FondsGoetheanum: Landwirtschaft

FondsGoetheanum: Landwirtschaft

Ein Huhn, zwei Nutzen, dank Ihren Spenden

Das im FondsGoetheanum im Oktober 2008 vorgestellte Forschungsprojekt des Vereins für biologisch-dynamische Landwirtschaft und des FiBL zum Zwei- nutzungshuhn hat sich erfolgreich weiterentwickelt.

Dieses Projekt hatte zwei Ziele: Erstens eine Hühnerlinie zu finden, die robust ist, zwei bis vier Jahre lebt und während dieser Zeit eine gute Legeleistung hat, und zweitens, dass alle Küken am Leben bleiben. Denn die heute übliche Eierproduktion ist anders. Die Hühner sind auf hohe Legeleistung und wenig Futterverbrauch gezüchtet und leben maximal 1,5 Jahre. Die einen Tag alten Küken werden nach Geschlecht getrennt. Die männlichen Küken werden getötet, die weiblichen aufgezogen. Bei diesen Hühnern geht die Eierproduktion nach einer Lebensdauer von 60 – 70 Wochen rapide zurück, die Hühner werden geschlachtet und das Fleisch wird als Tierfutter verwertet.

In der Versuchsreihe verschiedener Hühnerrassen überzeugte die Rasse Sussex. Sie hat sich auf den 6 Demeter-Höfen, die sich als Versuchsbetriebe zur Verfügung stellten, sehr gut bewährt, nicht nur in Bezug auf die Eierproduktion. Die Hühner verhalten sich artgerecht. Sie zeigen das ursprüngliche Verhalten bei der Futteraufnahme und insbesondere in Bezug auf ihren natürlichen Feind, den Habicht. Die Bestätigung der guten Eigenschaften auf den Höfen führte dazu, dass im Frühling 2010 die erste Bio-Elterntierherde im FiBL-Hof aufgezogen wurde. Ab November dieses ­Jahres sind Bio-Bruteier zum Ausbrüten der Küken verfügbar. 

FondsGoetheanum: Landwirtschaft
Sussex-Hühner im Freilauf.

Die letzte Projektphase, die Aufzucht der männlichen Küken, hat begonnen. Der erste Vorversuch war erfolgreich. Die Sussex-Hähnchen haben sich gut entwickelt. In der Verkostung ist das Fleisch durchwegs als sehr gut beurteilt worden, es ist muskulöser und zugleich kräftiger im Geschmack. Nicht nur die Aufzucht der Hähnchen bedeutet Neuland, sondern auch die Vermarktung dieser speziel­len «Poulets». Denn sie sind etwas teurer als herkömmliche Poulets. Wir hoffen, dass sich ge­nügend Menschen finden, die bereit sind, für diese umfassende Qualität den etwas höheren Preis zu bezahlen.

Die Hühner können dank der robusten Rasse länger leben und die männlichen Küken werden nicht gleich nach dem Schlüpfen getötet. Der FondsGoetheanum hat ermöglicht, dass dieses wichtige Forschungsprojekt realisiert werden konnte. 

Susanna Küffer Heer 

www.demeter.ch