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Göttliches Licht, Christus Sonne

Lesung der Ansprache Rudolf Steiners zur Grundsteinlegung der Anthroposophischen Gesellschaft vom 25. Dezember 1923
und Vortrag von Peter Selg

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Wir üben UnsICHerheit

Junge Menschen laden von 28. Dezember bis 1. Januar dazu ein, am Goetheanum einen Raum zum Fragen, zum Üben und zum Staunen freizuhalten. Silvestertagung der Assoziative DREI zu EINS.

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Rudolf Steiner Verlag

Verantwortung

Weil Ich und Welt Pole eines Ganzen sind, ist innere Entwicklung eine Quelle der Weltentwicklung. Sie beginnt in jedem von uns und je aufs Neue als ein inneres Geburtsgeschehen.

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Freunde der Erziehungskunst

Notfallpädagogischer Einsatz nach dem Erdbeben und Tsunami in Indonesien

Einen Monat ist es her, seit das verheerende Erdbeben und der dadurch ausgelöste Tsunami die indonesische Insel Sulawesi in die Katastrophe gestürzt haben.  Über 7.000 Menschen sind vermutlich gestorben, mehr als 10.000 Personen sind verletzt, hunderte werden unter den Trümmern eingestürzter Gebäude vermisst.

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Jubiläum

„100 Jahre Anthroposophische Gesellschaft“ 2012 von Medien beachtet

Von: NNA-Korrespondent Wolfgang G. Vögele

Der Kalender mit den verschiedenen Gedenktagen gehört in den meisten Feuilletonredaktionen zum journalistisches Handwerkszeug. So war auch im Jahr 2012 damit zu rechnen, dass das 100jährige Jubiläum der Anthroposophischen Gesellschaft eine gewisse Aufmerksamkeit in den Medien finden würde, auch wenn die weltanschauliche Minderheit der Anthroposophen bis heute in der Öffentlichkeit dem Kreuzfeuer kirchlicher und wissenschaftlicher Kritik ausgesetzt ist. NNA-Korrespondent Wolfgang G. Vögele hat einmal nachgeschaut.

KÖLN/STUTTGART/DORNACH (NNA) – Am Ende des Jahres finden sich nun tatsächlich Berichte, in denen in meist fairer und sachlicher Weise an ein Ereignis erinnert wird, das sich vor 100 Jahren im Schatten des Kölner Doms abspielte: Anhänger Rudolf Steiners gründen die Anthroposophische Gesellschaft (Linkshinweise unten). Die Gedenkartikel kommen zwar nicht ohne Hinweise auf die Rassismusvorwürfe gegen Steiner aus, andererseits wird aber auf die anhaltenden Erfolge seiner Erben in den Problemzonen der heutigen Gesellschaft hingewiesen: in Pädagogik, Landwirtschaft, Medizin und nicht zuletzt auch im Bankwesen. Wie haben die Anthroposophen nun selbst dieses Jubiläum begangen? Von den vielfältigen Aktivitäten kann hier nur auf wenige hingewiesen werden. Im Februar wurde in München des „100-jährigen „Kalenderimpulses“ gedacht (1912 erschien die 1. Ausgabe des anthroposophischen Seelenkalenders), die anthroposophische Jugend führte Ende April in Stuttgart eine Tagung durch, am 1. Mai ging im Vitra Design Museum in Weil am Rhein die vielbeachtete Ausstellung „Rudolf Steiner – Alchemie des Alltags“ zu Ende, in deren Rahmen der Philosoph Peter Sloterdijk auf einer Podiumsdiskussion Rudolf Steiner würdigte (NNA berichtete). Die Anthroposophische Gesellschaft in Deutschland (AGiD) veranstaltete Ende September 2012 einen großen öffentlichen Kongress in Köln, er stand unter dem Motto „ZeitZeichen Zwölf“. Anfang August fand zum 100-jährigen Bestehen der Eurythmie in Berlin unter dem Motto „What Moves You?“ das bisher größte Jugend-Eurythmie-Projekt statt, mit Workshops, Kursen und Darbietungen von 80 Jugendlichen aus aller Welt zu Musik von Beethoven und Arvo Pärt. Unterschiedliche Publizisten nahmen das Jubiläum zum Anlass, ihren Beitrag zu Gegenwart und Zukunft der Anthroposophie im Jubiläumsjahr der Gesellschaft zu leisten. Zu nennen ist hier als ein Beispiel die erste kritische Studie zum Thema Rassentheorie im Werk von Rudolf Steiner. Ansgar Martins hat sie vorgelegt, ein junger Autor und Blogger, dem als ehemaligem Waldorfschüler viel daran gelegen ist, in dieser Frage Klarheit zu schaffen. Im Dezember erschien auch die lang erwartete dreibändige Steiner-Biographie von Peter Selg, die im bewusstem Gegensatz zu den historisch-kritischen Steiner-Biographien aus dem Jahr 2011 eine Lebensbeschreibung des „Jahrhundertgenies“ aus spiritueller Sicht bieten möchte. Selg hatte sich zuvor auch zum Thema „Anthroposophische Gesellschaft“ zu Wort gemeldet und bei der Jubilarin eine schwere Identitätskrise diagnostiziert. Abhilfe sieht er in der Wiederbelebung der Impulse von 1923, als Rudolf Steiner die Gesellschaft neu gegründet hat. So darf man auf Selgs Steiner-Biographie gespannt sein. Eine Rezension von NNA dazu ist in Vorbereitung. Abschließend lässt sich feststellen: Während sich die angewandte Anthroposophie weltweit eines ungebrochenen Wachstums erfreut, findet Steiners Lehre selbst zunehmend weniger Interessenten, was sich z.B. in den rapide zurückgehenden Verkaufszahlen anthroposophischer Literatur zeigt. Gleichzeitig ist die persönliche Glaubwürdigkeit und Originalität Steiners und auch die demokratische Zuverlässigkeit seiner Anhänger durch wissenschaftliche Studien der jüngsten Zeit (Helmut Zander, Peter Staudenmaier) infrage gestellt worden. So steht die Anthroposophische Gesellschaft im 101. Jahr seit ihrer Gründung vor einer ganzen Reihe von Herausforderungen. Die erste davon liegt in der Reaktion auf die immer wieder von kritischen Zeitgenossen aufgeworfenen Frage: Haben die Anthroposophen nun trotz oder gerade wegen Rudolf Steiner Erfolg bei der Bearbeitung drängender Probleme der heutigen Gesellschaft? Nimmt man die moderne Esoterikforschung beim Wort, so gibt es – als Gegenbewegung zur Rationalität der Aufklärung – außerdem in der Gegenwart eine geheime Sehnsucht nach dem Übersinnlichen, nach dem Mythos, nach der Wiederverzauberung der Welt, die einen Aufschwung der Anthroposophie als Weltanschauung nach sich ziehen könnte. Viel ist auch die Rede von einem globalen Kurswechsel in Richtung Spiritualität, der sich zum Jahreswechsel 2012/13 ergeben soll. Wie dem auch sei: 100 Jahre Anthroposophie ist weniger ein Jubiläum als eine anhaltende Herausforderung. END/nna/vog Bericht-Nr.: 12123102DE Datum: 31. Dezember 2012 © 2012 News Network Anthroposophy Limited (NNA). Alle Rechte vorbehalten. 
Links:
www.zeit.de/wissen/geschichte/2012-12/Gruendung-Anthroposophische-Gesellschaft
www.dradio.de/dlf/sendungen/kalenderblatt/1959295/

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