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Wir üben UnsICHerheit

Junge Menschen laden von 28. Dezember bis 1. Januar dazu ein, am Goetheanum einen Raum zum Fragen, zum Üben und zum Staunen freizuhalten. Silvestertagung der Assoziative DREI zu EINS.

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Rudolf Steiner Verlag

Verantwortung

Weil Ich und Welt Pole eines Ganzen sind, ist innere Entwicklung eine Quelle der Weltentwicklung. Sie beginnt in jedem von uns und je aufs Neue als ein inneres Geburtsgeschehen.

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Freunde der Erziehungskunst

Notfallpädagogischer Einsatz nach dem Erdbeben und Tsunami in Indonesien

Einen Monat ist es her, seit das verheerende Erdbeben und der dadurch ausgelöste Tsunami die indonesische Insel Sulawesi in die Katastrophe gestürzt haben.  Über 7.000 Menschen sind vermutlich gestorben, mehr als 10.000 Personen sind verletzt, hunderte werden unter den Trümmern eingestürzter Gebäude vermisst.

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Menschen als „Mitproduzenten der Welt“

Deutschlandstart des Dokumentarfilms „Zwischen Himmel und Erde – Anthroposophie heute“ versammelte in Köln viele Zuschauer

Von: NNA-Korrespondentin Edith Willer-Kurtz
KÖLN (NNA). Auf große Resonanz stieß bei seiner Premiere auch in Deutschland der neue Dokumentarfilm zum Thema „Anthroposophie“: rund 500 Menschen sahen im Filmforum in Köln in dieser Woche „Zwischen Himmel und Erde- Anthroposophie heute“ des Filmemachers Christian Labhart. Veranstalter war die Kinogesellschaft Köln in Kooperation mit mindjazz pictures. Seit Februar ist der Film schon in der Schweiz zu sehen. „Zwischen Himmel und Erde“ – wie ist dieser Titel zu verstehen? Aus anthroposophischer Sicht könnte man sagen: was kommt aus der geistigen Welt herab und hinein in den Menschen, der tätig auf der Erde lebt. Von daher stehen Menschen im Vordergrund des Films, Streiflichter erhellen ihre Taten. Dabei kann man sehen, wie sich die Anthroposophie seit ihrer Entstehung vor über 100 Jahren im Lauf der Zeiten verändert hat – gewollt von ihrem Begründer Rudolf Steiner, der den Menschen für ihre Lebensphasen individuell „Lernstoff“ anbot, nicht Diktat. Und so trifft Labhart auf ganz unterschiedliche Menschen: einen Sänger, einen biodynamischen Bauer, ein Vorstandsmitglied am Goetheanum und eine Waldorflehrerin - sie alle in der Schweiz beheimatet. In Deutschland begegnet er einem Journalisten und eine Politaktivistin. In Ägypten, in Sekem schließlich einem Eurythmisten. Alle Befragten kamen in ihrem Leben mit Anthroposophie in Berührung, meist bereits als Schüler. Wie wurden sie dadurch für das spätere Leben geprägt? Mit Absicht kommentarlos werden Sequenzen aus dem Leben des einzelnen gezeigt, dabei kommen sie selbst zu Wort. Mehrmals wird deutlich, wie die Erkenntnisse Rudolf Steiners das Leben der Protagonisten beeinflusst haben. So Martin Ott, der ökologische Landwirtschaft mit Pädagogik verbindet auf dem Gutsbetrieb Rheinau im Kanton Zürich. Der Zuschauer erfährt Details, die er vielleicht nicht gleich verstehen kann. Denn das Handeln des Bauern ist tief fundiert mit Wissen, eben weil schon 1924 Steiner einen „Landwirtschaftlichen Kursus“ vor 100 Bauern hielt mit Themen wie „Das Zusammenleben von Erde und Kosmos“ und „Die planetarischen Wirkungen auf die Erde und deren Bewohner“. Vor dem Hintergrund dieses Wissens entstehen Produkte auf dem Gutsbetrieb mit dem Namen „Demeter“. Die Lehrerin Susannne Wende ist als Klassenlehrerin in der Rudolf Steiner Schule in Kreuzlingen. Die Frage mit dem Morgenspruch, den die Schüler täglich sprechen, der vom Leben der Menschen, Pflanzen, Tiere und den Kräften handelt, bleibt im Film unerklärt - so wie die Schüler ihn auch sprechen und nicht gleich alles verstehen. Besinnt sich der Heranwachsende später der Wahrnehmung dessen, was er als Schüler gesprochen hat, so wird der Hintergrund wieder lebendig. Manches scheint so, dass es von Steiner in die Welt gebracht wurde, um Wirkungen zu erzeugen, die weit über die Pädagogik hinausreichen. Da geht die Klasse mit der Lehrerin eine Woche wandernd über die Schweizer Alpen; Anstrengungen werden überwunden, Erfahrung werden erlebbar und wandeln sich in Stolz. Die Lehrerin erzählt dem Zuschauer im Film. „Es ist wie ein Bild, das sie mit sich nehmen, man kann etwas Grosses überwinden“. So will sie die jungen Schüler vorbereiten, damit sie später in ihrem Leben stark sein können. Claudine Nierth studierte nach der Waldorfschule Eurythmie, und bemerkte die Idee der Anthroposophie als ernste Herausforderung in ihrem Leben „Wenn ich Anthroposophie ernst nehme, da muss ich gesellschaftspolitisch näher an die Menschen ran“, befand sie und deswegen fährt sie seit sieben Jahren mit dem `Bus Direkte Demokratie´ durchs Land. Bewusstsein soll geweckt werden, damit noch mehr Menschen in Deutschland mehr Demokratie auf allen politischen Ebenen fordern: „…bis wir in Deutschland den bundesweiten Volksentscheid haben“. Christopf Graf, ein Eurythmist, hat das Leben nach Sekem in Ägypten als Director of Arts geführt. Das Sekem-Projekt, dessen Name „Lebenskraft der Sonne“ bedeutet, beschäftigt inzwischen 2000 Mitarbeiter, im Mittelpunkt der verschiedenen Unternehmen steht der faire Handel sowie das soziale und kulturelle Wohlergehen der Beschäftigten. Die ökonomischen Erfolge der Unternehmen bilden den Grundstein für kulturelle Initiativen wie Kindergarten, Waldorfschulen und Kliniken. Eindrucksvoll sind die Kreise aus den 2000 Mitarbeitern, die sich vor dem Wochenende treffen, im Kreis stehen und den Spruch von Rudolf Steiner sprechen: „Das Schöne bewundern, das Wahre behüten, das Edle verehren…..“ Graf bringt zum Ausdruck, dass da das Gefühl entstehe: „Wir sind wirklich eine Gemeinschaft, wir gehören zusammen, und da gibt es keine Trennung mehr zwischen Europäern und Ägyptern, sondern das sind die Menschen, die in Sekem leben und arbeiten“. Dieses Leben wird in zahlreichen Bildern filmisch lebendig. Zu den ausgesucht schönen filmischen Bildern des Kameramanns Otmar Schmid tauchen Fragen auf: War Rudolf Steiner ein Genie, ein Guru oder gar Scharlatan? Sind Anthroposophen ganzheitlich, dogmatisch oder radikal? Das Goetheanum - ist es ein Tempel, ein Denkmal oder ein Kraftort? Dazu bekundet Nierth, sie habe in Dornach das Gefühl gehabt: „Alles was diese Anthroposophie, was Steiner ins Leben gerufen hat, lebt in der Welt im Umkreis, aber nicht in Dornach“. Bodo von Plato, seit 2001 Vorstandsmitglied der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft am Goetheanum in Dornach hat Antworten auf die Fragen des Sektiererischen, der Gefahr des Dogmatischen und zur Reinkarnation. „Die Anthroposophen sind Menschen, die gewisse Fragen über das Wesen des Menschen und der Welt so wie Hunger und Durst empfinden“, erläutert er entsprechend einem Zitat von Steiner. Dieses Gefühl, man habe es mit einer Sekte zu tun, hänge mit einer Art Hautbildung zusammen: „Man liefert sich nicht mehr der Welt ganz aus, sondern bildet seine eigene Welt. Und die Gefahr des Sektiererischen haftet dem Anthroposophen genau so an, wie die Gefahr des Dogmatischen. Dass man bestimmte Auffassungen als die Wahrheit erklärt, die dem Diskurs nicht mehr zur Verfügung stehen“, betont von Plato. Auch an anderen Stellen kommen Zweifel und Kritik zu Wort im Film: „Immer alles heil und schön darstellen zu wollen ist eine zarte Gefahr in der Waldorfszene, meint beispielsweise Susanne Wende. Eine Stärke des Regisseurs Christian Labhart ist es, Menschen in seinem Film authentisch zu zeigen. Er greift Bilder und Aussagen aus ihrem Leben heraus, Gedanken formen sich aus dem Biographischen und Landschaftsbilder dienen als optische Wahrnehmungen „zwischen Himmel und Erde“. Labhart zeigt den „Menschen als Mitproduzenten der Welt“, wie es Ott ausdrückte. Den Anspruch einer umfassenden Dokumentation zum Thema Anthroposophie hat der Film nicht, er ist sicher auch kein „Lehrfilm“ über Anthroposophie. Aber er birgt Vorbilder und lässt Fragen entstehen, die Orientierung für eigene Lebensfragen und Wertvorstellungen geben können. Ein Begleitheft liefert sehr gute weitere Informationen zum Thema. End/nna/wil Link: www.zwischenhimmelunderde.ch, www.mindjazz-pictures.de Bericht-Nr.: 100316-01DE Datum: 16. März 2010 © 2010 News Network Anthroposophy Limited (NNA).

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