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Goetheanum

Fachbibliothek Heilpädagogik wird in Goetheanum-Bibliothek integriert

Seit Oktober 2018 werden die rund 7000 Titel der Fachbibliothek Heilpädagogik und Sozialtherapie des Anthroposophic Council for Inclusive Social Development in die öffentliche Goetheanum-Bibliothek integriert.

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DieDrei

DieDrei - Schwerpunkt: Erde, Mensch und Kosmos

Heft 10, 2018

Grundbegriffe des Landwirtschaftlichen Kurses - Die Hierarchie der schöpferischen Denkkräfte - Das leibfreie Bewusstsein in der Meditation

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Freunde der Erziehungskunst

Die Vereinfachte Ausgangsschrift war eine Katastrophe

»Worin bestand in George Orwells Roman 1984 der erste Akt der Rebellion gegen Big Brother? Winston Smith suchte sich in seiner Wohnung einen Winkel außer Reichweite des Überwachungsmonitors, holte einen alten Füllfederhalter aus dem Versteck und begann den totalitären Schrecken in ein Tagebuch zu schreiben …« So endet das Buch von Maria-Anna Schulze Brüning und Stephan Clauss.

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Newsletter Februar 2017

100 Jahre „Von Seelenrätseln“. Forschungsprojekt Denkbeobachtung – Andreas Meyer 1963-2016 – Hartmut Rosa über Achtsamkeit – „Cognitive Yoga“ von Jesaiah Ben Aharon – Hinweise – Schluss von Michael Bauer.

Von: Anna-Katharina Dehmelt und Terje Sparby.

Vor 100 Jahren erschien Rudolf Steiners Buch „Von Seelenrätseln“. Es enthält eine philosophisch-anthroposophische Untersuchung über das Bewusstsein: unserem gewöhnlichen Gegenstandsbewusstsein liegt eine andere Bewusstseinsform zugrunde, die nicht von der Welt getrennt ist, sondern sich eins mit der Welt erkennt, erlebt und ergreift. Die Begründung eines solchen schauenden Bewusstseins ist das Thema des Buches. Dabei geht Steiner in diesem Buch nicht von der theosophischen Überlieferung aus, sondern von seiner Gegenwart und deren in der philosophischen Tradition stehenden Nachdenken über das Bewusstsein. Leider ist es viel zu wenig bekannt – vielleicht kann sein hundertster Geburtstag daran etwas ändern. Das Goetheanum widmet dem Geburtstag eine Tagung.
Das schauende Bewusstsein kann durch Übung allmählich entwickelt werden – ein solches Üben ist (anthroposophische) Meditation. Aber auch das gewöhnliche Bewusstsein kann sich davon überzeugen, dass es zum schauenden Bewusstsein veranlagt ist. Diesbezüglich verweist Steiner ganz am Ende des Buches auf die Anregung von Franz Brentano, psychologische Laboratorien einzurichten, in denen das Bewusstsein sich introspektiv untersucht.
Diese Anregung haben nun zwei junge anthroposophische Forscher aufgegriffen: der Philosoph und Schreiner Merijn Fagard und der Heilerziehungspfleger Wilhelm Humerez. Für ihr Projekt www.Denkbeobachtung.eu haben sie im Herbst des vergangenen Jahres eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, für die sie ihr Forschungsvorhaben in einer Broschüre vorgestellt haben  und mit der sie sich mittlerweile ermöglicht haben, sich ein Jahr mit dem Thema beschäftigen zu können. mehr
Wir wünschen dem Vorhaben alles Gute!

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Die anthroposophische Meditation hat verschiedene Aspekte. Einer davon betrifft die durchaus auch charakterliche Selbsterziehung, ein zweiter verbindet das Geistig-Seelische im Menschen mit dem Geistig-Seelischen der Welt und gibt damit der Seele Kraft und Sinn. Die oben beschriebene Bewusstseinserforschung dürfte als dritter Aspekt hinsichtlich der Verortung der anthroposophischen Meditation in den Praktiken verschiedener spiritueller Strömungen der originellste sein. Andreas Meyer hat diesen Ansatz Erkenntnisorientierte Meditation genannt.
Andreas Meyer ist am 18. Oktober 2016 nach mehrmonatiger schwerer Erkrankung 53jährig gestorben. mehr
Auch auf unserer Website gibt es unter den Facetten einen kleinen Text von Andreas Meyer

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Der Soziologe Hartmut Rosa , Professor in Jena ist, soweit man weiß, kein spirituell praktizierender Mensch und auch zur Anthroposophie gibt es keine Verbindungen. Bekannt geworden ist er durch seine Bücher über Beschleunigung, und in den Radar spirituell interessierter Menschen ist er durch sein Buch „Resonanz. Eine Soziologie der Weltbeziehung“ getreten. In diesem Buch entwickelt Rosa Resonanz als Gegenbegriff zur Entfremdung, die nicht nur durch die Beschleunigung, sondern durch zahlreiche kulturelle Faktoren und schon lange in vieler Hinsicht wirklichkeitsstiftend wirkt. Er möchte Resonanz als neues Paradigma eines gelingenden Lebens etablieren. Rosa tut das so anschaulich, dass die Lektüre seines Buches zwar nicht immer einfach, aber ausgesprochen anregend ist. Resonanz wird als Grundlage für eine stärkende Weltbeziehung formuliert, die sich der Welt nicht bemächtigt, sondern wie zu einem Gegenüber in Beziehung zu ihr tritt. Als solche ist Resonanz auch nicht verfügbar, sondern sie entsteht entlang individueller Resonanzachsen zur sozialen Umwelt, zu den Dingen und auch zu dem, was über dem Menschen steht.
Mit seinem Weltbezug und dem dahinter aufscheinenden Willen zur Weltverwandlung trifft Rosa zentrale Anliegen anthroposophischer Spiritualität. Eine schöne Besprechung seines Buches von Ralf Gleide findet sich in der Monatszeitschrift „Die Drei“ vom November 2016 .
Nun hat Hartmut Rosa am 27.10.2016 an der Universität Hamburg einen Vortrag mit dem Titel „Achtsamkeit und Selbstbezogenheit – eine Kritik aus gesellschaftspolitischer Sicht“ gehalten, den man auch nachhören und –sehen kann . Vortrag und die anschließende Diskussion sind im Dreieck von populärer Achtsamkeitsbewegung, anthroposophischer Meditation und philosophischem Gegenwartsdenken außerordentlich interessant. ...

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Im Herbst 2016 ist ein neues Buch von Yeshayahu (Jesaiah) Ben-Aharon, Gründer des Kibbutz Harduf in Israel mit dem Titel „Cognitive Yoga. Making Yourself a New Etheric Body and Individuality” im Verlag Temple Lodge Publishing auf englisch erschienen. Der norwegische Waldorflehrer Torbjorn Eftestol, Musiker, Pianist und Waldorflehrer stellt uns das Buch vor, Terje Sparby hat den Text übersetzt. ...

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Hinweisen möchten wir Sie gerne noch auf folgende Ereignisse und Veröffentlichungen:

Vom 7. bis 9. Juli 2017 findet am Goetheanum in Dornach eine große Meditationstagung unter dem Titel „Living Connections – Worldwide Perspectives on Anthroposophical Meditation“ statt.  Die Tagung ist hervorgegangen aus den Treffen der Goetheanum Meditation Initiative (wir berichteten mehrfach) und versammelt ein breites und internationales Spektrum der anthroposophischen Meditation. Es handelt sich um die „erste öffentliche Veranstaltung am Goetheanum, die sich ganz dem Thema Meditation widmet“ und sie ist als Einführung gedacht. Die Plena finden auf englisch statt, Simultanübersetzung ins Deutsche, Spanische und Französische sind möglich. Die Arbeitsgruppen finden in verschiedenen Sprachen statt. Interessant ist auch, dass mit dieser Tagung der intern immer wieder umstrittene Begriff „Anthroposophische Meditation“ endlich weltweit etabliert wird.
Die Website für die Tagung ist noch im Aufbau, aber Anmeldungen sind schon möglich. Ein Online-Reader enthält interessant Interviews mit Friedrich Glasl, Tho Ha Vinh, Joan Sleigh, Terje Sparby und Arthur Zajonc sowie einen Text von Robin Schmidt.

Vom 17. bis 19. März 2017 findet in Stuttgart der dritte Kongress mit dem Oberthema Meditation in Ost und West statt: „Meditation und Selbsterkenntnis. Perspektiven einer spirituellen Psychologie in Ost und West“. Mitwirkende sind wie in den Vorjahren Rudi Ballreich, Corinna Gleide, Christoph Hueck, Andreas Neider, Thich Duc Tin und Volker Zotz, neu hinzukommen dieses Jahr Ludger Beckmann und Alexandra Falk-Gierlinger.

Der von Rudi Ballreich produzierte Film „From Business to Being“ von Hanna Henigin und Julian Wildgruber über Meditation im Wirtschaftsleben ist nun seit 2. Februar in ausgewählten deutschen Kinos zu sehen. Dort wird er angekündigt als „Dokumentarfilm über die Fallstricke der Arbeitswelt und welche Chancen es für Veränderungen gibt“.

Im Hinblick auf die lebensförderliche Wirkung von Meditation möchten wir gerne auf die schöne Website „Achtsam Werden“ von Harald Haas und Theodor Hundhammer hinweisen. Dort findet sich ausführliches Material zu drei klassischen anthroposophischen Übungsprogrammen: den Nebenübungen, dem achtgliedrigen Pfad und den Übungen „Nervosität und Ichheit“.

Die Monatszeitschrift Die Drei hat ihre Reihe zu Steiners Schulungsbuch „Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten“ bis in’s erste Heft des Jahres 2017 fortgesetzt. Das ganze Jahr 2016 hindurch gab es fast jeden Monat einen Artikel, nur im Oktober nicht: stattdessen schrieb dort Andreas Neider über die Stufenleiter der Mönche, die viele Aspekte von Steiners Gliederung der Bewusstseinsstufen in Imagination, Inspiration und Intuition vorwegnimmt. Die Artikel können alle im Archiv von Die Drei gegen einen kleinen Kostenbeitrag heruntergeladen werden. Ab Ostern soll die Reihe mit dem Thema Meditation fortgesetzt werden.

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Wir schließen diesen Newsletter ab mit einem Wort von Michael Bauer, das Margareta Morgenstern in ihrer Biographie „Michael Bauer – ein Bürger beider Welten“ zitiert (S. 158). Michael Bauer war einer der ersten und treuesten Schüler Rudolf Steiners und blieb darin doch ganz eigenständig:

Die Fähigkeit zu meditieren ist das Mittel, „eine Schicht des eigenen Wesens zu erreichen, wo wir unsere moralisch-geistigen Kräfte erfrischen. Eine Verjüngung, ähnlich der Kräftigung, die ein Aufstieg in freie Bergeshöhe ist, eine Anstrengung, die eine Kräftigung im Gefolge hat. Treten gar Innenerlebnisse bedeutsamer Art hinzu, dann erfüllt sich die Seele mit Gefühlen und Impulsen unvergesslicher Art, deren Kraft langsam das Leben ergreift und unser ganzes Verhältnis zur Welt verändert.

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Zum gesamten Newsletter auf der Seite Institut für anthroposophische Meditation

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