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Freunde der Erziehungskunst

Notfallpädagogischer Einsatz nach dem Erdbeben und Tsunami in Indonesien

Einen Monat ist es her, seit das verheerende Erdbeben und der dadurch ausgelöste Tsunami die indonesische Insel Sulawesi in die Katastrophe gestürzt haben.  Über 7.000 Menschen sind vermutlich gestorben, mehr als 10.000 Personen sind verletzt, hunderte werden unter den Trümmern eingestürzter Gebäude vermisst.

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Goetheanum

Fachbibliothek Heilpädagogik wird in Goetheanum-Bibliothek integriert

Seit Oktober 2018 werden die rund 7000 Titel der Fachbibliothek Heilpädagogik und Sozialtherapie des Anthroposophic Council for Inclusive Social Development in die öffentliche Goetheanum-Bibliothek integriert.

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DieDrei

DieDrei - Schwerpunkt: Erde, Mensch und Kosmos

Heft 10, 2018

Grundbegriffe des Landwirtschaftlichen Kurses - Die Hierarchie der schöpferischen Denkkräfte - Das leibfreie Bewusstsein in der Meditation

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Zwölf Tugenden im Jahreskreis - November: Geduld

Ein Gastbeitrag von Prof. Dr. Jost Schieren auf alnatura.de

Von: Prof. Dr. Jost Schieren

Rudolf Steiner hat zwölf Tugenden und jeweils einen wesentlichen Entwicklungsschritt der Tugenden dem Jahreskreis zugeordnet.

Geduld

Das Merkmal unserer Zeit und Kultur ist die Schnelligkeit. Angetrieben wird diese Schnelligkeitseuphorie von der großen Leistungskraft der Maschinen, die in den Bereichen der Produktion, Kommunikation und Fortbewegung alle Vorgänge der Zivilisation enorm beschleunigen, sodass wir die Grenzen von Raum und Zeit kaum mehr bemerken. Wir können mit Autos, Zügen und Flugzeugen, in denen unsere "langsamen" Körper gemütlich sitzen, die ganze Welt kurzfristig erreichen. Und mittels der Computertechnologie können wir in einem Sekundenbruchteil einen Datenaustausch rund um die Welt generieren. So wird die Schnelligkeit zur Gewohnheit und prägt unseren Lebensstil und unser Handeln. Wir werden ungeduldig, wenn wir Wartezeiten hinnehmen müssen. In der Sprache der Ökonomie geht es um Effizienz, und es gilt der Satz: "Zeit ist Geld!". Wir haben längst begonnen, das Paradigma der Schnelligkeit mehr und mehr als unhinterfragten Wert zu akzeptieren, und übertragen ihn auf Bereiche, wo Schnelligkeit eigentlich nicht hingehört. Nahrungsmittel sollen immer schneller und in größeren Mengen hergestellt werden, dabei werden die natürlichen Reifungsprozesse zum Teil ignoriert und die biologischen Grenzen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln der Züchtung und Gentechnik expandiert. Zudem werden unbedacht Ressourcen genutzt, um saisonunabhängig alles allen und jederzeit verfügbar zu machen. In den Bereichen Erziehung und Bildung verhält es sich ähnlich. In den vergangenen Jahren sind infolge von "PISA" und "Bologna" große Umbrüche eingetreten, die nach dem Vorbild der Ökonomie zu einer Effizienzsteigerung des Bildungsoutputs führen sollen. Der damit einhergehende Stress für Kinder, Eltern und Lehrer wird vielfach beklagt. Und auch wenn es am Ende nur auf ein flaches Halbwissen hinausläuft, so wird doch das Ziel, immer mehr in immer kürzeren Zeiträumen zu lernen, ungemindert verfolgt. Auch der scheinbar autonom zur Verfügung stehende Bereich der Freizeitgestaltung unterliegt aufgrund der medialen Überflutung und der lockenden Werbungsversprechen der Freizeitindustrie der Herausforderung, eine Aktivität oder Reise oder irgendwie geartete Unterhaltungssequenz an die nächste anzuschließen. Begriffe wie Muße und Müßiggang werden dann schon eher mit Langeweile assoziiert und können kaum einen Eigenwert für sich beanspruchen. So dominiert die Schnelligkeitsfaszination unser gesamtes Alltagsleben. Dabei wird allenthalben vergessen, dass das Schnellste, was uns jederzeit und allerorten zur Verfügung steht, unser Denken ist. Allein dieses gewährleistet, dass wir die Dinge der Welt unmittelbar zu erkennen und zuzuordnen in der Lage sind. Das Denken ist es, das unserem Dasein die Kontinuität unseres raum-zeitlichen Bewusstseins gibt. Allein nachts, wenn wir schlafen, zieht es diese bewusstseinsbildende Kraft zurück und schenkt uns die Gnade der Selbstvergessenheit, nur um am Morgen sogleich wieder genau dort anzuknüpfen, wo es sich am vorangegangenen Abend zurückgezogen hat. Inzwischen ist allerdings der technologische Fortschritt so weit gediehen, dass die rein mechanische Seite des Denkens durch Computer kopiert und im Hinblick auf die Schnelligkeit sogar überstiegen werden kann. So konnte 1997 der Schachcomputer Deep Blue einen vielbesprochenen Sieg über den damals amtierenden Schachweltmeister Garri Kasparow erzielen. Aber es handelt sich eben nur um die mechanische Seite des Denkens. Daneben existieren viele andere Denkleistungen, die von keiner Maschine auch nur annähernd erreicht werden können: Das Denken vermittelt uns unsere Bewusstseinsidentität, es versorgt uns mit Einfällen und Intuitionen, und es bildet immerwährend Urteile, die uns in unserem Verhältnis zur Welt sinnhaft positionieren. Solche Werturteile, auch wenn sie scheinbar schnell im Alltag gebildet werden, benötigen ihrerseits eine lange biografische Reifezeit. Denn es ist die gesammelte Lebenserfahrung, die in den gewachsenen Urteilen eines Menschen zum Tragen kommt. Je mehr Reifung hier möglich gewesen ist, und je weniger wir uns zu schnellen "Vor"-Urteilen hinreißen lassen, umso mehr wird den Urteilen die Weisheit unserer Lebenserfahrungen zuteil. Hier geht es eben nicht um Schnelligkeit, sondern darum, dass wir uns ausdauernd und geduldig mit den Welterscheinungen verbinden, dass wir sie von verschiedenen Seiten betrachten und abwarten, in welchem Lichte sie sich selbst zeigen. Urteile sind umso werthaltiger, je mehr sie den in den Welterscheinungen gelegenen Gehalt selbst zur Geltung bringen. Dies führt zu einer Erkenntnis der Dinge, die sich der schnellen Subjektverfügung entzieht. So führt ein geduldiges und sich immer erneut erfahrungsreich mit den Welterscheinungen verbindendes Denken zur Einsicht in den Wirklichkeitsgrund der Dinge. Geduld wird zur Einsicht. *** Prof. Dr. Jost Schieren, geboren 1963 in Duisburg. Studium der Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte in Bochum und Essen. Gaststudium in Ann Arbor (Michigan, USA). 1997 Promotion. Von 1996 bis 2006 Deutschlehrer an der Rudolf-Steiner-Schule Dortmund. Von 2004 bis 2008 wissenschaft­licher Mitarbeiter an der Universität Paderborn. Seit 2008 Professor für Schulpädagogik mit dem Schwerpunkt Waldorfpädagogik und Leiter des Fachbereichs Bildungswissenschaft an der Alanus Hochschule in Alfter bei Bonn. 

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