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Wir üben UnsICHerheit

Junge Menschen laden von 28. Dezember bis 1. Januar dazu ein, am Goetheanum einen Raum zum Fragen, zum Üben und zum Staunen freizuhalten. Silvestertagung der Assoziative DREI zu EINS.

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Weil Ich und Welt Pole eines Ganzen sind, ist innere Entwicklung eine Quelle der Weltentwicklung. Sie beginnt in jedem von uns und je aufs Neue als ein inneres Geburtsgeschehen.

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Notfallpädagogischer Einsatz nach dem Erdbeben und Tsunami in Indonesien

Einen Monat ist es her, seit das verheerende Erdbeben und der dadurch ausgelöste Tsunami die indonesische Insel Sulawesi in die Katastrophe gestürzt haben.  Über 7.000 Menschen sind vermutlich gestorben, mehr als 10.000 Personen sind verletzt, hunderte werden unter den Trümmern eingestürzter Gebäude vermisst.

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Scharfe Auseinandersetzung kennzeichnet Weleda-„Zusammenkunft“

a:2:{s:4:"unit";s:2:"h3";s:5:"value";s:232:"Es gab wenig Anzeichen einer Annäherung zwischen Kritikern der Weleda-Unternehmesstrategie und der Weleda-Geschäftsleitung auf einer „ausserordentlichen Zusammenkunft“, die am Samstag am Goetheanum in Dornach ab

Von: Christian von Arnim

Scharfe Auseinandersetzungen

DORNACH (NNA). Die Zusammenkunft war von der Allgemeinen Anthropsophischen Gesellschaft (AAG) auf Grund eines an der im April stattgefundenen AAG-Generalversammlung mit großer Mehrheit angenommen Antrags organisiert worden. Der Antrag hatte den AAG-Vorstand beauftragt, eine ausserordentlich Generalversammlung einzuberufen, die sich mit „der Eigentümerverantwortung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft an der Weleda AG und den damit verbundenen materiellen und immateriellen Vermögensgegenständen befassen [soll], im Hinblick auf die Sicherung der in ihrem Fortbestand gefährdeten anthroposophischen Heilmittel“. Die AAG ist zusammen mit der Ita Wegman Klinik AG (IWK) Hauptaktionär der Weleda AG. Zusammen sind sie mit 80% (IWK: 40.48%, AAG: 39.42%) der Stimmen an dem Heilmittel- und Naturkosmetikunternehmen beteiligt. Die Zusammenkunft hatte informativen Charakter, weil die statutmäßig vorgeschriebene Zeit zur Einberufung einer außerordentlichen Versammlung nicht eingehalten werden konnte, um dem im Antrag verlangten spätesten Termin des 30. Juni für die Versammlung genüge zu tun. Trotzdem kam es zu scharfen Auseinandersetzungen. Einer der Initiatoren des Antrags, der Arzt Andreas Worel, selber ehemaliger Weleda-Mitarbeiter, stellte die Frage, wo Weleda als „Flagschiff“ nicht nur der anthroposophischen Bewegung heute stehe. Er drückte die „Sorge“ aus mit der er die Weleda und die Einschränkung des Arzneimittelsortiments betrachte und zog Parallele zwischen dem gegenwärtigen Kurs der Weleda-Geschäftsleitung und dem Schicksal der angeblich unsinkbaren Titanic. Auch andere Teilnehmer, Ärzte und nicht-Ärzte, drückten ihre Sorge über den strategischen und wirtschaftlichen Kurs der Firma aus. Die „reale Situation“ sei, dass den Ärzten die nötigen anthroposophischen Arzneimittel nicht mehr zur Verfügung stünden. Auch sei die mit Bezug auf die Anthroposophie „innere Aushölung“ von Weleda schon sehr weit fortgeschritten. Die gesamte Ärzteschaft werde nicht mehr mit eingeschlossen, sondern ausgeschlossen, sodass der persönlichen Kontakt verloren gegangen sei. Wie werde es weitergehen, wenn die Arzneimittel sich selber tragen müssten und nicht mehr von der Naturkosmetik subventioniert würden? Zuvor hatten Vertreter des Unternehmens die Lage von Weleda dargestellt. Das Wachstum bei der Naturkosmetik habe sich in den letzten zehn Jahren fast verdreifacht, die Arzneimittel hätten dagegen weniger als die halbe Wachstumsrate gezeigt. Jedoch entfielen rund 65% der Investitionen auf die Arzneimittel und 35% auf die Naturkosmetik. Die fehlende Eigenfinanzierung der Arzneimittle führe zum beträchtlichen Schuldenaufbau. Ende 2010 hätten sich die Finanzschulden auf 115 Mio. CHF seit 2000 versechsfacht. Ca. 50% des erwirtschafteten Betriebsergebnisses von 11,4 Mio. CHF werde zur Deckung des Zinsaufwands von 5,5 Mio. CHF benötigt. „Bei fehlendem gesunden Wachstum wird sich die Veschuldung weiter erhöhen,“ konstatiert Finanzchef Patrick Kersting. Neue Schuldenaufnahme werde jedoch schwieriger, da die Kreditfähigkeit abnehme und die Zinskosten wegen des Risikos steigen würden. Die Arzneimittelsparte sei seit Jahren ein Verlustgeschäft, erklärte der Leiter Arzneimittel, Peter Braun. Gesundes Wachstum sei nur bei ausgewählten Mitteln möglich. Das beziehe sich besonders auf das Segment Selbstmedikation/Fertigarzneimittel. Bei dem Segment Anthroposophische Individualmedizin gebe es die größte Unterdeckung. Bei dem typischen Ampullenprodukt Stibium met.praep. D8 z.B. gebe es eine Unterdeckung von 8.82 CHF pro Packung. Der Umsatz für einzelne Medikamente sei zu klein um einen Gewinn zu erwirtschaften. Braun appellierte an die Ärzte mehr zu tun, um die Arzneimittel in die Welt hinauszutragen, denn dadurch würde geholfen das Segment auf einen gesunden Weg zu bringen. Der Naturkosmetiksparte geht es im Gegensatz dazu sehr gut erklärte Andreas Sommer, Leiter Naturkosmetik, mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 9% in den letzten 10 Jahren. Weleda sei mit der Naturkosmetik aus der Nische herausgewachsen und genieße breitere Anerkennung in der Gesellschaft. Weleda sei aufgewachsen und müsse sich nun dem Markt stellen. Die Weleda-Leitung hat schon länger klargestellt, dass eine „Fortführung und weitere Akzentuierung der geschilderten problematischen finanziellen Entwicklung mit einer nicht hinterfragten Quersubventionierung der Heilmittel im bisherigen Ausmass nicht zu verantworten wäre, da dadurch die Weleda als ganzes gefärdet wird“, die Defizite in the Sparte Arzneimittel müssten reduziert werden. Sie hat aber auch wieder bei dieser Zusammenkunft in Antwort auf geäußerte Befürchtungen hin verdeutlicht, dass es keine Absicht gäbe, die Arzneimittelsparte auf irgend eine Weise auszugliedern, sie sei ein „Identitätsstiftender Teil“ der Weleda. CEO Patrick Sirdey erklärte als Strategie, dass die freiverkäuflichen Mittel so weiterentwicklet werden sollten, dass sie zukünftig auch diejenigen Mittel unterstützen könnten, die keinen Gewinn bringen. „Warum wird davon ausgegangen, das die Arzneimittel sich nicht selbst tragen können, warum denken wir so,“ stellte der Geschäftsführer die Frage in den Raum. Die Ärztevertreter von der Internationalen Medizinischen Koordination Arzneimittel (IMKA) und der Internationalen Vereinigung Anthroposophischer Ärztegesellschaften (IVAA) würdigten den ehrlichen und offenen Dialog mit Weleda bezüglich der Straffung des Arzneimittelsortiments. Es sei gemeinsam an dem Sortiment gearbeitet und auch bei einigen Mitteln festgestellt worden, dass es nicht mehr bekannt sei, wozu sie seien. Auch hätte Weleda nach der letzten Runde zugesagt, dass es keine weiteren Schnitte geben werde. Die Ärzte müssten aber ihrerseits auch die Mittel verschreiben. Madeleen Winkler von der IVAA betonte, die Gefährdung der Arzneimittel komme vor allem von außen, von der Europäischen Union. Der Rest der Welt schaue, wie die Sache in der EU geregelt werde. Trotz den scheinbar unüberbrückbaren Gegensätzen zwischen der Weleda Geschäftsstrategie und der Kritik eines Teils der bei der Zusammenkunft anwesenden Ärzte kam deutlich zum Vorschein, dass es auch unter der Ärzteschaft keine einheitliche Meinung zum Thema Arzneimittelsortiment und dessen Reduzierung gibt, dass für Weleda diesbezüglich kein einheitlicher Ansprechpartner zur Vefügung steht. Weleda AG Verwaltungsratspräsident Georg Fankhauser gab sich jedenfalls nach der Veranstaltung optimistisch: „Ich glaube wir sind in diesem Prozess einen anstrengenden, aber doch spürbaren kleinen Schritt näher gekommen. Da gab es im Vorfeld natürlich Austausche dazu, deshalb sind wir überhaupt zusammengekommen. Also wir haben auch nicht bei Null begonnen, bezüglich der gegenseitigen Befindlichkeiten, aber die Sichtweisen und der Blick darauf und der Informationsstand zu den Dingen, der ist eindeutig verbessert worden und was wir daraus machen, werden wir sehen,“ sagte er NNA gegenüber. „Ich glaube insgesamt war es eine gute Veranstaltung. Ich habe mir nicht viel mehr erhofft, einfach weil mir das nicht realistisch erschien in der Kürze der Zeit in diesem großen Raum,“ fügte er hinzu. „Die Aufgabe, die hier jetzt ansteht, diese Kommunikation und dieses Gespräch, das werden wir tun und wir werden auch originelle, außergewöhnliche Formen finden zusammen mit den beiden Hauptaktionären wie wir das gestalten, da bin ich überzeugt, und wir warden sicher nicht bis zur nächsten Generalversammlung warten - ob außerordentlich oder nicht außerordentlich,“ so der Verwaltungsratspräsident abschließend. END/nna/cva Bericht-Nr.: 110529-01DE Datum: 29. Mai 2011 © 2011 News Network Anthroposophy Limited (NNA).

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