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Freunde der Erziehungskunst

Notfallpädagogischer Einsatz nach dem Erdbeben und Tsunami in Indonesien

Einen Monat ist es her, seit das verheerende Erdbeben und der dadurch ausgelöste Tsunami die indonesische Insel Sulawesi in die Katastrophe gestürzt haben.  Über 7.000 Menschen sind vermutlich gestorben, mehr als 10.000 Personen sind verletzt, hunderte werden unter den Trümmern eingestürzter Gebäude vermisst.

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Goetheanum

Fachbibliothek Heilpädagogik wird in Goetheanum-Bibliothek integriert

Seit Oktober 2018 werden die rund 7000 Titel der Fachbibliothek Heilpädagogik und Sozialtherapie des Anthroposophic Council for Inclusive Social Development in die öffentliche Goetheanum-Bibliothek integriert.

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DieDrei

DieDrei - Schwerpunkt: Erde, Mensch und Kosmos

Heft 10, 2018

Grundbegriffe des Landwirtschaftlichen Kurses - Die Hierarchie der schöpferischen Denkkräfte - Das leibfreie Bewusstsein in der Meditation

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Zu den Beiträgen über Anthroposophie in der bz und az vom 8.2.2018

Anthroposophischen Gesellschaft in der Schweiz

 

Am 8. Februar 2018 wurden wir aufmerksam auf einen doppelseitigen Aufmacher in der BZ (Basellandschaftliche Zeitung), wo neben einer Aufnahme des Goetheanums der Titel prangte: «In den Fängen von Wirrköpfen», mit der Headline: «Anthroposophie / Die übersinnliche Anfälligkeit für Fake News». Der Autor, Christian Mensch, nahm darin und in Begleittexten die Veranstaltung «Terror, Lüge und Wahrheit» (im Scala Basel, 3. März 2018) des Paracelsus-Zweiges, Basel, mit Daniele Ganser, Elias Davidsson, Thomas Meyer und Ken Jebsen als Moderator zum Anlass, ein perfide-suffiges Elaborat aus kurzgeschlossenen Halbwahrheiten und Unterstellungen gegen Rudolf Steiner, die Anthroposophische Gesellschaft und die Institutionen, die aus den Erkenntnissen der Anthroposophie arbeiten, zu komponieren. Dieses Machwerk wurde von den AZ-Medien, Aarau, jeweils mit anderen Bildern und Titeln, auch in der AZ (Aargauer Zeitung) gebracht und ins Netz gestellt.
Der nachfolgende Text von Peter Selg im Namen des Vorstands der Anthroposophischen Gesellschaft in der Schweiz wurde als Gegendarstellung eingereicht, erfüllte jedoch, so Christian Mensch, die «besonderen Ansprüche» einer Gegendarstellung «im konkreten Fall nicht». Weshalb er u.a. nahelegte, ihn als Leserbrief zu deklarieren. Als Leserbrief war dann aber der 4500 Zeichen umfassende Text 3000 Zeichen zu lang… Deshalb stellten wir ihn u.a. am 18. Februar auf diese Seite; er wurde, nach einer überraschenden Wendung, am 28. Februar in verschiedenen Titeln der AZ-Medien doch in voller Länge als Entgegnung publiziert.

Konstanze Brefin Alt

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  1. In der Anthroposophischen Gesellschaft (und „Bewegung“) lebt in der Tat keine „verbindliche Lehre“, keine „Lehrgewalt“ oder „Weisungsbefugnis“, wie der Autor beklagt. Ob sie deswegen mehr als andere gesamtgesellschaftlich wirksame Gruppierungen einer möglichen „Unterwanderung“ durch problematisches Gedankengut unterliegt, ist statistisch nicht belegt und inhaltlich wenig wahrscheinlich. Wer sich mit der Geisteswissenschaft Rudolf Steiners auseinandergesetzt hat – ohne die umfangreiche Edition seiner Schriften und Vorträge nur als „Monsteredition“ (C. Mensch) abzutun, – weiss, dass hier ein markanter Schulungsweg zur individuellen Urteilskraft veranlagt wurde. Richtig verstanden, gehört die Anthroposophie zu den grossen und bleibenden aufklärerischen Leistungen des 20. Jahrhunderts, auch im Bereich der politischen und sozialpolitischen Bildung. Unzählige moderne Initiativen gingen und gehen von ihr aus, respektive von Menschen, die die „Philosophie der Freiheit“ Rudolf Steiners tatsächlich verinnerlicht habe, und dies auf allen Kontinenten der Erde – Initiativen im Bereich der Bildung und Erziehung, der Medizin und der Landwirtschaft, des sozialen, ökonomischen und ökologischen Lebens. Dass ein derart komplexes spirituelles Gesamtwerk wie dasjenige Steiners darüber hinaus auch „vielfältige Anknüpfungspunkte“ für problematische Menschen (innerhalb oder ausserhalb des anthroposophischen Bereiches) bietet, kann und soll dagegen nicht geleugnet werden. Der Autor des Artikels „In den Fängen von Wirrköpfen“, der mit dem impliziten Anspruch arbeitet, selbst zu wissen, was die Anthroposophie oder das Dornacher Goetheanum sei, belegt dies durch sein Zeugnis vielmehr in überzeugender Art. Wer so über Anthroposophie und Steiner schreibt, hat ihn nicht in ersten Ansätzen verstanden.

 

  1. Die vorschnelle Disqualifizierung unkonventioneller Auffassungen im politischen und gesellschaftspolitischen Bereich durch Begriffe wie „Verschwörungstheoretiker“, „Verschwörungsmystiker“ oder „Wirrköpfe“ ist kein Mittel eines konstruktiven Diskurses. Man kann abweichende Meinungen nicht per se in dieser Weise klassifizieren und andererseits – wie der Autor des Artikels „In den Fängen von Wirrköpfen“ – das Vorhandensein, ja, die zunehmende Ausbreitung des agitatorischen Rechtspopulismus beklagen, der mit genau denselben diskriminierenden Methoden publizistisch-demagogisch arbeitet. Noch vor wenigen Jahrzehnten wurde jede Kritik am US-amerikanischen Vorgehen im internationalen Bereich als „antiamerikanisch“ disqualifiziert und de facto aus der Öffentlichkeit verdrängt. Inzwischen liegen zahlreiche Publikationen, auch von konventionell-akademischer Seite, vor, die aufzeigen, wie problematisch und global zerstörerisch der ökonomische Imperialismus des Westens ist und mit welcher Schein-Legitimation militärische Interventionen unternommen wurden (vgl. u.a. Carlo Masala: Weltunordnung. Die globalen Krisen und das Versagen des Westens. München 2016). Es bedurfte offensichtlich eines Präsidenten wie Donald Trump, um die Problematik und Primitivität der ursprünglichen Argumentation („antiamerikanisch“) offenzulegen.

 

  1. Die Rehabilitierung Ita Wegmans und Elisabeth Vreedes, die 1935 vom Vorstand der Anthroposophischen Gesellschaft ausgeschlossen wurden, wird in der Tat auf der Generalversammlung 2018 im Goetheanum beantragt und – durch Aufhebung der Beschlüsse von 1935 – sehr wahrscheinlich verabschiedet werden. Wir sind dankbar, dass darüber in der „bz“ berichtet wird. Beide Persönlichkeiten hatten ein grosses Format und hinterliessen bedeutende Werke. Der Rehabilitierungsprozess ist – wie alle gesellschaftlichen Rehabilitierungsvorgänge – kompliziert, und es gehört viel historische Sachkenntnis dazu, ihn sachlich beurteilen zu können. Die jounalistische Darstellung der Arlesheimer Klinikleiterin Ita Wegman, deren humanistisches und medizinethisches Profil in der Schweizer Öffentlichkeit bekannt sein sollte, als „letzte Gefährtin“ Rudolf Steiners und „Gegenfrau“ Marie Steiner-von Sivers, ebenso die Disqualifizierung der Astronomin und Mathematikerin Dr. Elisabeth Vreedes als „Gefolgsfrau“ Wegmans, ist, wie die gesamte Berichterstattung im Stile Helmut Zanders, tendenziös und rufschädigend. Eine Wiederaufnahme beider Frauen in den „Steinerschen Olymp“ strebt unter den Mitgliedern der Anthroposophischen Gesellschaft in der Schweiz niemand an. Demjenigen, der sich dafür interessiert, worum es wirklich geht, stehen zahlreiche Monografien und Sachbeiträge zur Verfügung.

 

Prof. Dr. med. Peter Selg

für den Vorstand der Anthroposophischen Gesellschaft in der Schweiz

 

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