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Junge Menschen laden von 28. Dezember bis 1. Januar dazu ein, am Goetheanum einen Raum zum Fragen, zum Üben und zum Staunen freizuhalten. Silvestertagung der Assoziative DREI zu EINS.

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Weil Ich und Welt Pole eines Ganzen sind, ist innere Entwicklung eine Quelle der Weltentwicklung. Sie beginnt in jedem von uns und je aufs Neue als ein inneres Geburtsgeschehen.

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Notfallpädagogischer Einsatz nach dem Erdbeben und Tsunami in Indonesien

Einen Monat ist es her, seit das verheerende Erdbeben und der dadurch ausgelöste Tsunami die indonesische Insel Sulawesi in die Katastrophe gestürzt haben.  Über 7.000 Menschen sind vermutlich gestorben, mehr als 10.000 Personen sind verletzt, hunderte werden unter den Trümmern eingestürzter Gebäude vermisst.

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NNA - Zwei Berichte zum Jubiläumsauftakt

1. Sonderzug nach Kraljevec wurde zur sozialen Plastik 2. Menschlichkeit als zentrales Thema Rudolf Steiners

Von: NNA - Berichterstattung

1.

Gespräche, Vorträge und Begegnungen ließen Impulse Steiners immer wieder neu lebendig werden - Als Auftakt zur Fahrt Eurythmie vor dem Kölner Dom Von NNA-Korrespondentin Edith Willer-Kurtz KÖLN/WIEN (NNA). Theoretisch ist der Zug in etwa drei Minuten zu Fuß zu durchqueren - praktisch braucht man 20 Minuten, denn ähnlich wie auf dem Dornacher Hügel birgt jeder Passant ein mögliches Gespräch. Mit diesem Zitat beschreibt ein Passagier des Rudolf Steiner Expresses die Stimmung auf der Fahrt von Köln nach Donje Kraljevec und zurück. 199 Passagiere hatten die Möglichkeit genutzt, mit dem vom Projektbüro „150 Jahre Steiner 2011“ konzipierten Sonderzug eine Geburtstagsfahrt zum Jubiläum den Spuren Rudolf Steiners zu folgen. Hinter dem Projektbüro verbirgt sich das rührige Jubiläumsduo Vera Koppehel und Stephan Siber, sie entwickelten die Idee und brachten zusammen mit dem früheren Bahnmanager Prof. Karl-Dieter Bodack den RS150 getauften Express auf die Schiene. Die Idee lag nah, war doch Rudolf Steiner in einer Bahnstation geboren, hatte viele Stunden seines Lebens in Zügen und Wartesälen verbracht und las unterwegs in wackligen Waggons seine Bücher und traf auch die Vorbereitungen für seine Vorträge meistens im Zug. Mit einer Performance mit dem Titel „Das Mysterium findet am Hauptbahnhof statt“ hatten Studenten der Alanus Hochschule Alfter den Auftakt zur Fahrt des Zuges in Köln am 24.Februar gestaltet und ihn auf den Namen Rudolf Steiner Express RS 150 getauft. Dabei kam es auch zu einer aufsehenerregenden Eurythmiedarbietung vor dem Kölner Dom. Wer sie verpasst hat, kann sie noch im Internet bewundern. Auch andere Eindrücke von der Reise sind im Web zu finden, zum Beispiel die 150 Zwerge, die aus 70 Kilo Ton im Zug plastiziert wurden oder auch das Lied, das die Interkulturelle Waldorfschule Mannheim am Bahnsteig zum besten gab. Auf vielerlei Weise traten die Passagiere in Verbindung mit den Impulsen, die Steiner in die Welt brachte. Ein Reisepass berechtigte zur Mitfahrt und zu den Besuchen aller Veranstaltungen. Die Passseiten Steiners auf der 2. und 3. Seite gedruckt, wirkten als bildhafte Verbindung. Der Inhaber des Reisepass war aufgefordert, „diesen immer bei sich zu tragen und durch neue Schriftzeichen und Zeichnungen beständig zu personalisieren“. Gestempelt wurde er während der Fahrt von Vera Koppehel persönlich. An mehreren Bahnstationen wurden die Reisenden mit Aufführungen begrüßt. Durchsagen forderten zum Aussteigen für das dargebotene Programm auf, so zum Beispiel organisiert von der Freien Hochschule Mannheim auf dem Bahnsteig. Vorträge und Lesungen begleiteten den Zug. Ob Textausschnitte von Steiner über das Zugthema in seiner Zeit, oder ein Vortrag von Prof. Karl-Dieter Bodack über die Entstehung des Interregio, auch des Clubwaggons, in dem die Reisenden gerne saßen. Bodack war jahrelang in der Planungsgruppe beim Vorstand der Deutschen Bundesbahn AG und Corporate Design tätig. Er entwarf nicht nur Konzeption und Design des Interregio, sondern führte in Teilen der Deutschen Bahn Elemente der Dreigliederung ein. Der Clubwagen des RS150 mit Echtholztischen, drehbaren Swingern, den Clubstühlen, anheimelnden Textilvorhängen, einem Klavier und einer hellen Facetten-Decke trug dazu bei, dass sich die Passagiere während der kleinen Veranstaltungen und bei den Gesprächen durchweg wohlfühlten. Oft waren in den privaten Gesprächen Überraschungen dabei: Da hatten zwei Menschen vor zig Jahren die gleiche Schule besucht – in diesem Fall die Freie Waldorfschule Uhlandshöhe - und hatten einander viel zu erzählen. Ein anderer erlebte intensives Zusammenwirken mit jemanden, den der Zuhörer gut kennt, so wird hier eine biographische Parallele entdeckt und dort im Zug ein neues Projekt entworfen. Von Waggon 1 aus war es, von dem die Webgeneration regelmäßig Beiträge zum Zuggeschehen im Netz postete. Hunderte von Bildern wurden digital gespeichert, da auch ausreichende Foto Shooter mit von der Partie waren. Die inneren Bilder, die durch die Begegnungen der Menschen erlebbar wurden, bildeten die eigentliche „Soziale Plastik“, die zum Kennzeichen des Zuges wurde. Wärme entstand und Offenheit zwischen den Menschen. Biographische Erzählungen, Austausch, Lieder und Lachen wurden lebendig auf der langen Reise und sie war lang, 12 Stunden allein der Rückweg von Wien nach Köln, dementsprechend sammelten sich viele Eindrücke. Als das Einprägsamste wurde wiederholt der Besuch in Kraljevec geschildert, dem Geburtsort Rudolf Steiners. Die Blaskapelle, der herzliche Empfang der Gemeinde, die ebenso erfreut war über so viele Angereiste von fern und nah in diesem doch so kleinen Dorf war bei Eiseskälte ein bedeutungsvoller Akt. Hier gab es auch ein Geburtstagslied und eine Torte zum Festakt. Ein interessantes geschmackliches Erlebnis bot die Kaffeejause im österreichischen Neudörfl, wo Wasser aus der Heilquelle Sauerbrunn angeboten wurde - Steinerkennern aus dem Quellwunder-Märchen bekannt und auch aus den Spaziergängen des Knaben Rudolf zur Quelle, wo er das Wasser für das Abendbrot der Familie schöpfte. Ein weiterer Höhepunkt der Reise war für die Passagiere auch der Aufenthalt in Wien, wo die Reisenden an der Geburtstagsmatinée in der Nationalbibliothek im Gebäude der Hofburg teilnahmen. (NNA berichtete, siehe „Menschlichkeit als zentrales Thema Rudolf Steiners“, 5. März 2011). Bei der Ausfahrt aus Wien wurde der Zug von singenden Waldorfschülern verabschiedet und trat die Heimreise nach Deutschland an. Auf der Rückreise stellten Kunstaktionen oder Stiftungen ihre Projekte vor. Die ´Projekt-Zeitung` wurde angeboten zum Kennenlernen. Das Vernissage-Themenheft „150 Jahre Rudolf Steiner 2011“, das sich mit Berichten zu Steiners Wohn- und Wirkstätten widmet und vielfältige Veranstaltungen im Jubiläumsjahr ankündigt, war zu erwerben, konnte auch im Abteil von außen nach innen dringen, wie es im Vortrag von Prof. Walter Kugler angesprochen worden war. Auch die kulinarische Ausstattung des Zuges RS150 mit dem vorbildlichen Catering tegut...bankett, dem Eventcaterer mit Bio- und Naturland-Zertifikation setzte nachhaltige Maßstäbe, serviert von jungen, engagierten, stets gut gelaunten Kellnern und Kellnerinnen im Speisewagen, der Minibar und im Clubwagen. So wurde die ungewöhnliche Zugreise sicherlich impulsgebend auch für weiteres bei den Passagieren. Denn eines wurde schnell deutlich: Im Rudolf Steiner Express RS150 hatten sich keine Kulturkonsumenten versammelt, sondern Menschen, die mit den Impulsen Steiners leben und einiges davon in ihrem Leben umsetzen. END/nna/wil Links: www.rudolf-steiner-2011.com/onair/, www.rudolf-steiner-2011.com, www.tegut-bankett.com Bericht-Nr.: 110305-02DE Datum: 5. März 2011 © 2011 News Network Anthroposophy Limited (NNA). ____________________________________ ____________________________________

2.

Festakte in Dornach und Wien zum 150. Jubiläum weisen auf Beitrag seines Werks für die Ethik der Menschheit hin – Lesung zur Biographie des Querdenkers Von den NNA Korrespondenten Wolfgang G. Vögele und Edith Willer-Kurtz DORNACH/WIEN/PRAG (NNA). Das letzte Februarwochenende stand in vielen Ländern im Zeichen des 150. Geburtstags von Rudolf Steiner. Medienberichten zufolge fanden ca. 200 Veranstaltungen in 25 Ländern statt, mit denen auf Leben und Werk des österreichischen Querdenkers aufmerksam gemacht wurde. Im deutschsprachigen Raum waren es – neben der Ausstellung „Kosmos Rudolf Steiner“, die noch bis zum 22. Mai in Stuttgart zu sehen ist - vor allem die beiden Festakte an den zentralen Lebensorten Steiners Dornach und Wien, mit denen Steiner geehrt wurde. An der Matinée in der Nationalbibliothek in der Wiener Hofburg, die unter der Schirmherrschaft des österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer stand, nahmen auch die Reisenden des Rudolf Steiner Express teil. Der Jubiläumszug mit dem Namen RS 150 war vom Projektbüro „150 Jahre Steiner 2011“ konzipiert und in die Tat umgesetzt worden. Er folgte den Spuren Steiners bis hin zum Geburtsort Donje Kraljevec. Mit einem zweistündigen Festakt vor internationalem Publikum feierte das Goetheanum in Dornach den 150. Geburtstag seines Gründers. Schon vor Beginn der Feier, die unter der Leitfrage „Menschlichkeit heute?“ stand, hatten sich lange Warteschlangen gebildet. Der rund 1000 Sitzplätze fassende Große Saal war überfüllt, viele Besucher mussten stehen oder anderweitig Platz finden. Prominente Gäste aus Kultur, Politik, Wirtschaft, unter ihnen der ehemalige deutsche Innenminister und Mitbegründer der Grünen, Otto Schily und der Schweizer Unternehmer Rolf Soiron, saßen auf dem Podium. Paul Mackay, Vorstandsmitglied des Goetheanum, zeigte sich erfreut über die öffentliche Aufmerksamkeit, die Steiner zur Zeit in den Medien genieße. Menschlichkeit sei das zentrale Thema der Anthroposophie, die Steiner nicht zufällig als „Bewusstsein meines Menschentums“ charakterisiert habe, betonte Paul Mackay. So charakterisierte er beide Festredner als vom Zeitenschicksal geprägt, das sie auch angenommen hätten: Otto Schily als umstrittener Anwalt der RAF-Terroristen und deutscher Innenminister in der Zeit der Anschläge des 11. September. Tho Ha Vinh, Ausbildungsleiter des Internationalen Roten Kreuzes, sei Buddhist und Anthroposoph zugleich, was zeige, dass Bekenner der verschiedensten Weltreligionen aktive Anthroposophen sein könnten. Tho Ha Vinh hob in seiner Rede hervor, im Mitmenschen habe man immer das Werdende zu erkennen, auch wenn er Fehler mache. Symbolisch komme diese Haltung in der in Asien verbreiteten Begrüßungsgeste zum Ausdruck, zu der vietnamesische Buddhisten innerlich die Worte sprechen: „Ich schenke dir eine Lotosblüte, der du ein werdender Buddha bist“. Menschsein sei kein Zustand, sondern ein mit Risiken behafteter Werdeprozess, für den jeder einzelne verantwortlich sei. Er schilderte Erlebnisse bei Gefängnisbesuchen im Dienste des Roten Kreuzes, die ihm zeigten, wie man auch den Verbrecher als Menschen ansprechen könne. Diese Erfahrungen stimmten mit den Aussagen Steiners überein, etwa im ersten Mysteriendrama, in dem „der Mensch, der sich im Menschen findet“ an entscheidender Stelle zu finden sei. Menschlichkeit sei untrennbar mit einem Menschenbild verknüpft. Das Bekenntnis zur Würde des Menschen sei jedoch keine exklusiv jüdisch-christliche oder abendländische Einsicht, sondern habe Anhaltspunkte in unterschiedlichen Religionen oder Kulturen. Steiners Ethik bilde eine Brücke zwischen dem Einzelnen und der Menschheit. Das „Erwachen am Seelisch-Geistigen des anderen Menschen“ sei eine zentrale Aufgabe für jeden Anthroposophen. Otto Schily führte aus, man könne die Geschichte der Menschheit auch als Geschichte der Unmenschlichkeit begreifen, wenn man an Kriege, Verfolgung Andersdenkender, Kreuzzüge, Inquisition und Folter, an die totalitären Systeme des 20. Jahrhunderts oder an den heutigen Terrorismus denke. „Liegt das Böse in der Natur des Menschen?“, fragte er. Der Philosoph Hobbes habe zwar gesagt: „Der Mensch ist ein Wolf für den Menschen“, aber er habe diesen Satz auch relativiert, was meist nicht zitiert werde: „Der Mensch ist ein Gott für den Menschen“, sobald er nämlich in gesellschaftliche Spielregeln eingebunden werde, Es gehöre zu den Grundlehren der Anthroposophie, dass die Gedanken von heute die Taten oder Untaten von morgen seien. Steiners Warnung von 1919 sei ungehört geblieben und habe sich in fürchterlicher Weise erfüllt: „Lassen Sie drei Jahrzehnte noch so gelehrt werden, wie an unseren Hochschulen gelehrt wird...dann haben Sie nach 30 Jahren ein verwüstetes Europa.“ Am anschließenden Podiumsgespräch, moderiert durch Bodo von Plato, beteiligten sich außer den beiden Festrednern u.a. auch das Mitglied des Europäischen Parlamentes Gerald Häfner und Dr. Rolf Soiron, vormals Präsident der Universität Basel, derzeit einer der wichtigsten Wirtschaftsführer der Schweiz. Gerald Häfner wies auf die Gefahren hin, die daraus entstünden, wenn man Menschlichkeit nur im unmittelbaren Umkreis pflege („Eichmann-Syndrom“), heute sei globales Denken unverzichtbar. Auch Tho Ha Vinh betonte, das „Wir-Bewusstsein“ sei die Grundvoraussetzung für das Überleben der Menschheit. Soiron erinnerte daran, dass schon Wilhelm Röpke, einer der Väter der sozialen Marktwirtschaft und ein Denker der civitas humana, auf die Gefahren einer Dominanz des Marktes über den sozialen Gedanken und die Menschenrechte hingewiesen habe. Leider werde die Realwirtschaft noch immer von der Finanzwirtschaft dominiert. Schily argumentierte, Demokratie solle allen, nicht nur der Wirtschaft, dienen. Aber er sei optimistisch, dass sich überall demokratische Strukturen durchsetzen würden. Er wies auf den rapiden gesellschaftlichen Wandel in den arabischen Staaten hin. Die neuen sozialen Gemeinschaften im Internet, die diesen Wandel beschleunigt hätten, seien zwar nicht gefahrlos, aber er sehe auch deren basisdemokratische Möglichkeiten. Demokratie, so Häfner, sei ein unmittelbares Ergebnis der Menschenwürde. Vereinbarungen sollten auf Augenhöhe stattfinden. „Wir suchen eine Grammatik der Menschlichkeit“. Steiners „soziales Hauptgesetz“ sei gerade heute aktueller als jemals. Soiron äußerte die Überzeugung, Steiner habe eine der möglichen „Landkarten“ gegeben, die wir heute brauchen. Aber auch andere Denker wie etwa Teilhard de Chardin, Sri Aurobindo, C.G. Jung hätten geistige Orientierungshilfen gegeben. Tho Ha Vinh meinte abschließend, jede soziale, wirtschaftliche und politische Aktivität bedürfe eines Menschenbildes. Gerade das Goetheanum, für das Steiner die Statue des Menschheitsrepräsentanten schuf, vermittle wichtige Impulse, über den Zusammenhang von Menschenbild und Menschenwürde nachzudenken. Steiner verbinde die Frage nach der Menschlichkeit und Menschen-Verständnis mit der Frage nach Menschenerkenntnis. Unsere Zeit verhindere und ermögliche menschliche Verhältnisse. Die Entscheidung liege zunehmend beim Einzelnen. Der mit Musik und Eurythmie umrahmte Festakt erhellte die gesellschaftliche, lebenspraktische und spirituelle Dimension der Frage nach dem Menschlichen und stellte dar, wie gerade Anthroposophie all diese Dimensionen anspricht. Ein Empfang in der Wandelhalle schloss sich an, während in den anschließenden Räumen Szenisches aus Steiners Mysteriendramen und Lesungen aus seiner Autobiographie dargeboten wurden. Zur Geburtstagsmatinee für Rudolf Steiner in der österreichischen Nationalbibliothek in der Wiener Hofburg hieß Wolfgag Schaffer von der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft in Österreich über 400 geladene Gäste willkommen. Zentrales Anliegen des Festaktes sei es, Steiners Beitrag für die Menschlichkeit und Menschheit einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen“, sagte er. Mitveranstalter des Festakts in Wien waren das Rudolf Steiner Archiv Dornach sowie zwei Verlage. Cellist Rudolf Leopold sorgte mit einer Solosonate eines Zeitgenossen Steiners, Paul Hindemith, für eine festliche Umrahmung. Anwesend waren auch 199 Reisende aus dem Rudolf Steiner Express, die mit dem Sonderzug aus Steiners Geburtsort Donj Kralejevec nach Wien gekommen waren. Prof. Dr. Walter Kugler vom Rudolf Steiner Archiv und Professor an der Oxford Brookes University stellte in seinen humorvollen Schilderungen an Beispielen von „Verrückungen“  Steiners Denken in den Raum. Der Schmetterling sei wie der menschliche Gedanke, anders gesehen sei er wie die von der Erde befreite Pflanze. Dazu setzte er die Empfehlung Steiners, der Mensch möge nur das für wahr halten, „wozu unser eigenes Denken uns zwinge“. Dabei würde der Mensch wie auf sich selbst zurückgeworfen, neu werde ihm die Frage nach dem eigenen Engagement im Leben gestellt. In Interpretationen von einer Wandtafelzeichnung Steiners band Kugler die Frage ein, die beim Betrachten auftauche: “Bin ich das, was ich denke oder denke ich, was ich bin?“ Das führte er weiter zu der Umkehrung von innen und außen nach dem Motto „was innen war, gehe nach außen“. „Willst Du die Welt erkennen, blick ins eigene Innere; willst du dich selbst durchschauen, schau in die Welt.“ zitierte er Steiner. Tobias Richter stellte im Anschluss das Buch „Wiener Dialoge. Der österreichische Weg der Waldorfpädagogik“ vor, als dessen Leitmotiv er den Dialog bezeichnete. Es vereine Freiheit mit Verbundensein, dargestellt wie eine Komposition. Dialogfähigkeit sei ein Übungsfeld, die Waldorfschulen trügen dazu bei, dies zu üben. Autor Wolfgang Zumdick las Ausschnitte aus seinem neuen Buch: „Rudolf Steiner in Wien, die Orte seines Wirkens“. Ausgesucht hatte er das Kapitel „Der möblierte Herr“, in dem die Zeit der ersten eigenen Wohnung von Rudolf Steiner in der Kolingasse 5 beschrieben wird. Die Zuhörer erfuhren, dass in dieser Zeit der eigene Schreibtisch wohl das wichtigste für Steiner gewesen war. Dennoch habe sich sein Leben auch in der Öffentlichkeit abgespielt, wo er zwischen Universität, Bibliothek, Kaffeehaus und den geräumigen Wohnungen der Freunde hin und her gependelt sei. Allenfalls in den arbeitsreichen Nächten habe er die eigene Wohnung genutzt. Als besonders produktiven Lebensort beschrieb Zumdick das Wiener Café Griensteidl. Dort schrieb Steiner mit den „Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung“ sein erstes Buch. Facettenhaft tauchten in Zumdicks Lesung auch Bilder und Geschehnisse auf vom Bahnhof Neudörfl, dem Bau der Wiener Ringstraße, von Steiner als Bibliothekar und seinen Begegnungen mit Professoren. Im Anschluss an die Matinée hatten die Gäste bei einem Empfang mit Butterbroten und Säften aus biodynamischer Produktion Gelegenheit zum Austausch. Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltungen zum Jubiläum in Wien wird auch die Ausstellung „Rudolf Steiner - Die Alchemie des Alltags“ sein, die vom 22.Juni bis zum 25.September im MAK, dem Österreichischen Museum für angewandte Kunst zu sehen sein wird. Fast zeitgleich (16.6.- 12.9.) zeigt das DOX Center for Contemporary Art in Prag den anderen Teil der Doppelausstellung „Rudolf Steiner und die Kunst der Gegenwart“. END/nna/vog/wil/ung Ein Überblick über die bisherigen Publikationen zum Steiner-Jubiläum findet sich unter: http://www.rudolf-steiner-2011.com und www.anthromedia.net Bericht-Nr.: 110305-01DE Datum: 5. März 2011 © 2011 News Network Anthroposophy Limited (NNA).

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