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"Weisheit vom Menschen"

Aus den griechischen Worten "anthropos" (Mensch) und "sophia" (Weisheit) zusammengesetzt heisst "Anthroposophie" wörtlich "Weisheit vom Menschen". Sie versteht sich als ein philosophisch-wissenschaftlich fundierter, spiritueller Erkenntnisweg. Dieser Weg wurde von Rudolf Steiner am Anfang des 20. Jahrhunderts begründet und hat seither viele Menschen auf der ganzen Welt bereichert. Anthroposophie führt durch individuelle Schritte zu neuen Erkenntnissen und Lebensimpulsen. Anthroposophie umfasst daher kein System von festgelegten Themen und Ansichten. Ihre zentralen Fragestellungen ergeben sich aus einer existentiellen Auseinandersetzung von Zeitgenossen mit der Gegenwart. Einige leitdende Gedanken sind dabei:

Einführende Texte als Download

1. Geisteswissenschaftliches Studium und meditative Praxis
Jörgen Smit
Der Beginn eines Erkenntnisweges
Heinz Zimmermann
Das Studium der Geisteswissenschaft als Voraussetzung für Forschung auf geistigem Felde
Bodo von Plato
Von der Selbsterziehung
Rudolf Steiner
Nebenübungen
Rudolf Steiner
Von dem Vertrauen, das man zu dem Denken haben kann, und von dem Wesen der denkenden Seele vom Meditieren

2. Geisteswissenschaftliche Menschenkunde
Rudolf Steiner
Das Wesen des Menschen

3. Reinkarnation und Karma
Martin Basfeld
Karma-Erkenntnis und Karma-Gestaltung
Rudolf Steiner
Wiederverkörperung des Geistes und Schicksal

4. Christologie und Hierarchienlehre
Rudolf Steiner
Die geistige Führung des Menschen und der Menschheit

6. Entwicklungs- und Zeitfragen
Bodo von Plato
Von der Kraft freier Verhältnissetzung

«Anthroposophie ist ein Erkenntnisweg, der das Geistige im Menschenwesen zum Geistigen im Weltall führen möchte.»

 

Rudolf Steiner. Anthroposophische Leitsätze. GA 26

Was ist Anthroposophie?

Neues Verständnis kosmologischer, mythologischer, religiös-sozialer Fragestellungen

In den letzten Jahrhunderten hat der Mensch zunehmend Verantwortung für seine eigene Existenz, für die Formen des Zusammenlebens und die Gestaltung seiner Lebenswelt übernommen. Dafür muss er sich auch hinreichend befähigen. Zunehmend hat er auch mit dem Paradox zu leben, dass er sich erst selbst zu dem entwickeln muss, was er seinem Wesen nach sein kann. Das drückt sich in dem anthroposophisch orientierten Meditations- und Übungsweg aus. Welche Idee des Menschen er sich dabei als Ideal setzt, liegt in seiner individuellen Entscheidung - und wird bindend für die eigene Zukunft. Sein Menschenbild schafft somit Wirklichkeit und konfrontiert den Einzelnen mit seinen eigenen Existenzentscheidungen – dies ist der Ansatz des anthroposophischen Verständnisses von Reinkarnation und Karma. Diese ist die andere Seite der Freiheitsfähigkeit des Menschen, die seit dem 20. Jahrhunderts existenzielle Lebensproblematik geworden ist: denn die Konsequenzen des Menschenbildes betreffen zunehmend die soziale und natürliche Mitwelt. Der Mensch steht so in wachsendem Mass in einem schöpferischen Zusammenhang mit der ganzen Welt. Anthroposophie als Geisteswissenschaft versucht diesen schöpferischen - d.h. geistigen - Zusammenhang zu verstehen und im Verstehen teilhabend mitzugestalten. Ein breites Feld für ein neues Verständnis kosmologischer, mythologischer, religiös-sozialer Fragestellungen. 

Die Anthroposophische Gesellschaft mit ihrem Mittelpunkt am Goetheanum in Dornach/Schweiz möchte für diese Fragen einen lebendigen Raum bilden, in dem sich Menschen treffen können, um diese Fragen zu bearbeiten, um in der Begegnung in ihrer Menschlichkeit zu wachsen und zu Inspirationen zu kommen, um an der Welt der Gegenwart mitzugestalten. 

Die Seiten dieses Bereichs informieren zu diesen grundlegenden Aspekten der Anthroposophie und über Leben und Werk ihres Begründers Rudolf Steiner. 

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Steiner, Rudolf

Anthroposophie

Ein Erkenntnisweg in 185 Stationen. Anthroposophische Leitsätze

Vor seinem Tod unternahm Rudolf Steiner einen letzten Ansatz, das Wesen der Anthroposophie nochmals von Grund auf als "Anthroposophische Leitsätze" in Worte zu fassen. Die kurzen, durch seinen Tod fragmentarisch gebliebenen 185 Abschnitte bilden in ihrer knappen, präzisen Sprache Inhalte für ein meditatives Erarbeiten der Anthroposophie. Durch die konzentrierte Darstellung, ohne die später erläuternd und vertiefend hinzukommenden Ausführungen in den "Briefen an die Mitglieder", tritt der Keimcharakter dieser Sätze für ein Spiritualisieren des Denkens in seiner ganzen bewegenden Kraft hervor.

Herausgegeben von Taja Gut

Die kleinen Begleiter

Seiten: 156, Leinen

1. Auflage 2004

978-3-7274-5291-8

Rudolf Steiner Verlag