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Die Sommer-Ausgabe des Demeter Journals ist frisch erschienen und liegt Ende der Woche im Naturkostfachhandel aus. Diesmal dreht sich alles um ein großes Thema: die Liebe. Doch keine Sorge vor Kitsch und rosa Herzchen, denn es geht um die Liebe in all ihren Facetten: zu Menschen, Tieren, der Natur, zur Arbeit – und zu sich selbst.

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Der Klimawandel ist Realität. Wir erleben es auf unseren Höfen. Jeder, der mit der Natur arbeitet, macht heute extreme Wettersituationen durch. Man ist konfrontiert mit verdorrten Kulturen oder von Starkregen abgeschwemmten Böden. Die Viehhaltung kann zu einer Gratwanderung werden, wenn die Weiden austrocknen. Der Grundwasserstand sinkt, Quellen versiegen. Der Waldbestand ist mit abgestorbenen Bäumen durchsetzt.

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Häufigere und längere Dürreperioden, Starkregen als weiteres Extrem – das gefährdet Ernten und fordert die Landwirte heraus. Was Demeter-Bauern tun, um den Boden zu schützen und fit für den Klimawandel zu machen, lesen Sie in der Mai-Juni Ausgabe von Lebendige Erde, der Fachzeitschrift für Biodynamische Agrarkultur.

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Ob in der Fläche, an Produkten, aber auch in den eigenen Ansprüchen: Demeter wächst. Der neue Entwicklungsbericht 2019/2020 des Demeter e.V. steht unter dem Motto „Profil schärfen“ und liefert dazu Zahlen und Einblicke.

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Der heutige „Tag der Erde“ gibt Anlass, daran zu denken, dass wir neben der Corona-Krise die anderen globalen Herausforderungen im Blick behalten müssen. Um Klimawandel, Verlust von Lebensräumen und Artenvielfalt, Plastikmüll und Wasserverschmutzung zu stoppen, braucht es entschiedene Schritte in der Politik. Aber auch eine Rückbesinnung auf regionale Wirtschaftskreisläufe.

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Rund 200 Schüler*innen von 8 Steinerschulen nehmen derzeit an dem Hausgartenprojekt Steinerschulen Schweiz teil

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In Vaux-sur-Morges pflegen die Gebhards den Geist des Wandels

Von den 47’000 Schweizer Betrieben sind nur 320 biodynamisch

Demeter.ch

Sein Reich ist gross, aber Claude-Alain Gebhard (62 Jahre alt) zeigt sofort auf den Waldrand, am Rande seines Landes. Ein Berner Agronomiestudent mäht im Rahmen eines Praktikums das invasive Gras unter den Zäunen. „Es ist gut, Intellektuelle auf die Felder zu bringen“, lächelt der Betreiber des Bauernhofs En Berauloz in Vaux-sur-Morges.“

Hier sind synthetische Produkte verboten. Der gesamte Betrieb wird nach den Vorgaben der Bio Suisse bewirtschaftet. Und er wurde soeben mit dem Demeter-Label zertifiziert, das die Praxis des biologisch-dynamischen Landbaus bescheinigt.

Nicht immer war der Mann der Natur so nahe. Bevor er 1991, als sein Vater starb, das Gut übernehmen musste, war er bei Rhône Poulenc und Sandoz beschäftigt. „Ich habe in der Chemie angefangen, wo ich Pflanzenschutzmittel validiert habe, bevor sie auf den Markt kamen“, sagt er. Das hat mich gegenüber synthetischen Substanzen kritisch gemacht. Ich wechselte allmählich die Seiten, ohne es jemals zu bereuen. Aber ich bin auch froh, dass ich mir die Zeit genommen habe. Denn zwischen Agrochemie und Biodynamik liegt noch ein langer Weg. In diesem Bereich dürfen wir die Landwirte nicht drängen.“

Der bodenständige Wissenschaftler verzichtete daher auf synthetische Moleküle, dafür legt er Schafgarbe in Hirschblasen oder füllt Kuhhörner mit Mist und Kieselsäure, nach den biodynamischen Prinzipien von Rudolf Steiner. Die gewonnenen Substanzen werden in homöopathischer Dosis auf die Felder des Anwesens gesprüht, um das Lebendige anzuregen. Für den Landwirt ist die Biodynamik ein vielversprechender Ansatz zur Ressourcenautonomie. „Ich bin überzeugt, dass wir in diese Richtung gehen können, denn wir müssen ein Gleichgewicht zwischen wachsender Demografie und begrenzten Ressourcen, insbesondere Nahrungsmitteln, wiederherstellen, ein globales Problem, das mich betrifft. Wir, die Bauern, die die Grundwerte unserer Zivilisation durch die Arbeit mit dem Lebendigen und die bewusste Nutzung unserer empfindlichen Ressourcen vertreten, müssen schnell den Weg weisen. Es gibt Hinweise, dass es gelingen kann, ohne auf Tiertraktion oder Chemie zurückgreifen zu müssen.“ Auf seinen 70 Hektar Land hat der Agrarwissenschaftler ein geeignetes Experimentierfeld gefunden. Er züchtet Vieh, baut aber auch Soja und sogar Zuckerrüben an. Alles biologisch.

Die Schweiz, das ideale Laboratorium

Für Claude-Alain Gebhard ist die Schweiz das ideale Labor. Das Land, erinnert er sich, schafft es, 50% seiner Nahrungsressourcen auf knapp einer Million Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche zu produzieren. „Und wir sind in der Lage, diese Rate trotz des Rückgangs der Zahl der Landwirte und der Anbauflächen, die von der Urbanisierung und den Wäldern verschlungen werden, aufrechtzuerhalten und uns gleichzeitig allmählich der synthetischen Produkte zu entledigen. Wenn nicht die Schweizer Landwirte bei diesem Übergang eine Vorreiterrolle spielen, wer denn sonst? Unser Land hat die Werkzeuge, die Anreize für Innovationen und das Geld dafür.“

Aber auch hier ist der Weg lang: Von den 47’000 Schweizer Betrieben sind nur 320 biodynamisch.

Im Gegensatz zu seinen Berufskollegen ist Claude-Alain Gebhard sehr positiv eingestellt gegenüber dem Sozialvertrag, der die ökologischen Leistungen der landwirtschaftlichen Welt erhöht. „Die öffentliche Unterstützung der Landwirtschaft im Austausch für verschiedene Dienstleistungen ist ein ausgezeichnetes Modell, auch wenn Direktzahlungen einige negative Auswirkungen haben: Jeder will seinen Traktor haben, obwohl es völlig reicht, einen zu teilen.“

Ihm zufolge sind die Bauernhöfe in diesem Land zu gross, zu schwer und zu schwierig zu übertragen geworden. „Aber, fügt er hinzu, unsere jungen Leute sind auf Arbeitssuche und wir haben zu wenig Hände. Gibt es keine Lösung?“ Zu den Vorteilen seines Berufes zählt für den Landwirt aus Vaux-sur-Morges die Arbeit in der Natur und mit Tieren, vor allem aber die Entscheidungsfreiheit. Und um den Beruf weiterzuentwickeln: „Anspruchsvoll zwar, aber im Gegenzug bietet er uns den Vorteil einer guten Lebensqualität.“

Auf dem Gut En Berauloz herrscht Optimismus. Die Sonne scheint mit tausend Sonnenstrahlen. Auf den Dächern des Bauernhofs wird Photovoltaikstrom produziert, 400.000 kWh werden direkt in das Romande-Energie-Netz eingespeist. Genug, um den Bedarf von 120 Haushalten zu decken.

In Gedanken versunken, vergisst Claude-Alain Gebhard seine Frau Marie-Claire nicht: „Ohne sie wäre die Bewirtschaftung des Anwesens unmöglich. Sie erledigt mindestens die Hälfte der Arbeit. So ist es fast überall in der Schweiz, wo die Landwirtschaft eine familiäre Orientierung angenommen hat. Meine Frau ist sehr beschäftigt. Ich werde sehen, ob sie uns empfangen kann.“

 

Der Betrieb

Der Hof En Berauloz ist seit drei Generationen ein Familienbetrieb. Das Unternehmen verfügt über drei Arbeitsplätze und bildet Lehrlinge aus. Es umfasst 70 Hektar braunes Land zwischen den Venoge und Aubonne, und hat eine Alpwirtschaft auf der Alp La Capitaine im Vallée de Joux.

Die Tiere

Die Rinderherde besteht aus etwa 40 hellen Aquitanischen Mutterkühen, gefolgt von ihren Kälbern aus der natürlichen Zucht eines zornigen Bullen: insgesamt hundert Tiere. Freizeitpferde, drei Esel zum Schutz der Herde vor grossen Raubtieren auf der Alp, Schafe zur Beweidung der Hochstammobstgärten, ein Bienenstand und Schweine zur Selbstversorgung ergänzen das Vieh.

Die Produktion

konzentriert sich auf hochwertige Rindfleisch- und Feldfrüchte, Getreide, Mais, Raps, Sonnenblumen und Hülsenfrüchte (Soja, Linsen) sowie die Saatgutproduktion. Seit 2018 wird die Zuckerrübe auf dem Hof wieder angebaut.

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