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Die Heileurythmie-Ausbildung für Ärzte entspringt der Intention Rudolf Steiners und befähigt den anthroposophischen Arzt zum kollegialen, qualifizierten Gespräch mit Heileurythmisten. Diese Ausbildung ist zwischen den Wochenendzusammenkunft (zweimal im Jahr) und den individuellen Übungsterminen geteilt und fängt im Februar an. Anmeldefrist am 1. Dezember.

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Fakt ist, dass sich die Homöopathie als ergänzende und nebenwirkungsarme Behandlungsmethode über viele Jahrzehnte bewährt hat und bei großen Teilen der Bevölkerung als ganzheitliche, ergänzende Therapierichtung großen Anklang findet: Repräsentative Umfragen machen deutlich, dass die Homöopathie von einer Mehrheit der Menschen in Deutschland befürwortet wird.

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Seit Jahren weisen die Hebammen auf den Notstand in der klinischen Geburtshilfe hin, der Mangel an Personal, ausgelöst durch die schlechten Arbeitsbedingungen, weitet sich zunehmend aus. Nun hat sich der Deutsche Hebammenverband (DHV) mit einem Brandbrief an die Fraktionsvorsitzenden der Regierungskoalition gewandt.

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Was hat die Pandemie mit unseren Kindern gemacht? Welche Auswirkungen hatten die Anti-Corona-Maßnahmen auf Jugendliche in den letzten beiden Jahren? Der Kinder- und Jugendreport 2022 kommt zu erschreckenden Ergebnissen

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Das sogenannte Masernschutzgesetz sieht vor, dass Kinder, die eine Betreuungseinrichtung besuchen und Kinder, die der Schulpflicht unterliegen, einen Masernimpfschutz nachweisen müssen. Wichtige und wenig beachtete „bittere Pille“: Der Impfstoff steht in Deutschland nur in einer Dreifachkombination mit Impfstoffen gegen Mumps und Röteln zur Verfügung. Als Folge werden auch diese Impfungen daher nun auch verpflichtend.

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Am 8. September 2022 beginnt in Zürich ein neuer Ausbildungsgang zum/zur Komplementärtherapeut*in Rhythmischen Massage Therapie. Die Absolvent*innen schliessen mit dem Branchenzertifikat ab und weiterführend mit der Höheren Fachprüfung zum Eidgenössischen Diplom Komplementärtherapie.

 

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Seit 18 Monaten wird in Deutschland gegen das SARS-Cov-2 Virus geimpft. Immer noch hören wir wenig darüber, dass es viele Menschen gibt, die über schwere Nebenwirkungen klagen. Die Datenlage bleibt unübersichtlich. Erst allmählich und eher zögerlich berichten Medien über das Auftreten von ernst zu nehmenden Nebenwirkungen nach einer Impfung gegen SARS-Cov-2.

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Kinder gegen Corona impfen?

Fragen an Georg Soldner, Kinderarzt und Co-Leiter der Medizinischen Sektion am Goetheanum.

Foto: Charlotte Fischer

Hinweis: Der Artikel erscheint als Vorabdruck aus der Zeitschrift »Frühe Kindheit«. Einzelne Ausgaben können Sie hier bestellen. Hefte, die älter als ein Jahr sind, stehen in unserem Archiv zum Download für Sie bereit.


Frühe Kindheit: Politiker empfehlen, die Impfung gegen Covid-19 ab fünf Jahren, die STIKO nur bei Vorerkrankungen und exponierter Gefährdung. Ist dieses Angebot risikostratifiziert?

Georg Soldner: Die europäische Zulassung für den neuen Kinderimpfstoff zwischen 5 – 11 Jahren gilt allgemein. Die Ständige Impfkommission teilte am 9.12.21 mit: »Die STIKO aktualisiert ihre COVID-19-Impfempfehlung und empfiehlt Kindern im Alter von 5 bis 11 Jahren mit Vorerkrankungen die Impfung gegen COVID-19. Bei individuellem Wunsch können auch Kinder ohne Vorerkrankung geimpft werden.« Der STIKO-Vorsitzende Mertens teilte vor kurzem der Presse mit, er würde ein gesundes Kind von 7 Jahren derzeit nicht impfen lassen. Rechtlich ist es so, dass die Eltern selbst entscheiden und wir stets die freie Impfentscheidung der Eltern unterstützt haben. Sachlich ist es so, dass wir Kinder- und Jugendärzte inzwischen die Kinder mit einem deutlich erhöhten COVID-Risiko kennen – da geht es z.B. um schwere Herzerkrankungen. Bei solchen Kindern empfiehlt jetzt die STIKO den neuen Impfstoff und sehr viele Eltern betroffener Kinder werden die Option auch wahrnehmen wollen.

FK: Wie sollen Eltern auf das Impfangebot reagieren?

GS: Wir sollten mit Eltern grundsätzlich so sprechen, dass sie sich mit jedem Impfentscheid von uns moralisch akzeptiert und damit frei in der eigenen Entscheidung fühlen. Zunächst kann man prüfen, ob das eigene Kind zu einer Gruppe mit erheblich erhöhtem Krankheitsrisiko bei COVID gehört. Das können z.B. Kinder mit schweren Behinderungen, nach Herzoperation oder erhöhtem Blutdruck der Lungengefäße sein. In den meisten Fällen liegt keine solche Vorerkrankung vor.

Jetzt gilt es kurz, eine Perspektive einzunehmen, die gar nicht so leicht ist: Nämlich das ganze Leben des Kindes zu überschauen und sich klarzumachen: Nicht heute, morgen, sondern frühestens übermorgen – im mittleren und höheren Lebensalter – stellt das SARS-CoV-2-Virus ein mögliches und zum Teil erhebliches Gesundheitsrisiko dar, wenn man dagegen keine Immunität entwickelt hat. Und da wissen wir doch sehr sicher: Die Langzeit-Immunität hängt von dem Teil des Immunsystems ab, der »zellulär« tätig und im Kindesalter optimal lernfähig ist. Nichts, wirklich nichts fördert die nachhaltige körpereigene Abwehr gegen ein spezifisches Virus besser als die volle Erstbegegnung mit ihm im Rahmen einer natürlichen Infektion. Wenn also das Risiko der Erstbegegnung für das Kind äußerst gering und sein Immunsystem »wissbegierig« ist, mit welchen Viren es im Leben öfter zu tun haben wird, sollten wir seinen Lernprozess nicht ohne Grund abschwächen und weniger nachhaltig gestalten. Denn es gilt inzwischen als gesichert, dass die Impfimmunität bei SARS-CoV-2 wesentlich kurzlebiger ist als die natürlich erworbene. Ich halte die Phrase, jetzt »Kinder zu schützen«, indem man um jeden Preis die natürliche Ansteckung verhindert, für nicht ehrlich, weil sie den Aspekt der Nachhaltigkeit ignoriert.

Ich möchte betonen, dass wir in Deutschland praktisch keine COVID-Todesfälle von primär gesunden Kindern haben. Nach jetzigem Wissen ändert auch Omikron nichts daran. Wir kennen sehr wohl seltene schwere Verläufe, PIMS, die wir gut behandeln können, und auch einzelne »Long-COVID«-Verläufe, wie es sie z.B. nach Pfeifferschem Drüsenfieber gibt – aber im Gegensatz zu den USA ist COVID 19 für Kinderärzte und Kinderkliniken in Deutschland nach wie vor kein wirklich schwerwiegendes Problem. Das sollten Eltern als Basisinformation erhalten.

FK: Was können Eltern alternativ zur Impfung tun, um ihre Kinder zu schützen?

GS: Nochmals: »Schützen« scheint mir hier wirklich der falsche Begriff zu sein – »ertüchtigen« schon besser – mit Kindern so umgehen, dass sie die Begegnung mit SARS-CoV-2 gut meistern. Zentral ist eine gesunde, selbst zubereitete, zuckerarme, obst- und gemüsereiche Ernährung, in einem gesunden zeitlichen Rhythmus, die im Winter auch genug Wärme vermittelt. Bewegung im Freien. Medienfasten der Familie, wie es David Martin und Silke Schwarz empfehlen.

FK: Gefährden Eltern ihre Kinder oder Kinder ihre Eltern, wenn sie nicht geimpft sind?

GS: Kinder und vor allem Jugendliche können Eltern und Großeltern anstecken, das ist mit den neuen Virusvarianten häufiger geworden, auch wenn es weiterhin bei kleineren Kindern seltener vorkommt als bei Erwachsenen. Im Haushalt kann ein voller Impfstatus die Rate an Virusübertragungen vermindern, aber in keinem Fall verhindern. Schutz geht nur mit Selbst-geimpft-Werden und Auffrischen des Impfschutzes. Das kann für gefährdete und hoch gefährdete Kinder Sinn machen, und da sind wir froh, dass wir einen Impfstoff haben, der eine viel niedrigere Dosierung hat als der aus meiner Sicht für Teenager zu hoch dosierte Erwachsenenimpfstoff. Ansonsten aber macht es eben Sinn für Erwachsene. Insofern kann die Impfung der Eltern zu einem entspannteren Familienleben beitragen. Wobei ich eines gleich bemerken möchte: Aus meiner Sicht ist die Begleitung jeder COVID-Impfung mit anthroposophischen Arzneimitteln sehr wichtig, damit sie besser vertragen wird. Besonders wichtig ist die Gabe von Arnica in niederer Potenz (D 6) fünfmal täglich für eine Woche nach der Impfung, in jeder Altersgruppe.

FK: Wenn ein Kind in Kindergarten oder Schule positiv getestet wurde, wie können Eltern die Quarantäne mildern?

GS: Das ist primär eine Frage an den kompetenten Pädagogen. Man kann auf jeden Fall aus dieser Zeit etwas machen, z.B. indem man eine besondere Geschichte erfindet oder erzählt in täglichen Fortsetzungen, die eben so lange wie die Quarantäne dauert und spannend ist. Man kann einen Quarantänekalender basteln, wie einen Adventskalender. Wo immer der Gang ins Freie möglich ist (eigener Balkon oder Garten), sollte der direkte Kontakt mit der Natur – und wenn es das Vogelhäuschen am Fenster ist – gesucht werden. Der Kontakt mit der Sonne, das Malen etc. Eine besonders frische, selbst zubereitete Nahrung. Und das alles mit soviel Mithilfe des Kindes wie möglich.

FK: Meinen Sie, es wird die Covid-19-Impfpflicht für Kinder kommen, ähnlich wie für Masern?

GS: Das glaube ich nun wirklich nicht. Angesichts der nicht nachhaltigen Impfstoffwirksamkeit, die weder vor Ansteckung noch Übertragung schützt, muss eine solche Kinderimpfpflicht – sollte sie Herr Lauterbach wider besseres eigenes Wissen erwägen – vor dem Verfassungsgericht durchfallen.

FK: Die offizielle Impfstrategie stößt auf breite Akzeptanz in der Bevölkerung, Nichtgeimpfte geraten zunehmend unter Druck und werden als unsolidarisch und irrational bezeichnet. Wie schätzen Sie diese Entwicklung ein?

GS: Der französische Philosoph Michel Foucault hat ausführlich beschrieben, wie verunsicherte Gesellschaften einen Sündenbock suchen – jemanden, den sie bewusst ausschließen können wie einst die Leprakranken, dann die psychiatrisch Kranken und zuletzt die Flüchtlinge. Auf die furchtbarste Form von Sündenbocksuche in Deutschland – es ist bezeichnend, dass sie mit der Pestepidemie begann – möchte ich nicht näher eingehen, denn damit dürfen wir das jetzige Problem wirklich nicht vergleichen.

Kurzum: Es ist die Suche nach dem Sündenbock. Nur eine Zahl von Anfang Dezember 2021: Die Zahl der Geimpften betrug damals in Israel 62,9 %, in Deutschland 69,7 %. Nur, dass in Israel der Glaube an die Dauer des Impfschutzes viel früher revidiert wurde als in Deutschland. Israel galt Anfang Dezember als leuchtendes Vorbild einer tatkräftigen Impfstrategie, weil nach dem 1. Oktober die Zahl der Hospitalisierungen abgenommen hatte, während sie in Deutschland zunahm. Der wahre Grund war ein Politikversagen: Man gaukelte ohne Datenbasis den Geimpften vor, sie seien jetzt immun und öffnete just dann die Schleusen, als der Impfschutz massiv an Wirksamkeit verlor. Ich könnte also fast sagen: Deutschland hätte seine 30 % Ungeimpften – bei den über 60-Jährigen waren es Anfang Dezember gerade noch 12 % – gut verkraftet, wenn die Geimpften besser geschützt gewesen wären durch einen Booster ab Sommerferienende. Zumindest könnte man das aus den israelischen Daten herauslesen. Übrigens hat sich sogar Christian Drosten gegen den Begriff der »Pandemie der Ungeimpften« ausgesprochen. Die schlichte Wahrheit war: Es gab zu viele nicht Geschützte unter den Ungeimpften wie den Geimpften und Illusionen über die reale Bedrohungssituation bei beiden Bevölkerungsgruppen. Die Politik hätte hier wunderbar integrieren und erklären können, was auch für die Medien gilt. Was wir stattdessen erlebt haben – in der Süddeutschen Zeitung wurden in einem Leitartikel die geltenden Grundrechte, sofern es um Ungeimpfte geht, als »kindisch« verhöhnt, in den Medien waren zum Teil unaussprechliche Beschimpfungen zu hören – hat über Jahre das Vertrauen in diese Medien und auch in unseren demokratischen Staat erschüttert. Ich kenne entspannte, geimpfte 40-jährige Leute, die aus Ekel vor der sprachlichen Verrohung ihr Abonnement z.B. der Süddeutschen Zeitung gekündigt haben.

»Wir werden uns viel zu verzeihen haben«, hat Jens Spahn in einem Moment der Erleuchtung zu Beginn der Pandemie geäußert. Ja, ich glaube, wir können alle an dieser Pandemie, an unseren spontanen Reaktionen, an unseren Erfahrungen sehr viel über andere und über uns selbst lernen. Es ist die Fähigkeit zum Neuanfang, die den Menschen auszeichnet. Jedes Neue Jahr erinnert uns daran.

 

Die Fragen stelle Mathias Maurer

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