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Wir üben UnsICHerheit

Junge Menschen laden von 28. Dezember bis 1. Januar dazu ein, am Goetheanum einen Raum zum Fragen, zum Üben und zum Staunen freizuhalten. Silvestertagung der Assoziative DREI zu EINS.

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Verantwortung

Weil Ich und Welt Pole eines Ganzen sind, ist innere Entwicklung eine Quelle der Weltentwicklung. Sie beginnt in jedem von uns und je aufs Neue als ein inneres Geburtsgeschehen.

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Freunde der Erziehungskunst

Notfallpädagogischer Einsatz nach dem Erdbeben und Tsunami in Indonesien

Einen Monat ist es her, seit das verheerende Erdbeben und der dadurch ausgelöste Tsunami die indonesische Insel Sulawesi in die Katastrophe gestürzt haben.  Über 7.000 Menschen sind vermutlich gestorben, mehr als 10.000 Personen sind verletzt, hunderte werden unter den Trümmern eingestürzter Gebäude vermisst.

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Rio+20-Konferenz

Die Rio+20-Konferenz soll die Weichen stellen für den Biolandbau

Von: Ania Biasio

Um die Ernährung der Menschheit zu sichern, braucht es einen fundamentalen Kurswechsel in der globalen Agrar- und Ernährungspolitik, hin zu einer nachhaltigen ökologischen Landwirtschaft und einem entsprechenden Konsum-Verhalten. Die UNCSD-Konferenz Rio+20 vom Juni 2012 zu den Themen Grüne Wirtschaft und Gouvernanz soll dafür die Weichen stellen und neue Ziele setzen.

Die Land- und Ernährungswirtschaft bildet einen Grundpfeiler der Grünen Wirtschaft, erklärte François Pythoud, Leiter des Frachbereichs Internationale nachhaltige Landwirtschaft des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW) anlässlich eines Podiumsgesprächs von Biovision, der Stiftung für ökologische Entwicklung, Ende Januar in Bern. Das BLW vertritt laut Pythoud zudem den Standpunkt, dass mit diversen Landwirtschaftstypen, die auf Familienbetrieben aufbauen, Ziele in den Bereichen Effizienz, Stabilität und ländliche Entwicklung in den meisten Ländern am besten erreicht werden können. „Eine Grüne Wirtschaft die den Namen verdient“, zeigte sich Andreas Schriber, CEO von Biovision, überzeugt, „ist im Kontext der nachhaltigen Entwicklung und Armutsbekämpfung nur auf der Basis einer ökologischen Landwirtschaft zu erreichen.“ 

Biolandbau bietet Potenzial 

„Es ist undifferenziert und falsch, wenn Agrofirmen den Biolandbau als „Technik von vor fünfzig Jahren“ bezeichnen oder wenn Paul Collier, ehemaliger Weltbank-Agrarspezialist, solche Strategien am WEF in Davos als „Bioromantik“ bezeichnen“, erklärte Urs Niggli, Direktor des Forschungsinstituts für Biologischen Landbau. „Vielmehr haben wir es beim Biolandbau mit einer Kombination einer produktiven Landwirtschaft, welche natürliche und lokale Ressource effizient nutzt, ohne sie zu verbrauchen, und einer gezielten Anwendung der besten modernen Techniken zu tun.“ 

„Die Züchtungsprogramme, welche auf der Gentechnik basieren, dienen den Bauernfamilien nicht“, zeigte sich Niggli überzeugt: „Sie sind teuer, erlauben dank Patentierung höhere Lizenzgebühren für Saatgutfirmen und beschleunigen die weitere genetische Verarmung durch die Dominanz von Arten und Sorten mit einseitig wirtschaftlichen Vorteilen“, erklärte er. „Zur Hunger- und Armutsbekämpfung leistet der Einsatz von genetisch veränderten Organismen keinen positiven Beitrag“, bestätigte Angelika Hilbeck vom Institut für Integrative Biologie der ETH Zürich. „Im besten Fall hatte deren Einführung bis anhin keinen Einfluss auf die Situation der Menschen, in einigen Ländern verschärfte sich die Situation sogar, beispielsweise in Argentinien und Brasilien.“ 

IPCC als Vorbild 

Bereits 2008 betonte der Weltagrarbericht IAASTD (International Asessment of Agricultural Knowledge, Science, Technology for Development), der von rund 400 Expertinnen und Experten erarbeitet und von 60 Regierungen angenommen wurde, dass Kleinbäuerinnen und Kleinbauern zentrale Akeure sind, um eine nachhaltige Landwirtschaft zu realisieren. Wird die nachhaltige Landwirtschaft gefördert, trägt das ebenfalls in hohem Masse zur Bekämpfung der Armut bei, unterstrich Markus Giger, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Interdisziplinären Zentrums für Nachhaltige Entwicklung und Umwelt (CDE) der Universität Bern. 

Im Hinblick auf die Konferenz Rio+20 fordert deshalb Biovision mit über hundert anderen internationalen Nichtregierungs-Organisationen, dass Landwirtschaft dort als zentrales Thema behandelt wird. Eine internationale Organisation wie das UNO-Umweltprogramm (UNEP) oder die Ernährungs- und Landwirtschafsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) soll mit der Umsetzung der Resultate des Weltagrarberichts beauftragt werden. Zudem soll ein breit zusammengesetztes Gremium aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft entsprechend dem Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) regelmässig das neuste Wissen und wissenschaftliche Erkenntnisse im Bereich Landwirtschaft überprüfen. 

Zugang zu Wissen schaffen 

Was gemäss FiBL-Direktor tatsächlich fehlt, ist der Zugang zu dem umfassenden agrarökologischen Wissen, welches Forscher, Beraterinnen und Landwirte in den letzten dreissig Jahren entwickelt und in gewissen Regionen der Welt teilweise umgesetzt haben. Denn dieses Wissen könne die Erträge steigern, ohne dass die Bäuerinnen und Bauern sich mit teuren Düngern, Pestiziden und Saatgut verschulden. Viele Studien und konkrete Umsetzungsprojekte in Entwicklungsländern belegen dies und werden in Rio auch in unterschiedlichster Form präsentiert, um einen Kurswechsel in der Landwirtschaftspolitik zu fordern.

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Wissensverbreitung für ökologische Landwirtschaft in Afrika 

 Das „Farmer Communication Programme“ von Biovision in Afrika umfasst die Bauernzeitung The Organic Farmer (TOF Magazine), eine Radiosendung für Bäuerinnen und Bauern (TOF Radio) sowie eine Online-Datenbank mit praktischem Wissen zu ökologischer Landwirtschaft (Infonet-biovision.org). Damit werden in Kenia, Tansania, Uganda und Äthiopien vier Millionen Kleinbäuerinnen und Kleinbauern erreicht. Durch die anwendungsorientierte Wissensverbreitung zu ökologischer Landwirtschaft, Krankheitsprävention, Naturschutz und Einkommensförderung werden Ernährungssicherheit und Lebensumstände für viele Menschen in Ostafrika nachhaltig verbessert.

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 Medienmitteilung als PDF

 

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Kontakt

Ania Biasio
 Kommunikation & Kampagnen
 a.biasio@biovision.ch
, Tel. +41 44 341 97 18 

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