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Bild: Katrin Bader, Demeter e.V.

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IG Hornkuh

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Valengiron
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032 493 30 25
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IG Hornkuh URI
Priska Welti
Eggelistr.24
6467 Schattdorf

041 870 88 47
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Berghof Stärenegg
CH-3555 Trubschachen

034 495 56 95
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IG Hornkuh Ostschweiz
Eugen Schwaller
Kreuzeggweg 28
8400 Winterthur

079 396 21 61
052 346 21 61
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IG Hornkuh Schwyz
Alfons Bürgler
Postfach 29
6422 Steinen

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FiBL Demeter Bioland & IBLA Die Bedeutung der Hörner für die Kuh 2016

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FiBL Demeter Bioland & IBLA Die Bedeutung der Hörner für die Kuh 2016

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Hörner

Warum braucht das Rind Hörner?

Ganze Kühe haben Hörner
Hörner sind wichtige Organe der Kuh
Milch von ganzen Kühen hat umfassendere Qualität
Demeter Kühe haben Hörner

  • Evolution. Der Auerochse hatte mächtige Hörner.
  • Anatomie. Der Hornzapfen ist ein durchbluteter und von Nerven durchzogener Knochen, komplett mit dem Schädel verwachsen und über Hohlräume mit den Stirn- und Nasennebenhöhlen verbunden. Das Horn ist warm, auf Berührung empfindlich und lebendig!
  • Kommunikation. Jede Stellung der Hörner gegenüber Artgenossen ist eine Botschaft. Mit dem Vorzeigen der Hörner verhindern Kühe direkte Auseinandersetzungen; die Rangordnung lässt sich so auf Distanz klären.
  • Sozialverhalten, Komfortverhalten. Kühe können sich selber und sie können sich gegenseitig mit dem Horn kratzen oder aneinander reiben, ohne sich zu verletzen. Das zeugt vom Bewusstsein und von der Kontrolle über das eigene Horn.
  • Stoffwechselorgan, Verdauung. Die bei der Vergärung des Futters im Pansen entstehenden Gase gelangen mit dem Rülpsen der Kuh in ihre Atmungsluft. Sie steigen via Nasen- und Stirnhöhlensystem bis ins Horn und passieren an den Schleimhäuten dieser Höhlen wahrscheinlich die Gas-Blut-Schranke.
  • Genetisch hornlos. Genetisch hornlose Rinderrassen gibt es seit einigen Jahrhunderten. Die Hornlosigkeit, welche dominant vererbt wird, ist vermutlich spontan aufgetreten und dann weitergezüchtet worden.
  • Unfallgefahr. Die Unfallstatistik widerspiegelt das Hauptargument der Gegner nicht. Hornunfälle können passieren, aber Unfälle durch Tritte kommen bedeutend häufiger vor. Auch dass Personen von Tieren gegen eine Wand gedrückt werden, geschieht häufiger, als dass sie durch Hörner verletzt werden.
  • Tierschutzgesetz. Gemäss Fachleuten verstösst das routinemässige Enthornen gegen das geltende schweizerische Tierschutzgesetz.
  • Laufstallhaltung. Behornte Kühe lassen sich sehr wohl im Freilaufstall halten, wenn dieser richtig dimensioniert und eingerichtet ist und das Management ruhig und gut durchdacht ist. Auch Rassen mit grossen Hörnern funktionieren gut im Laufstall, zum Beispiel das Salers-Rind.
  • Wärmehaushalt. Es gibt wissenschaftliche Studien, die zeigen, dass die Hörner den Kühen in tropischen Klimazonen auch zur Regulierung der Körpertemperatur dienen.

>> Argumente zur Hornkuh-Initiative

Wissenschaftliche Untersuchung horntragneder Kühe

demeter.de

In diesem Projekt soll die Umstellung von enthornten auf behornte Milchkühe oder von Anbinde- auf Laufstallhaltung mit behornten Kühen wissenschaftlich sowie durch Beratung begleitet und auf der Grundlage der Untersuchung des Prozesses Empfehlungen für die landwirtschaftliche und die Beratungspraxis abgeleitet werden. Dabei sollen die Erfahrungen von Betrieben mit etablierter Haltung horntragender Kühe einbezogen werden. Insgesamt werden 40 Betriebe in das Projekt einbezogen: 32 bis 36 sogenannte Umstellungsbetriebe (U-Betriebe), die ihre Herden von enthornt auf behornt oder von Anbinde- zu Laufstallhaltung umstellen und 4 bis 8 Vergleichsbetriebe mit Vorbildcharakter, deren Tiere im Laufstall bereits vollständig oder überwiegend behornt sind (V-Betriebe). In der ersten Winterstallhaltungsperiode wird je Betrieb (U- und V-Betriebe) eine umfassende Status-quo-Analyse durchgeführt. Die Ergebnisse werden anhand vorliegender Empfehlungen bewertet und betriebsindividuelle Berichte erstellt. Mit den Beratern werden Empfehlungen zur Beratungspraxis diskutiert und abgestimmt. Diese werden von den Beratern an die U-Landwirte weitergegeben und die Umsetzung mit Individualberatung sowie in Erfahrungs-Gruppen (Erfa-Gruppen) begleitet. Im zweiten und dritten Jahr werden die Betriebserhebungen in Kurzform wiederholt, um mögliche Veränderungen zu erfassen und zu bewerten. Die Ergebnisse werden mit den Beratern diskutiert und mit multiplen Regressionsanalysen mit den Zielgrößen „Verletzungen" sowie „agonistische Interaktionen" in Abhängigkeit von den Betriebsbedingungen und ggf. -maßnahmen sowie dem Hornstatus untersucht. Die Ergebnisse werden vor dem Hintergrund existierender Praxisempfehlungen und Erfahrungen aus den Erfa-Gruppen sowie der Berater bewertet. Ebenso wird der durchgeführte Beratungsprozess unter Berücksichtigung der Zufriedenheit der Landwirte bewertet. Befördert durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft (BMEL) über die BLE im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN).

Projektstart: 11/2014 und Projektende: 10/2017

Forschung

In einem gemeinsamen Projekt der Universität Kassel und den Verbänden Bioland und Demeter wird die Haltung Hörnertragender Rinder im Laufstall untersucht. Ziel dabei ist es, aus den Erfahrungen weitere Beratungsempfehlungen, Leitlinien und Richtwerte abzuleiten, die für die Haltung horntragender Tiere relevant sind.

Auch diese Informations-Webseite dient dazu, die Bewusstseinsbildung für hörnertragende Kühe anzukurbeln.

Mehr Informationen über „Die Bedeutung der Hörner für die Kuh“ finden Sie in gleichnamiger Broschüre des Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL).

Ebenfalls vom FiBL gibt diese Broschüre Hinweise zu „Laufställen für horntragende Milchkühe“.

FiBL Demeter Bioland & IBLA Die Bedeutung der Hörner für die Kuh 2016