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Freunde der Erziehungskunst

Notfallpädagogischer Einsatz nach dem Erdbeben und Tsunami in Indonesien

Einen Monat ist es her, seit das verheerende Erdbeben und der dadurch ausgelöste Tsunami die indonesische Insel Sulawesi in die Katastrophe gestürzt haben.  Über 7.000 Menschen sind vermutlich gestorben, mehr als 10.000 Personen sind verletzt, hunderte werden unter den Trümmern eingestürzter Gebäude vermisst.

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Goetheanum

Fachbibliothek Heilpädagogik wird in Goetheanum-Bibliothek integriert

Seit Oktober 2018 werden die rund 7000 Titel der Fachbibliothek Heilpädagogik und Sozialtherapie des Anthroposophic Council for Inclusive Social Development in die öffentliche Goetheanum-Bibliothek integriert.

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DieDrei

DieDrei - Schwerpunkt: Erde, Mensch und Kosmos

Heft 10, 2018

Grundbegriffe des Landwirtschaftlichen Kurses - Die Hierarchie der schöpferischen Denkkräfte - Das leibfreie Bewusstsein in der Meditation

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Waldorfschule im Erdbebengebiet in Sichuan

„Die psychische Belastung ist fast nicht zu bewältigen“ Lehrer der Waldorfschule Chengdu berichten über Hilfsaktion im Erdbebengebiet in Sichuan - ...

Von: NNA

CHENGDU (NNA). In Sichuan, in der Stadt Chengdu liegt die einzige
Waldorfschule in China. Die Schulgemeinschaft stellte in den Tagen nach dem
Erdbeben unmittelbar Berichte über die Situation auf ihre Website. Sie
vermitteln ein Bild vom Alltag und den seelischen Belastungen der Menschen
in Chengdu. Übersetzt hat sie die deutsche Sinologin Astrid Schröter, die
seit knapp einem Jahr an der Waldorfschule unterrichtet.

Waldorflehrerin Zhang Li schreibt ihren Bericht am sechsten Tag nach dem
Erdbeben. „Es geschieht aber so viel in diesen Tagen, dass wir das Gefühl
haben, es müsste schon ein Monat vergangen sein. Obwohl sich die Regenwolken
am Himmel verzogen haben und obwohl inzwischen internationale Rettungsteams
in den betroffenen Gebieten sind, bleibt doch ein beklemmendes Gefühl im
Herzen zurück. Die psychologische Betreuung der Geretteten und der
Angehörigen der Opfer scheint fast nicht zu bewältigen, so groß ist der
Bedarf.“

Einige der Waldorflehrer sind in einem Krankenhaus in Chengdu, um
schwerstverwundete Kinder zu betreuen, die mit dem Helikopter eingeflogen
wurden. Diese Kinder haben keinerlei Nachricht von ihren Eltern, manche von
ihnen sind möglicherweise schon Waisenkinder.
[…]
Nach Auffassung vieler Psychologen seien die Kinder noch im ersten Stadium
nach einem Schock. Als erstes bräuchten sie eine geregelte Umgebung und
einen festen Rhythmus, in dem sie sich sicher fühlen. Nachdem sie neue
Kleidung, Schulsachen, Blumen und Geschenke bekommen hätten, sei nun eine
langfristige seelische Betreuung sehr wichtig und auch die Fürsorge für
diejenigen, die ihre Verwandten verloren haben.

Viele Menschen in China aus vielen Bereichen und aus den staatlichen
Ministerien arbeiteten an dieser Aufgabe. Auch für Zhang Li war diese
Zusammenarbeit eine ergreifende Erfahrung. Sie schreibt:

„Ich habe normalerweise kein besonderes Interesse an Politik und eine eher
alltägliche Haltung gegenüber der Regierung. Aber zur Zeit fallen mir die
außergewöhnlich großen und menschlichen Anstrengungen der Regierung auf. Das
berührt mich sehr. Ich fühle, wie durch diese Katastrophe die besten, die
wahrhaftigsten und positivsten Seiten der Menschen hervortreten.

Obwohl der Preis dafür unbeschreiblich groß ist, die Lebensopfer in Zahlen
nicht mehr zu fassen sind, hoffe ich, dass die Seelen der Verunglückten im
Himmel die große Liebe spüren können, die in dieser Zeit überall
hervortritt. Wenn sie das erleben können, mögen sie sich darin geborgen
fühlen.“

Jeden Morgen versammelt sich das Kollegium. „Wir machen Eurythmie und
tauschen unsere Gedanken aus, um Kraft zu schöpfen für den Tag. Dann setzen
wir eine Prioritätenliste auf und planen die nächsten Schritte“, schreibt
Zhang Li.

In einem weiteren Bericht auf ihrer Website bedankt sich die
Schulgemeinschaft der Waldorfschule Chengdu für die Unterstützung, die sie
seit der Katastrophe durch Freunde aus der ganzen Welt erfahren hat.

Am notwendigsten sei aber die Hilfe für die am meisten betroffenen
Erwachsenen und Kinder. „Als Lehrer der Waldorfschule tun wir alles, was in
unseren Kräften steht, um den Kindern aus den betroffenen Gebieten zu helfen
und sie fürsorglich zu betreuen. Im Huaxi-Krankenhaus in Chengdu und in
Mianyang nahe des Katastrophengebietes haben wir die Tränen, das Lachen der
Kinder erlebt ebenso wie die uneingeschränkte selbstlose Hilfe der
Krankenpfleger, Ärzte und Lehrer.“

Zum Schluss weist die Schulgemeinschaft in Chengdu in ihrem Text noch auf
die Verbindungen und Verwandlungen hin, die durch die Liebe zwischen den
Menschen im Katastrophengebiet entstehen: „Sie erscheinen als
unerschöpflicher, leuchtender Strom, der in uns einzieht, uns erwärmt und
uns Frieden bringt.“

End/nna/ung

Link: http://www.waldorfchina.org

Spendenkonto der Waldorfschule Chengdu: Empfänger: Freunde der
Erziehungskunst Rudolf Steiners e. V.,
Kontonummer: 39800704, BLZ: 600 100 70,
Deutsche Postbank AG

Weitere Spenden: www.drk.de; www.misereor.de;
DRK-Spendenkonto: Konto: 41 4141,
Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00

Bericht-Nr.: 080528-02DE Datum: 28. Mai 2008

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