FondsGoetheanum: Sozialtherapie und Heilpädagogik

FondsGoetheanum: Sozialtherapie und Heilpädagogik

Weltumfassend

Die anthroposophische Heilpädagogik und Sozialtherapie

Rüdiger Grimm

Rüdiger Grimm, Prof. Dr. phil., ist Sekretär der Konferenz für Heilpädagogik und Sozialtherapie, Medizinische Sektion der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft, am Goetheanum in Dornach und Professor für Heilpädagogik an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter bei Bonn. Er publizierte u.a. «Kompendium der anthroposophischen Heilpädagogik» im Ernst Reinhardt Verlag, München

Weltumfassend – die anthroposophische Heilpädagogik und SozialtherapieHeilpädagogik und Sozialtherapie auf anthroposophischer Grundlage gibt es seit mehr als 80 Jahren. Die ersten Angebote und Einrichtungen entstanden in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts.

Dr. phil. Rudolf Steiner, dessen geisteswissenschaftliche Forschungen in vielen Lebensbereichen Früchte trugen, gab auch die Starthilfe für die anthroposophische Heilpädagogik, die heute in 45 Ländern mehr als 650 Einrichtungen und Angebote umfasst.

Die Bewegung begann in denkbar einfachen Verhältnissen: in einer kleinen Lebensgemeinschaft bei Jena in Thüringen, in einer Sonderklasse an der ersten Waldorfschule in Stuttgart und in einer Gruppe für Kinder im Klinisch-Therapeutischen Institut von Dr. med. Ita Wegman. Aus diesem ging dann später der bekannte Sonnenhof in Arlesheim hervor. 

Die anthroposophische Heilpädagogik und Sozialtherapie ist international vernetzt. Vertreterinnen und Vertreter aller Länder und Arbeitsbereiche arbeiten zusammen. Erfahrungsaustausch der verschiedenen Fachgruppen, internationale Tagungen und Kongresse zu Fachthemen sowie Ausbildung und Forschung tragen zur Entwicklung von Methoden und Praxiskonzepten bei. Von besonderer Bedeutung ist dabei der Transfer von Wissen und Erfahrung.

Die Einrichtungen verstehen sich als öffentliche Angebote für Menschen mit unterschiedlichem Hilfebedarf und unterschiedlichen Beeinträchtigungsformen. Sie stehen im Dialog mit der Fachöffentlichkeit und der Gesellschaft. Sie sind Teil des sozialen Angebots und werden von der öffentlichen Hand finanziell unterstützt. Die Einrichtungen sind für jeden Menschen offen, unabhängig von seiner Herkunft, Weltanschauung oder Religion.