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AGiD

Vom 21. bis 23. Juni 2019 fand die diesjährige MGV der AGiD in der Freien Waldorfschule Kreuzberg in Berlin zum Thema Werkstatt Soziale Dreigliederung statt

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Goetheanum

Erstmals gibt René Madeleyn den Briefwechsel von Rainer Maria Rilke und Elya Maria Nevar unter dem Titel ‹Dichter und Prinzessin› im Verlag am Goetheanum heraus – kommentiert und mit bisher unbekannten Dokumenten ergänzt.

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Goetheanum

Junge Forscherinnen und Forscher fragten ihre Altersgenossen: «Wie würde die Welt im Jahr 2030 aussehen, wenn das, was in mir lebt, Realität werden soll? Und was tue ich dafür, damit dies geschieht?» Auf Grundlage von Interviews mit jungen Menschen zwischen 18 und 35 Jahren aus 23 Ländern liegt nun ein erster Bericht vor

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Christengemeinschaft

Religiöses Leben beginnt in dem Augenblick, wo ich mich selbst frage: »Was willst du tun?« Täglich tun wir das viele Male, auch wenn es dann meist auf ein Organisieren von schon vorgegebenen Aufgaben und Pflichten hinausläuft: erst duschen oder erst frühstücken? Immerhin gäbe es die Möglichkeit, sich für ein ungewohntes Drittes zu entscheiden und damit aus den vorgegebenen Bahnen spielerisch auszubrechen

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Goetheanum

Ungewohntes, Unvorhersehbares und Bedrohliches verunsichern, führen zum Erleben von Angst und Ohnmacht. Rudolf Steiner setzt in seinen Mysteriendramen Situationen in Szene, in denen Angst und Bodenlosigkeit zum Verständnis der eigenen Beziehung zu den Mitmenschen und zur Umwelt führen.

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Zum Tod von Swetlana Geier

Am 7. November 2010 verstarb Swetlana Geier im Alter von 87 Jahren in Freiburg im Breisgau. Seit 1943 lebte die in Kiew in der Sowjetunion geborene Literaturübersetzerin in Deutschland.

Von: Taja Gut
Sie übersetzte zahlreiche Klassiker vom Russischen ins Deutsche, darunter auch Werke von Tolstoi, Bulgakow, Solschenizyn und Dostojewskij.
Ein Wesensbild dieser ungewöhnlichen Frau zeichnet Taja Gut

Gegenwart des Geistes

Foto: Jürg Vollmer/maiak.info «Und dass man einen Menschen nie mehr sieht …» Dieser abgebrochene Satz, von Swetlana Geier in Vadim Jendreykos unschätzbarem Filmporträt nach dem Tod ihres Sohnes geäußert, arbeitet sich immer wieder ins Bewusstsein: Ihre jung gebliebene Stimme, die leise, aber mit eindringlicher Betonung Vorbegriffe und Erwartungen unterlief, die hellwachen Augen, der blitzende Humor, ihr überlegenes, von Herzenswärme durchpulstes Wissen, das feine Antlitz. Im Nu bewirkte sie Konzentration in jeder Zuhörerschaft, obwohl ihre sorgsam gesprochenen Worte weitab vom Tagesgerede führten. Oder gerade deshalb. Hier sprach ein Mensch aus der Mitte seines Wesens heraus, ohne Sentimentalität, Scham und Pathos, bar jeglicher Phrase. Und ließ staunend erleben, was Gegenwart des Geistes vermag. Unvergesslich, wie Swetlana Geier in scheinbar nie ermüdende Präsenz ihren gebrechlich gewordenen Körper vor aller Augen hinwegzauberte. In ungeteilter Aufmerksamkeit wandte sie sich an den Menschen ihr gegenüber, egal ob am Küchentisch, auf der Bühne oder vor laufender Kamera, unerschrocken, unbestechlich, authentisch. Diese Souveränität und Sorgfalt in allem, was sie tat – und es war ein unfassliches Pensum, das sie bewältigte –, ist es wohl auch, was nun Menschen im Kino von Washington bis Taiwan bezaubert. Leben und Arbeiten Wie Swetlana Geier in und aus dem Ganzen lebte und wirkte, so übte sie auch das Übersetzen aus, erfasste selbst einen tausendseitigen Text als Ganzes. So hat sie uns, neben vielen anderen Autoren, nicht nur einen von Patina befreiten Dostojewskij auf Deutsch geschenkt, sondern auch Andrej Sinjawskijs Werk und von Andrej Belyj etwa die Erinnerungen an Rudolf Steiner, denen zudem ihre Vertrautheit mit der Anthroposophie zugute kam. Ihre Passion aber war solide geerdet, ein Studierzimmerdasein führte sie nie, Ferien kannte sie nicht. Als Oberhaupt einer sich immer weiter verzweigenden Familie unterrichtete sie an zwei Universitäten, kümmerte sich um Fortbildungskurse für Russischlehrer an Waldorfschulen, hielt Vorträge, Lesungen und führte ein stets offenes, geräumiges Haus mit großem Garten, wo sie es sich nicht nehmen ließ, den Reigen ihrer Gäste herz- und schmackhaft zu bekochen. Stress und Frust waren ihr nicht nur als Wörter fremd, klagen hörte man sie nie, sie lebte gerne. Das literarische Übersetzen, für das sie beiläufig das Bewusstsein der Öffentlichkeit geschärft hat, war gewissermaßen ‹nur› die besondere Umsetzung ihres Übersetzerdaseins überhaupt, das grundsätzlich alles umfasste. Ihre Verwurzelung in zwei Kulturen, ihr Vertrautsein mit der sinnlichen und der nichtsinnlichen Welt, ihre Erkenntnisfreude ermöglichten ihr, Zusammenhänge herzustellen, die, so verblüffend sie waren, unmittelbar einleuchteten. Dabei waren die Zeitumstände, in die Swetlana Iwanowa am 26. April 1923 bei Kiew hineingeboren wurde, auf alles andere als auf Leben angelegt. Mit traumwandlerischer Arglosigkeit aber ging sie als Mädchen durch Terror, Krieg und Verhöre hindurch, gerettet immer wieder durch das selbstlose Eingreifen anderer, letztlich aber auch durch die Sprache, der sie unerschütterlich die Treue hielt. Der Tod war sanft zu ihr, gewährte ihr Zeit, Abschied zu nehmen, bis zum endgültigen, am 7. November verwirklichten Übersetzen – das für sie stets Sterben, Verwandlung und Neuschöpfung bedeutet hatte. Ob auch ihr der Sinn, den sie unablässig aus ihrem Schicksal herauszulesen suchte, aufgegangen ist? Am 11. November, dem Geburtstag Dostojewskijs, ist ihr verwaistes Gehäuse der Erde übergeben worden. ___________________________________

>> Quelle: Nachrichtenübersicht 'Themen der Zeit'

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