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Junge Menschen laden von 28. Dezember bis 1. Januar dazu ein, am Goetheanum einen Raum zum Fragen, zum Üben und zum Staunen freizuhalten. Silvestertagung der Assoziative DREI zu EINS.

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Rudolf Steiner Verlag

Verantwortung

Weil Ich und Welt Pole eines Ganzen sind, ist innere Entwicklung eine Quelle der Weltentwicklung. Sie beginnt in jedem von uns und je aufs Neue als ein inneres Geburtsgeschehen.

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Freunde der Erziehungskunst

Notfallpädagogischer Einsatz nach dem Erdbeben und Tsunami in Indonesien

Einen Monat ist es her, seit das verheerende Erdbeben und der dadurch ausgelöste Tsunami die indonesische Insel Sulawesi in die Katastrophe gestürzt haben.  Über 7.000 Menschen sind vermutlich gestorben, mehr als 10.000 Personen sind verletzt, hunderte werden unter den Trümmern eingestürzter Gebäude vermisst.

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Samen der Liebe zum Blühen bringen

Stiftung Pro Humanus aktiv gegen Armut und für Bildung in Lima

Von: NNA - Berichterstattung

Traumreise Lateinamerika  5. Bericht

Ruth Zbinden ist eine Waldorflehrerin aus der Schweiz, die vor kurzem in Pension gegangen ist. Nun erfüllte sie sich einen Traum: Mit dem Frachtschiff ist sie nach Mittelamerika gereist, wo sie mindestens ein Jahr lang unterwegs sein wird. Im Mittelpunkt ihrer Reise steht die Mitarbeit in humanitären Projekten. NNA hat sie viele interessante Reportagen von dieser Tour versprochen. Nach einem längeren Aufenthalt in Ecuador, wo sie in einer kleinen Schule hoch in den Anden als Freiwillige der Organisation cielo azul gearbeitet hat (siehe Link unten), und einer touristischen Etappe, auf den Galapagos-Inseln, die sie in ihrem letzten Bericht beschrieben hat, meldet sich Ruth Zbinden jetzt aus der peruanischen Hauptstadt Lima. Hier traf sie auf die Organisation Pro Humanus.

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LIMA (NNA). Der Anflug auf Lima – ich kam von Quito in Ecuador – war
beeindruckend: Links grüßte die Cordillera Blanca, die schneebedeckte
Andenkette, und rechts der Pazifik. Je näher wir Lima kamen, umsomehr deckte
eine dicke Wolken- und Dunstdecke die Landschaft. Hier ist nämlich Winter und somit ist es ganz grau an der Küste.

Am Boden erschreckte mich zunächst das Verkehrsgewimmel in der 12 Mio.-Stadt Lima und ich war froh über die Ruhe und Freundlichkeit meines Taxichauffeurs.

Touristen verbringen meistens nur eine Nacht in Lima, dann geht es weiter zu
den berühmten Städten wie Nasca, Arequipa, Cusco und den Titicacsee. Ich
hielt mich vier Wochen in Lima auf, weil ich bei der Stiftung Pro Humanus
mithelfen wollte. Zwischen den Besuchen in den Projektdörfern wohnte ich in
Miraflores, einem ruhigen Quartier am Meer. Die Kontraste kann man sich
nicht größer denken! In den vornehmen Hochhäusern wohnen Menschen der dünnen Oberschicht, ein Luxusquartier, das auch in jeder europäischen Stadt stehen könnte.

Das Stadtzentrum ist weitläufig und alles andere als schön. Erschreckend
sind dann die riesigen Außenbezirke, die sogenannten jungen Dörfer. Dort
hausen Millionen von Menschen, die vom Land in die Stadt geflüchtet sind mit
der Hoffnung, dort ein besseres Leben führen zu können.

In dieser Riesenstadt begegnete ich dann drei tüchtigen Frauen: Bettina, die
umtriebige Koordinatorin aus Deutschland, aber schon manches Jahr in Peru
tätig, Rocío, die erfahrene Kindergärtnerin der Waldorfschule Lima sowie
Lyggía, die künstlerisch begabte Klassenlehrerin und Gründungsmitglied der
Michael-Schule in Lima. Zusammen gründeten sie die Stiftung Pro Humanus.

Sie setzt dort an, wo die menschlichen Seelen am dringendsten Hilfe
brauchen, wo Erziehung und Schulbildung nicht mehr stattfinden und wieder
sichergestellt werden müssen. Aber es wird auch geholfen beim Bau von
Häusern und es werden Medikamente verteilt.

Ein Beispiel für die Arbeit der Stiftung war das starke Erdbeben in El
Carmen/Chincha, 200km südlich von Lima, im August 2007, das viele der aus
einfachen Lehmziegeln gebauten Wohnungen einstürzen ließ. Im Dorf El Carmen leben vor allem in der Landwirtschaft tätige Familien, die arm sind und
keine soziale und finanzielle Absicherung haben.

Viele Helfer aus aller Welt waren rasch zur Stelle, um behelfsmäßige
Unterkünfte und Nahrung zu organisieren. Pro Humanus war auch dabei, sah
aber die seelische Not der Menschen, besonders der Kinder. Die Schule
funktionierte zwar bald wieder, konnte den Kindern aber kaum helfen, die
Schrecken des Bebens zu verarbeiten. Da setzten die drei Frauen tatkräftig
ein. Sie gründeten eine "escuela itinerante", eine Wanderschule. Bepackt mit
Musikinstrumenten, Bastelmaterial, Mal- und Zeichenstiften sowie Papier
gingen sie in verschiedene Dörfer. Bettina lud die Kinder des Dorfes ein,
indem sie Geige spielend durch das Dorf zog, worauf viele ihr folgten.

In El Carmen war die Arbeit besonders erfolgreich. Ich kam gerade zur
rechten Zeit um mitzuerleben, wie nach monatelanger, regelmäßiger Arbeit
eine Abschlussfeier vorbereitet wurde. Obwohl sich die 30 Kinder nur einmal
pro Woche trafen, konnten sie einige einfache Lieder auf der Flöte spielen.
Sie haben Kasperlifiguren modelliert, angemalt und bekleidet und gruppenweise Theaterstücke eingeübt. Sie haben auch viel gezeichnet und Geschichten geschrieben.

Auch den Eltern wurde geholfen, die sich Sorgen machten, ihren Kindern kein
Spielzeug bieten zu können. So wurden anschließend an die Freitags-Schulstunden, beim Licht einer einzigen Glühbirne, Bälle, Wolltiere und sogar Puppen gestrickt und genäht. Eindrücklich für mich war, dass die Frauen beim Abschlussgespräch hervorhoben, dass trotz des Erdbebens, das ihnen das Wenige, das sie besessen haben, geraubt hat, eine so reiche Arbeit entstanden ist.

Geplant ist nun, diese Arbeit in irgendeiner Form weiterzuführen, z.B. in einer Sommer-Ferien-Schule. Denn Ferien, wie wir das verstehen, kennen diese Familien natürlich nicht.

Groß war die Freude der Kinder und der anwesenden Eltern bei der Schlussfeier. Die Kinder haben sich gruppenweise in der vorhergehenden Woche zusammengefunden und die Theaterstücke vorbereitet. Diese handelten von Freundschaft, Freude und natürlich von der Liebe! Die Samen für diese Liebe musste Pro Humanus nicht bringen, sie waren und sind in diesen Menschen vorhanden. Aber es wurde mit geholfen, sie zum Wachsen und Blühen zu bringen.

In einer anderen Familie konnte ich ein weiteres Beispiel für die Hilfsaktionen von Pro Humanus miterleben. Hier ging es um den Einsatz auf der Kinderkrebsstation im Krankenhaus Rebagliati in Lima, den die Frauen seit einem Jahr leisten.

Eine gewaltige Erschütterung durchfährt eine Familie, wenn einem Kind die
Diagnose Krebs gestellt wird. Obschon auch in Peru die Heilungschancen recht
groß sind, gilt es, eine sehr schwierige Zeit durchzustehen, geprägt von der
Angst, das Kind früher oder später zu verlieren. Im Krankenhaus Rebagliati
liegen ungefähr 20 Kinder verschiedenen Alters. Am Bett eines jeden sitzt
ein Familienmitglied. Den Erwachsenen fällt es aber oft noch schwerer als
dem Kind, mit der Krankheit umzugehen.

Ein anthroposophischer Arzt, in Zusammenarbeit mit Onkologen, erkannte die
Not dieser zutiefst aufgewühlten Menschen. Deswegen gehen Bettina und Lyggía einmal pro Woche in das Spital, bringen einige Kinder ins Spielzimmer,
setzen sich ans Bett und lesen, erzählen, malen, zeichnen, musizieren, wie
es gerade dem Zustand des Patienten entspricht. So wird durch Kreativität
Lebensfreude und normales Leben in den eintönigen Klinikalltag gebracht, der
vor allem durch Chemotherapien geprägt ist.

Gespräche mit den Angehörigen sind möglich, denen das Lachen der Kinder
wieder Hoffnung gibt. Andere Personen betreuen die Kranken an zwei weiteren
Tagen. Bettina erzählte mir von einem sechs Monate alten blinden Säugling,
der an einem Hirntumor leidet. Berührt vom Klang der Violine begann das
kleine Kind sich freudig zu bewegen und das Gesicht hellte sich auf. Die
Mutter an seiner Seite war tief beeindruckt, wie dieses schwerstkranke Kind
sichtlich bewegt war vom Klang der Musik. Eine Hoffnung erwacht, die über
den irdischen Lebensweg hinaus geht.

Nicht jeder Mensch hat die Kraft wie meine drei Gesprächspartnerinnen, sich
so aufopfernd über lange Zeit in den Dienst benachteiligter Menschen zu
stellen. Ich bin aber überzeugt, dass auch mitfühlende Gedanken von uns
allen helfen können, dass sie ihre Aufgabe fortführen können. Und natürlich
auch Spendengelder aus unseren so viel reicher ausgestatteten
Heimatländern...

END/nna/rzb

Links: www.cieloazul.ch, www.prohumanus.org _____________________

Spenden:


GLS Gemeinschaftsbank Bochum, Zukunftsstiftung Entwicklungshilfe, Kontonr.
12 33 00 10, BLZ 430 609 67, SWIFT, BIC: GENODEM 1 GLS, Verwendungszweck:
Pro Humanus F 344 (bitte immer angeben)

Freie Gemeinschaftsbank Basel, zu Gunsten ACACIA Fonds fuer
Entwicklungszusammenarbeit Basel, CH 93 0839 2000 0040 08006, Postcheck
Konto 40-963-0,
Verwendungszweck: Pro Humanaus Peru (bitte immer angeben)

Bericht-Nr.: 090924-02DE Datum: 24. September 2009

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