News

News

Göttliches Licht, Christus Sonne

Lesung der Ansprache Rudolf Steiners zur Grundsteinlegung der Anthroposophischen Gesellschaft vom 25. Dezember 1923
und Vortrag von Peter Selg

 … >>

Wir üben UnsICHerheit

Junge Menschen laden von 28. Dezember bis 1. Januar dazu ein, am Goetheanum einen Raum zum Fragen, zum Üben und zum Staunen freizuhalten. Silvestertagung der Assoziative DREI zu EINS.

 … >>

Rudolf Steiner Verlag

Verantwortung

Weil Ich und Welt Pole eines Ganzen sind, ist innere Entwicklung eine Quelle der Weltentwicklung. Sie beginnt in jedem von uns und je aufs Neue als ein inneres Geburtsgeschehen.

 … >>

Freunde der Erziehungskunst

Notfallpädagogischer Einsatz nach dem Erdbeben und Tsunami in Indonesien

Einen Monat ist es her, seit das verheerende Erdbeben und der dadurch ausgelöste Tsunami die indonesische Insel Sulawesi in die Katastrophe gestürzt haben.  Über 7.000 Menschen sind vermutlich gestorben, mehr als 10.000 Personen sind verletzt, hunderte werden unter den Trümmern eingestürzter Gebäude vermisst.

 … >>

Zweitklässler lehren im Altenpflegeheim Fadenspiele

Es war einfach wunderbar, wie natürlich und unkompliziert die Kinder mit den motorischen Ein­schränkungen, aber auch einfach mit den älteren Menschen, die in einem Pflegeheim leben, umge­hen konnten.

Von: Waldorf-Ideen-Pool

Unverfängliche Art

Foto: Waldorf-Ideen-Pool
Ein Beitrag von Christel Dhom (Freie Waldorfschule Otterberg)
Viele Wochen und Monate lernten und übten
die Zweitklässler Fadenspiele, so wie die meisten
von uns sie aus der eigenen Kindheit noch kennen.
Ganz spielerisch wurde in den Pausen, in der Bewegungsstunde oder zwischen zwei Unterrichtsfächern durch die Fadenspiele die Beweglichkeit der Finger, die Koordination von Händen und Augen, die Merkfähigkeit und vieles andere trainiert. Die Hirnforschung hat schon lan­ge festgestellt, dass die Beweglichkeit beider Hände sich günstig auf eine Hirnausreifung und eine Vernetzung beider Gehirnhälften auswirkt. Darüber hinaus bereitete das Spielen mit einem Fädchen den Kindern viel Freude. Es war sehr schön zu beobachten, wie konzentriert und motiviert sie bei der Sache waren. Im Laufe der Wochen entstand die Idee, einen Ausflug zu einem Seniorenheim in Kai­serslautern zu machen, denn die Menschen, die dort wohnen, würden zum einen sich über einen Besuch freuen und zum anderen vielleicht gerne Fadenspiele machen. Heimleitung und Stationslei­tung empfingen uns mit offenen Armen und waren von unserer Idee begeistert, sodass wir uns an zwei Vormittagen im Juni jeweils mit der halben Klasse (14 Schülerinnen und Schüler) auf den Weg machen konnten. Im Aufenthaltsraum der Station 2 wurden wir von ca. 8 - 10 Bewohnern erwartet. Die Kinder durften zunächst ihr Frühstück auspacken und währenddessen die fremde Umgebung genau beob­achten. Die ersten Berührungsängste waren bald abgelegt und die Kinder kamen mit den „Großmüt­tern und Großvätern" in ein gemeinsames Spiel. Es war wirklich spannend zu sehen, wie sich an­fängliche Skepsis oder Schüchternheit in ein freundliches oder fröhliches Miteinander verwandel­ten. Besonders schön war es, wenn gemachte Erfahrungen formuliert werden konnten: „Die haben aber eine zarte Haut." „Hier riecht es ja gar nicht schlecht!" Die unverfängliche Art, in der viele Kinder sehr liebevoll die Hände einiger älterer Menschen führ­ten, wenn deren Beweglichkeit bestimmte Fingerstellungen nicht mehr zuließen, berührte uns sehr. Es war einfach wunderbar, wie natürlich und unkompliziert die Kinder mit den motorischen Ein­schränkungen, aber auch einfach mit den älteren Menschen, die in einem Pflegeheim leben, umge­hen konnten. Was uns in einem Pflegeheim alles erwarten könnte, war im Vorfeld mit allen Schülern ausführlich besprochen worden. Es überraschte uns, was es an Vorurteilen schon bei Zweitklässlern gab und wie schnell diese durch eine gemachte andere Erfahrung abgebaut werden konnten. Senioren und Kinder bereicherten und erfreuten sich an diesem Vormittag gegenseitig. Mit einer fröhlichen und zufriedenen Schar Kinder, die stolz darauf waren, dass sie ihre Fadenspiele anderen zeigen durften, kehrten wir nach Otterberg zurück. Im Rückblick mit Kindern, Eltern und Stationsleitung wurde festgehalten, dass dies kein einmaliger Besuch bleiben soll, sondern weitere folgen mögen. Zu erwähnen wäre noch der Elternabend, an dem wir darstellten, was Kinder bei Fadenspielen lernen können und wie diese das schulische Lernen unterstützen. Gemeinsam trugen wir mit den Eltern zusammen, welche Ziele bei einem Besuch im Seniorenheim verfolgt werden können und welche Bedeutung ein solcher Besuch im Leben eines Kindes haben kann. Unter anderem nannten die Eltern: Altersheim als einen Teil unserer Gesellschaft erleben, Ghettoisierung von Pflegebedürftigen vermeiden, Kontakt zur übernächsten Generation herstellen, Ängste und Vorurteile abbauen. __________________________

Die Autorin des Beitrages hat zu Fadenspielen ein Buch geschrieben, das Sie im Waldorf-Ideenpool anschauen können.

****

Die Waldorfbewegung lebt aus einer unglaublichen Produktivität. Der Waldorf-Ideen-Pool will einen Hauch davon einfangen und widerspiegeln. Er ist dazu gedacht, sich anregen zu lassen, andere Ideen wahrzunehmen und auch Material zu finden. Er soll nicht eigene Ideen ersetzen oder gar zur Bequemlichkeit anleiten, vielmehr möge er Möglichkeiten eröffnen.

Marcus Kraneburg

****

Inhaltliche Verantwortung

Marcus Kraneburg
Augustenstr. 31a
70178 Stuttgart Tel: 0711 51870841
E-Mail: info@waldorf-ideen-pool.de Bankverbindung: Inhaber: Marcus Kraneburg Postbank Essen, Ruhr BLZ: 360 100 43 Konto: 941335438

Zurück