen, über 200 Familien in das Projekt zu integrieren und Einkommensmöglichkeiten für sie zu schaffen. Vor allem für die Frauen vor Ort ist sie ein sehr wichtiges Vorbild. „EL CEIBO“ ist ein Zusammenschluss von 1.200 Kakao-Bauern in Bolivien. Gegründet 1977 gehört die Produzentengenossenschaft zu den Pionieren des biologischen Kakaoanbaus. Das Angebot reicht vom hochwertigen Bio-Kakao als Rohware bis zu Bio-Schokoladenprodukten. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette handelt „EL CEIBO“ nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus und des Fairen Handels. Die Genossenschaft engagiert sich auch im sozialen Bereich: Neben Altersvorsorge, Gesundheits- und Ausbildungsunterstützung arbeitet sie mit einer Mikrofinanzorganisation zusammen und ermöglicht Bauern Kredite, damit sie in ihre Arbeit investieren können. Dr. Hans Rudolf Herren gründete 1998 die Stiftung Biovision in der Schweiz mit dem Ziel, die Lebenssituation der Menschen in Afrika nachhaltig zu verbessern und die Natur als Grundlage allen Lebens zu erhalten. Der weltweit anerkannte Insektenspezialist Hans Rudolf Herren hat in den 80er Jahren mit der biologischen Bekämpfung von Schmierläusen im Grundnahrungsmittel Maniok Millionen von Menschen in Afrika vor dem Hungertod gerettet. 1995 wurde er dafür als erster und bisher einziger Schweizer mit dem Welternährungspreis ausgezeichnet. Biovision leistet Hilfe zur Selbsthilfe und fördert ökologisches Denken und Handeln. Weitere Projektschwerpunkte sind: Malariaprophylaxe und Bekämpfung, Förderung des Kleingewerbes und Schutz der Biodiversität. Franziska Kaguembèga-Müller ist Gründerin der Schweizer „newTree Foundation“. Unter dem Slogan: „Daring visions – living dreams“ (Visionen wagen – Träume leben). In Burkina Faso leitet sie das Projekt zur Wiederbewaldung der Sahelzone Afrikas, um die Lebensgrundlage der ländlichen Bevölkerung zu verbessern und eine Regeneration des Bodens und der Vegetation zu ermöglichen. Helmy Abouleish und SEKEM wurden für ihren Beitrag zu einer „globalen nachhaltigen Entwicklung von Individuum, Gesellschaft und Umwelt“ nominiert. Die Jury lobt das „ganzheitliche Konzept, das die drei Säulen Ökonomie, Sozial und Kultur verbindet. SEKEM steht für qualitativ hochwertige Lebensmittel , die mit dem Einsatz von Methoden der biodynamischen Landwirtschaft hergestellt werden.“ Spannend bleibt die Frage, wer die handgefertigte „One World Award“-Statue und das Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro – gestiftet von RAPUNZEL NATURKOST – erhält. Am 17. September 2010, im Rahmen des Rapunzelfestivals in Legau, heißt es dann „And the winner is ...“ Der „One World Award“ wurde 2008 erstmals verliehen. Die International Federation of Organic Agriculture Movements (IFOAM) hat die Schirmherrschaft übernommen. Das Rapunzel-Festival steht auch der allgemeinen Öffentlichkeit offen. Bijan Kafi mit Material des „One World Award“ *****

Biodynamische Landwirtschaft schafft und fördert biologische Vielfalt

Bei der SusCon 2010, einer Konferenz zum Thema Nachhaltigkeit und Unternehmertum, die im Juni in Nürnberg stattfand, demonstrierte Helmy Abouleish dem Fachpublikum anhand konkreter Beispiele, wie durch biodynamische Landwirtschaft Biodiversität geschützt werden kann, und wie sie zur Meisterung umweltbezogener Herausforderungen des 21. Jahrhunderts beitragen kann. Dazu stützte er sich in umfassender Weise auf Erfahrungen, welche die SEKEM-Initiative im Verlauf der vergangenen 30 Jahre mit der Einführung neuer landwirtschaftlicher Techniken in Ägypten gemacht hat. Ökosysteme und ihre Leistungen Die heute noch bestehende biologische Vielfalt bildet die Grundlage der Ökosysteme, von denen das Leben des Menschen abhängig ist. Sei es aufgrund von Nahrung, von frischem Wasser, Gesundheit und Erholung, oder als Schutz vor Naturkatastrophen. Ihr Verlust hat für den Menschen nicht nur materielle, sondern auch kulturelle und psychische bzw. seelische Auswirkungen. Aktuelle Entwicklungen nähern sich dabei einigen potenziell gefährlichen Wendepunkten, in deren Überschreitung Wissenschaftler katastrophale Auswirkungen für das menschliche Leben und die Kapazitäten der Ökosysteme ausgemacht haben, welche diese lebensnotwendigen Leistungen bereitstellen. Arme und Benachteiligte gehören weltweit zu den am stärksten von dieser Entwicklung betroffenen Bevölkerungsgruppen. Sie werden zuerst und besonders stark von ihr betroffen sein. Dadurch ist auch die Umsetzung der UN-Millenniumsvorhaben in Gefahr: Erhalt der Ernährungssicherheit, Armutsbekämpfung und eine insgesamt gesündere Weltbevölkerung. Potentiale der biologisch-dynamischen Landwirtschaft nutzen Der Erhalt der biologischen Vielfalt würde auch einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels leisten. Darüber hinaus  können auch dessen negative Langzeiteffekte verringert werden, da Ökosysteme und auch die Gesellschaft belastbar bleiben. SEKEMs biologisch-dynamische Landwirtschaft macht sich die Potenziale verschiedener komplexer Ökosysteme und die Synergien zwischen Pflanzen und Tieren zunutze. Denn um die Produktivität landwirtschaftlicher Ökosysteme zu steigen, versorgt die Natur den Menschen mit einer Vielzahl an Leistungen, die meist kein Geld kosten und dazu oft mehrfach Vorteile aufweisen. SEKEM strebt sowohl nach der Wiederbelebung traditionellen landwirtschaftlichen Wissens und seiner Anpassung an verschiedene geographische und klimatische Bedingungen, als auch nach der Entwicklung neuer und innovativer Lösungen. Beispiele umfassen unter anderem erste Erfolge in der Kultivierung gesunder Völker der in Ägypten beheimateten Bienenart „Apis mellifera lamarckii“, welche durch Pestizide, intensive Landwirtschaft und importierte Königinnen vom Aussterben bedroht war. Zur natürlichen Bekämpfung von Schädlingen hat SEKEM ebenfalls begonnen, Insekten zu züchten und zu verkaufen, die in Gewächshäusern die Ernte vor Schädlingen schützen (SEKEM Insight berichtete). Beim Anbau von Trauben und Obstbäumen arbeitet SEKEM bereits seit Jahren erfolgreich mit Gründüngung und synergetischer Schädlingsbekämpfung. Nach einem Versuch von Agroforstwirtschaft auf zwei Hektar Land, hat SEKEM nun in diesem Jahr auch die Anbauflächen für dieses Projekt vergrößern können. So können die Vorteile dieser Synergien, die von der Natur bereitgestellt werden, noch besser genutzt werden. Eine Zusammenstellung ausgewählten Saatguts, von Bäumen und Sträuchern verbessert zum Beispiel die Bodenstruktur und ist gleichzeitig darauf ausgerichtet, die Synergien zwischen Arten bezüglich der Verfügbarkeit von Nährstoffen  und der Schädlingsbekämpfung zu nutzen. So bieten Reihen von Obstbäumen auf Feldern zum Beispiel Kräutern Schatten, deren Blüten wiederum Bienen und Raubinsekten nähren, die ihrerseits für die Bestäubung der Obstblüten benötigt werden. Richtige Sorten auswählen Trotz eines breiten Katalogs von Maßnahmen liegt das größte Potenzial in der sorgfältigen Auswahl geeigneter Sorten. SEKEM hat hier Pionierarbeit geleistet. Zusammen mit der internationalen wissenschaftlichen Gemeinschaft ist man bemüht, Wissen zu mehren und zu teilen. So wird seit langem daran gearbeitet, durch Aufzeichnung der ursprünglichen Flora der Region mithilfe eines Herbariums die gefährdeten Pflanzen Ägyptens zu erhalten. Regionale Sorten wurden für ein Programm zur Verbesserung der Qualität geprüft und ausgewählt, wodurch Qualitäts- und Effizienzsteigerungen des Saatgutes von rund 200% erreicht werden konnten. SEKEMs Beteiligung am „Nationalen Programm für genetische Ressourcen“, die Zusammenarbeit mit einer Genbank, das Engagement für die Entwicklung einer „Nationalen Strategie zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung von wilden Heilpflanzen“ sowie die Beteiligung an Veranstaltungen gehören zu den Anstrengungen, die lokale und regionale biologische Vielfalt zu erhalten. Magdalena Kloibhofer

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