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Demeter

Ökologische Bienenhaltung

Natürlich, wesensgemäß und zukunftsfähig - Demeter-Imkerei Summtgart. Die beiden leidenschaftlichen Berufsimker wollen gerade in Zeiten von Umweltgiften, Überzüchtung und Bienensterben zeigen, wie wichtig und zukunftsfähig die Arbeit mit Bienen ist.

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Mellifera e. V.

Neonics endlich verbieten

Neonicotinoide sind Nervengifte, welche #BieneMenschNatur schädigen. Letzte Woche hätte die EU über ein Verbot entscheiden müssen, aber die Mitgliedsstaaten haben die Entscheidung (mal wieder) verschoben.

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Demeter

Demeter Berlin-Brandenburg und Sachsen

Auf einer gemeinsamen Mitgliederversammlung haben am 11.04.2018 die beiden Demeter-Landesarbeitsgemeinschaften von Berlin-Brandenburg und Sachsen ihre gemeinsame Zukunft beschlossen.

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SEKEM

Helmy Abouleish wird UN-Champion für Kampf gegen Klimawandel

Im Rahmen der NAP (Nationaler Anpassungsplan) Expo, die von der UNFCCC (Übereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen) vom 4. bis 6. April in Sharm El Sheikh ausgerichtet wurde, ist SEKEMs Geschäftsführer Helmy Abouleish zum vierten internationalen NAP-Champion gewählt worden.

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demeter

Biodynamische Präparatepraxis weltweit

Herzstück der biodynamischen Arbeit : der Herstellung biodynamischer Präparate und ihrer jeweiligen Ausgestaltung in verschiedenen Kulturen und Kontinenten.

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demeter

Johannes Kamps-Bender neuer Demeter-Vorstand

Der Demeter-Aufsichtsrat hat mit Johannes Kamps-Bender einen Experten mit mehr als zwanzig Jahren Führungserfahrung in der strategischen Markenbildung, Markenführung und -kommunikation, im wertschätzendem Vertrieb des Handels- und Dienstleistungsgewerbes sowie in der strategischen Beratung und Betreuung von Verbänden und Non Profit Organisationen zum Vorstand berufen.

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demeter schweiz

Broschüre zur ausserfamiliären Hofübergabe

Jährlich beschäftigen sich hunderte von Bauernfamilien mit dem Generationenwechsel auf ihrem Betrieb. Nicht immer ist die Hofnachfolge innerhalb der Familie möglich oder gesichert

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Nachhaltige Lebensstile folgen keiner Kosten-Nutzung-Rechnung

Gedankenaustausch rund um das Wachstumsthema

Der Club of Rome prägte in den 1970er Jahren durch „Die Grenzen des Wachstums“ durchaus auch Akteure der Bio-Branche. Professor Dr. Christian Berg ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft des Club of Rome und Initiator des Papiers „Wachstum? Ja bitte – aber 2.0“. In sieben Thesen geht es darin um angemessenes Wachstum. Boris Voelkel leitet den Einkauf des Naturkostsaftherstellers Voelkel. Beide begegnen sich in den Räumen der Christian-Albrechts-Universität in Kiel zu einem Gedankenaustausch rund um das Wachstumsthema.

Leben, produzieren, konsumieren in Westeuropa – wie kann uns das heute gelingen ohne die natürlichen Lebensgrundlagen zu zerstören?

Christian Berg: Eins vorweg: Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass die Welt immer mehr zusammenrückt. Eine Beschränkung auf Europa ist daher schwierig. In den sieben Wachstumsthesen sagen wir, so wie wir derzeit mit Ressourcen und Natur umgehen, kann es nicht weiter gehen. Wir leben tief im roten Bereich. Gleichzeitig haben die Entwicklungs- und Schwellenländer einen enormen Nachholbedarf. Wir haben weder die moralische Legitimation noch die praktische Möglichkeit, den zu verhindern. Es gibt auch gute Gründe, dort möglichst schnell Wachstum zu ermöglichen. Viele Gesellschaften haben erfahren, dass mit steigendem Wohlstand die Geburtenrate zurück geht. Wachstum gehört dem Wesen nach zum Menschen und zur menschlichen Entwicklung. So, wie wir jedoch derzeit wachsen, kann es nicht weitergehen. Deswegen haben wir gesagt, wir brauchen ein neues Wachstum – ein Wachstum 2.0.

Boris Voelkel: Und ich verstehe nicht, warum Wachstum 2.0. Das leuchtet mir nicht ein. Ich sehe gerade in den Industrienationen null Bedarf, noch weitere Autobahnen zu bauen.

CB: 2.0 sagt, wir müssen mehr in Gleichklang mit den natürlichen Kreisläufen kommen. Ein Beispiel: es gibt Schätzungen, wonach die Windel den größten Anteil am deutschen Hausmüll hat. Es ist überhaupt nicht einzusehen, dass eine Windel, die durch 1000 Qualitätskontrollen gegangen ist, im Hausmüll landet. Wir brauchen ein ganz neues Denken in Zusammenhängen. Es geht nicht darum, wie wir punktuell einzelne Produkte verbessern können.

Was schwebt Ihnen vor für die Windel? Wie sieht ein geschlossener Kreislauf aus?

CB: Ein Bekannter von mir ist einer der Gründer der sogenannten Blue Economy. Gunter Pauli, mit dem ich zusammen im Club of Rome aktiv bin, hat ein System entwickelt, in dem man mit Hilfe von Windeln Kompost entwicklen kann. Er sagt, die Windel müsste kostenlos sein unter der Maßgabe, dass sie voll zurückgebracht wird. Und mit dem Kompost, der daraus entsteht, werden dann Obstbäume gedüngt. Gunter Pauli hat berechnet, dass man mit den Nährstoffen eines einzigen Babys Dutzende, wenn nicht hunderte Obstbäume ziehen kann.

Wachstum 2.0: Im Gleichklang mit natürlichen Kreisläufen

Bei "Wachstum? Ja bitte - aber 2.0" trägt die siebte These den verheißungsvollen Titel "Positive Leitbilder für nachhaltige Lebensstile". Was sind für Sie positive Leitbilder?

CB: Die Frage ist, was uns letztlich wichtig ist im Leben und was uns Zufriedenheit gibt. Der Mystiker Thomas Merton hat gesagt, dass viele Menschen ihr ganzes Leben damit beschäftigt sind, eine Leiter hochzuklettern, um dann festzustellen, dass diese an der falschen Wand lehnt. Müssen wir nicht die Frage stellen, welches Leben wollen wir, was macht das Leben lebenswert? Und dann ist man dabei, neue, nachhaltige Lebensstile zu entwickeln - wobei ich keine Patentantwort habe. Ich bin mit mir selber immer wieder im Konflikt und denke, ich könnte noch einiges anders machen. Wollen wir unser Leben nach Kosten-Nutzen-Aspekten ausrichten? Oder sagen wir,"nein, es gibt auch einen Raum, der in sich wertvoll ist und wo das Leben eigentlich stattfindet, der der Marktlogik nicht zugänglich ist.

Ich nehme gerne das Beispiel der Giving Pledge-Initiative von Warren Buffett und Bill Gates. Die stellen einen Großteil ihres Vermögens für wohltätige Zwecke zur Verfügung. Aber man muss auch sehen, dass die geradezu idealtypisch das Erfolgsmodell des American Dream verkörpern. Und damit jede Menge Kollateralschäden verursachen. In dem System werden die realen Kosten nicht berücksichtigt, sondern auf die Umwelt ausgelagert und in die Zukunft verschoben.

BV: Wenn wir das Kosten-Nutzen-Rechnen wenigstens ordentlich machen würden. Wir beziehen ja viele reale Kosten gar nicht ein.

Ich möchte einen Bogen zu meinen Urgroßeltern schlagen, die um 1930 durch Rudolf Steiner inspiriert wurden. Sie lebten unter starken Entbehrungen und waren trotzdem auf der Suche nach Sinn. Irgendwie ist das doch ein starkes Urbedürfnis.

CB: Da stimme ich Ihnen auf jeden Fall zu. Viktor Frankl, ein Psychoanalytiker und Psychiater, hat in den 1960/70ziger Jahren die These vertreten, dass der fehlende Sinn Ursache für sehr viele Erkrankungen wäre, gerade für psychische.

BV: Ich habe mir Ihren Lebenslauf angeguckt und finde Ihre Bandbreite sehr eindrucksvoll. Das halte ich für zukunftsweisend, die Sachen nicht isoliert anzugucken, sondern den Gesamtkontext und so eine breite Urteilsfähigkeit zu entwickeln. Rudolf Steiner stellte vor fast 100 Jahren durch Hinweise von Landwirten fest, dass die Pflanzen immer weniger Lebenskräfte in sich hatten. Und wenn sie keine Lebenskräfte mehr haben, können sie auch keine an den Menschen weitergeben. Genau da setzt er mit der biologisch-dynamischen Landwirtschaft an. Er möchte den Menschen eine Nahrung an die Hand geben, die diese Lebenskräfte wieder hat. Daran arbeiten wir mit.

CB: Zu Rudolf Steiner kann und möchte ich nicht viel sagen. Ich glaube aber, dass es wichtig ist, den Menschen als Teil der Natur zu verstehen, die auch nicht bei den Tieren aufhört. Aus christlicher Perspektive sage ich, wir haben eine Verantwortung für die Schöpfung. Sie ist nach meinem Verständnis ein Ordnungsgeschehen und wir Menschen sind dazu berufen, in diesem Ordnungsgeschehen statthalterisch zu handeln. Aber davon sind wir weit entfernt.

Man geht nicht mehr zum Joggen in den Wald, sondern stellt sich auf ein Laufband, guckt dabei Fernsehen und hat dabei vielleicht noch Stöpsel im Ohr. Man macht alles "um zu". Es ist wie bei Momos grauen Herren, immer konkret zweckgebunden. Nun will ich das auch nicht verteufeln, wer daran Spaß hat und sagt, das ist meine Art der Entspannung, der mag das tun. Für mich persönlich wäre das nichts. Aber ich habe den Verdacht, dass wir mit dieser Logik an alles herangehen.

Wer kann solche Lebenseinstellungen fördern? Kann das Jemand? Kann das die Schule, kann das das Elternhaus noch, kann das Religionsunterricht?

BV: Ich kann sehr empfehlen, in der Natur spazieren gehen. Da kommen mir die besten Ideen. Mich fasziniert Landwirtschaft – sie greift wirklich in alle Lebensbereich ein. Sehen Sie, Herr Berg, ein authentisches Bemühen Umweltthemen wirklich voran zu bringen, an einer Nachhaltigkeit authentisch zu arbeiten?

» zum ganzen Gespräch auf demeter.de

Moderation: Cornelia Kreutzer

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