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Freunde der Erziehungskunst

Notfallpädagogischer Einsatz nach dem Erdbeben und Tsunami in Indonesien

Einen Monat ist es her, seit das verheerende Erdbeben und der dadurch ausgelöste Tsunami die indonesische Insel Sulawesi in die Katastrophe gestürzt haben.  Über 7.000 Menschen sind vermutlich gestorben, mehr als 10.000 Personen sind verletzt, hunderte werden unter den Trümmern eingestürzter Gebäude vermisst.

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Goetheanum

Fachbibliothek Heilpädagogik wird in Goetheanum-Bibliothek integriert

Seit Oktober 2018 werden die rund 7000 Titel der Fachbibliothek Heilpädagogik und Sozialtherapie des Anthroposophic Council for Inclusive Social Development in die öffentliche Goetheanum-Bibliothek integriert.

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DieDrei

DieDrei - Schwerpunkt: Erde, Mensch und Kosmos

Heft 10, 2018

Grundbegriffe des Landwirtschaftlichen Kurses - Die Hierarchie der schöpferischen Denkkräfte - Das leibfreie Bewusstsein in der Meditation

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Stellungnahme

Stellungnahme der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung und des Rudolf Steiner Verlags zur Verlagszusammenarbeit betr. Rudolf Steiner – Schriften Kritische Ausgabe (SKA), herausgegeben von Christian Clement

Von: Rudolf Steiner Archiv
1. Zur Vorgeschichte und Absicht Die Rudolf Steiner Nachlassverwaltung wurde im April 2012 auf den Plan einer Neuausgabe der Schriften Rudolf Steiners durch Christian Clement mit Textvergleichen der verschiedenen zu Lebzeiten Steiners erschienenen Auflagen aufmerksam. Solche Ausgaben werden in der Wissen­schaft als kritische Ausgaben bezeichnet, weil sie den Text sorgfältig und für den Leser nachvoll­ziehbar gemäß den diversen vorhandenen Stufen der Entstehung und Bearbeitung dokumentie­ren. In der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA) erscheinen die Schriften als Ausgaben letzter Hand, d.h. jeweils in der Textgestalt der letzten vom Autor bearbeiteten Ausgabe. Während die Gesamtausgabe als Lese- und Studienausgabe die Ansprüche einer textkritisch-vergleichenden Edition nicht erfüllt und die Erarbeitung solcher Editionen hinter der primären Aufgabe der Veröffentlichung unpublizierter Texte, Vorträge und des künstlerischen Werks zu­rücksteht, ist eine solche Ausgabe ein wichtiges Forschungsanliegen. Die Nutzung unver­öffent­lichten Materials durch Clement haben wir abgelehnt, weil wir uns vorbehalten wollten,  zu einem späteren Zeitpunkt selbst eine historisch-kritische Ausgabe zu realisieren, die bis auf die Manu­skripte Steiners zurückgeht. Wir haben ja schon 1994 mit dem Dokumente-Band zur Philosophie der Freiheit (GA 4a) eine Ausgabe vorgelegt, die sämtliche überlieferten Textzeugen berücksichtigt, und 2004 ist im Rudolf Steiner Verlag eine Edition erschienen, welche die Textentwicklung der Theosophie von 1904-1922 dokumentiert. In der Zeit des Entstehens des zuerst veröffentlichten Bandes der Clementschen SKA haben dann der Leiter des Rudolf Steiner Archivs und der Leiter des Rudolf Steiner Verlags Einblick in die Druckfahnen der Ausgabe erhalten und sich der Qualität der editorischen Arbeit vergewissern können. Sie haben daraufhin eine Vertriebskooperation zwischen dem federführenden Verlag Frommann-Holzboog und dem Rudolf Steiner Verlag vorgeschlagen, wie sie bei solch großen Projekten von verschiedenen Verlagen bisweilen realisiert wird. Den Entscheid zu einer solchen Kooperation hat dann der Verwaltungsrat des Rudolf Steiner Verlags in Abstimmung mit dem Vorstand der Nachlassverwaltung getroffen. Die Nachlassverwaltung mit dem Rudolf Steiner Archiv als gemeinnützige kulturelle Einrichtung zur Erhaltung und Herausgabe des Werkes Rudolf Steiners hat weder in der Aktionärsversammlung noch im Verwaltungsrat des Verlags, der als selbständiges Wirtschaftsunternehmen tätig ist, eine Stimmenmehrheit. Organisationen und Aufgabenfelder sind getrennt, dienen aber einer gemeinsamen Aufgabe. Nachlassverwaltung und Archiv verantworten inhaltlich die editorische Arbeit, der Verlag die Herstellung und den Ver­kauf der Werke Rudolf Steiners.
Die Vertriebskooperation wurde denn auch von den beiden programmlich und wirtschaftlich autonomen Verlagsleitungen abgemacht, weil sie davon ausgegangen sind, dass im Kulturleben und in der anthroposophischen Bewegung ein Interesse besteht an einer spezialisierten wissen­schaft­lichen Edition der Schriften Rudolf Steiners. Der Rudolf Steiner Verlag hat eine Anzahl Exemplare in seinen Vertrieb übernommen. Die Verantwortung für Textkonstitution, Einleitung, Kommen­tar und Vorwort blieb dabei ganz in den Händen des alleinigen Herausgebers Christian Clement und des Frommann-Holzboog Verlags. 2. Unterschiedliche Aufnahme der Ausgabe Während in großen anthroposophischen Zeitschriften, in Blogs und bekannten Tageszeitungen interessiert anerkennende Besprechungen erschienen sind[1], wurden andernorts auch besorgte, pauschal ablehnende und polemische Reaktionen publiziert.[2] Leider haben vorwiegend letztere ein Echo in der anthroposophischen Bewegung ausgelöst. Die Ablehnung bezog sich dabei durchwegs auf das Vorwort sowie auf die Einleitung und den Kommentar von Clement und nirgends auf die Edition der Texte Steiners selbst. Neben Missverständnissen und Irrtümern beherrschten leider auch teils peinliche Unterstellungen diese Auseinandersetzung. Viel Sach­fremdes wurde in die Diskussion eingebracht, das mit der Qualität der Edition nichts zu tun hat. Im März 2014 wurde in einem offenen Brief an die Rudolf Steiner Nachlassverwaltung und den Rudolf Steiner Verlag gebeten, die Clementsche Ausgabe aus dem Verlag zu entfernen. Diesem Brief und seiner Aufforderung haben sich seither eine Schar besorgter Anthroposophen ange­schlossen, manchmal freilich ohne die Ausgabe selbst je auch nur in der Hand gehabt zu haben. Wir sind überrascht und bedauern diese Reaktionen, sind aber auch befremdet über gewisse ideologische Überreaktionen. Die Ausgabe steht selbstverständlich ganz frei der wissenschaft­lichen Diskussion und dem Gebrauch offen. Wem es um Verständnis oder Aneignung von grundlegenden Inhalten von Rudolf Steiners Schriften zu tun ist, den werden philologische Einzelheiten oft wenig interessieren oder sogar stören. Wer sich in solche Einzelheiten vertieft, wird aus ihnen interessante Aufschlüsse erhalten können. Niemand wird in seiner Freiheit im geringsten eingeschränkt. Es ist daher irritierend, wenn Diskussionen über die Ausgabe mit einem Kesseltreiben gegen Institutionen (Nachlassverwaltung, Verlag etc.) verbunden werden. Wir haben diese langfristig angelegte Ausgabe in den Verlagsvertrieb aufgenommen in der ernsten und redlichen Absicht, ergänzend zur Standardedition der Gesamtausgabe die Wahr­nehmung einer wissenschaftlich-textvergleichenden Ausgabe zu fördern. Rudolf Steiner selbst empfiehlt in Mein Lebensgang den Textvergleich verschiedener Fassungen seiner Schriften, gerade um seine wissenschaftlichen Bemühungen zu verstehen (GA 28, S. 434). Anregende Gesichtspunkte etwa in der Einleitung des Herausgebers haben wir mit Interesse oder auch Fragen zur Kennntnis genommen. Clement selbst bezeichnet diese selbst als «notwendig immer einseitig und ausschnitthaft [...] und hoffentlich bald von weiter- und tiefergehenden Forschungen überholt [...]» (S. LXI der Einleitung). Ohne irgendwie die in der Einleitung oder im Vorwort der Ausgabe ausgeführten Ideen schmälern zu wollen: Für die Aufnahme in das Programm des Rudolf Steiner Verlags waren sie nebensächlich, maßgeblich hierfür war allein die Qualität der editorischen Erschliessung der Texte Rudolf Steiners. Die Rudolf Steiner Nachlassverwaltung und der Rudolf Steiner Verlag betrachten es als ihre Aufgabe, möglichst zuverlässige und korrekte Ausgaben des Werks und Nachlasses Rudolf Steiners zu veröffentlichen, nicht um daraus irgendwie Deutungshoheiten abzuleiten, sondern damit die Ausgaben interessierten Menschen als Grundlage für das äußere und innere Studium der Werke Rudolf Steiners zur Verfügung stehen. 3. Missverstandene Verlagskooperation Ein Teil der entstandenen Missverständnisse geht auf unsere Kommunikation und Deklarierung der Verlagskooperation zurück. In der Titelei stehen die Verlage Frommann-Holzboog und Rudolf Steiner gleichberechtigt nebeneinander und im Editionsplan auf der letzten Seite des Buches steht «Erscheint in Kooperation mit dem Rudolf Steiner Archiv und dem Rudolf Steiner Verlag». Letztere Formulierung wird in dieser Form in künftigen Ausgaben weggelassen, denn es existiert ausschließlich eine auslieferungstechnische Vertriebszusammenarbeit. Bei einer solchen Zusammenarbeit ist gewöhnlich ein Verlag der federführende Vertragspartner mit dem Autor und besorgt Lektorat und Herstellung, während der andere einen Teil der Auflage in seinen Ver­trieb übernimmt, ohne weiter an den lektoratsmäßigen oder herstellerischen Aufgaben beteiligt zu sein. Das ist auch bei der SKA der Fall. Auch an der Finanzierung der Ausgabe sind weder der Rudolf Steiner Verlag noch die Rudolf Steiner Nachlassverwaltung beteiligt. Es werden daher auch keinerlei Spendengelder dafür ver­wendet. Das verlegerische Risiko für die SKA trägt der Frommann-Holzboog Verlag. Der im Impressum erwähnte Druckkostenzuschuss der Brigham Young University ist ein Unter­stüt­zungs­beitrag, wie er üblicherweise auch von öffentlichen Universitäten für ihre publizierenden Dozenten erbracht werden kann. In der Verlagsbranche ist eine Doppelnennung von Kooperationsverlagen ohne weitere Diffe­ren­zierung der Aufgabenverteilung durchaus verbreitet, und so hat man es eben auch im Fall der SKA gehalten. Aber die Nennung des Rudolf Steiner Verlags auf den Titelseiten kann in der Tat missverstanden werden, weil sie eine gleichberechtigte Verlagspartnerschaft nahelegt. Wir werden deshalb künftig im Impressum die Zusammenarbeit der beiden Verlage angemessen präzisieren.
Dornach und Basel, den 3. April 2014

Für die Rudolf Steiner Nachlassverwaltung

Cornelius Bohlen

Präsident des Vorstandes                                  

Für die Rudolf Steiner Verlag AG

Richard Bhend

Präsident des Verwaltungsrats


[1] Zum Beispiel: J. Kiersch, Das Goetheanum, 12. Okt. 2013; J. Ewertowski, Die Christengemeinschaft, Okt. 2013;
J. Heisterkamp, Info3, Okt. 2013; D.M. Hoffmann, Die Drei, Okt. 2013, L. Ravagli, www.erziehungskunst.de/artikel/
sachbuch/dynamit-das-dogmatische-bastionen-sprengt
, Nov. 2013; Süddeutsche Zeitung, 10. Jan. 2014. [2] Vor allem: I. Diet auf www.ignisverlag.com und in Der Europäer, Nov. 2013; W. Lochmann in seinem Rundbrief Symptomatologische Illustrationen, Nr. 94-96; T. Meyer und M. Frei in Der Europäer, ab Nov. 2013; W. Hammacher in Der Europäer, Febr. und April/Mai 2014. ***

>>> PDF zur Stellungnahme

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Rudolf Steiner Archiv
Rüttiweg 15
Postfach 348
CH - 4143 Dornach archiv@rudolf-steiner.com

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