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Freunde der Erziehungskunst

Die Webseite der Freunde der Erziehungskunst hat einen neuen Look. Nach langer Vorbereitungszeit konnte die Seite Anfang März 2019 online gehen.

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Waldorf 100

Studierende und Wissenschaftler*innen aller Fachrichtungen, sowie Lehrer*innen haben ab sofort die Möglichkeit, Praxisbeispiele aus der Klassenlehrerzeit an der Waldorfschule online zu streamen. Im neuen deutsch- und englischsprachigen Streaming-Portal stellt die Pädagogische Forschungsstelle kostenlos bisher unveröffentlichtes Filmmaterial für Lehrerbildung und Forschung bereit. 

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atempo

Im Jahr 2019, in dem die Waldorfpädagogik ihren 100. Geburtstag feiert, möchte man nach dem Gespräch mit ihm fast selbst wieder Schülerin werden, wenn man wüsste, dass ein Lehrer mit dieser Hingabe fürs Unterrichten und diesem tiefen Interesse am Menschen an der Tafel stünde. - Christian Boettger im Gespräch mit Maria A. Kafitz

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erziehungskunst.de

Um sich über die dringendsten Arbeits- und Forschungsaufgaben für die Waldorfschul- und Kindergartenbewegung auszutauschen, haben sich etwa 20 Experten aus Deutschland, der Schweiz, Brüssel und Großbritannien Anfang November letzten Jahres in Dornach getroffen.

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Als Touristin auf den Galapagos-Inseln

Wieviel Tourismus vertragen die Naturwunder unserer Erde?

Von: NNA-Berichterstattung
Ruth Zbinden ist eine Waldorflehrerin aus der Schweiz, die vor kurzem in Pension gegangen ist. Nun erfüllte sie sich einen Traum: Mit dem Frachtschiff ist sie nach Mittelamerika gereist, wo sie mindestens ein Jahr lang unterwegs sein wird.

NNA hat sie viele interessante Reportagen von dieser Tour versprochen. Nach Aufenthalten in Costa Rica und Guatemala ging es weiter zum Ziel der Reise, einer kleinen Schule in Ecuador hoch in den Anden, wo Ruth Zbinden als Freiwillige der Organisation cielo azul gearbeitet hat, einer kleinen Hilfsorganisation mit Sitz in Basel, die sich für das Recht der indigenen Bevölkerung auf Bildung einsetzt. (Link siehe unten)
Nach dreieinhalb Monaten als Aushilfslehrerin in der Indiodorfschule stand
nun mit den Galapagos-Inseln eine touristische Station auf dem Programm -
aber sie hinterließ nicht nur positive Gefühle. Inzwischen ist Ruth Zbinden
wieder im Hochland in Ecuador unterwegs, in einer paradiesischen Landschaft,
wo sie viele US-Rentner trifft.
GALAPAGOS (NNA). Wenn man Ecuador sagt, denkt man meistens auch an
Galapagos, die geheimnisvollen Vulkaninseln im Pazifik, 1000 Kilometer vom
Festland entfernt. Lange Zeit blieben die Inseln von Menschen verschont. Um
ihre Entstehung und Eroberung ranken sich viele Legenden. Der erste
Entdecker der feuerspeienden Berge soll der Inkaherrscher Tupac Yupanqui
gewesen sein. Zur Zeit der spanischen Eroberer wurden dort die
Riesenschildkröten entdeckt, die den Inseln auch den Namen gaben. (Spanisch
galapago = Schildkröte). Bis heute wird entdeckt und geforscht, teilweise
mit widersprüchlichen Ergebnissen. Die ganze Insellandschaft ist ein
riesiger Nationalpark.

Gleich bei der Ankunft - meistens per Flugzeug - muss man 100 Dollar
Eintrittsgebühr bezahlen und wird auf Verhaltensvorschriften aufmerksam
gemacht. Ein Individual-Tourismus ist nur sehr beschränkt möglich, denn an
die interessanten Orte werden nur die immatrikulierten Schiffe zugelassen
und die halten sich an einen streng geregelten Fahrplan. So wird vermieden,
dass zu viele Menschen sich zur gleichen Zeit am gleichen Ort einfinden.
Kreuzfahrschiffe verschiedener Preisklassen fahren von Insel zu Insel,
Landgänge finden immer unter der Leitung einheimischer und anerkannter
Führer statt. Wieder an Deck wird man meistens verwöhnt und erlebt
komfortable Tage.

Zu sehen bekommt man eine einzigartige Vulkanlandschaft und wunderbare
Stimmungen. Man braucht kein Fernglas, um Tiere zu beobachten. Familien und
ganze Rudel von Seelöwen lassen sich überhaupt nicht stören. Leguane
scheinen artig zu posieren; doch durch ihr Verharren können sie viel
Sonnenwärme aufnehmen. Wenn sie herumspazieren, hinterlassen sie mit ihrem
langen Schwanz eine gut sichtbare Spur. Verschiedene Fregattvögel zeigen
ihre Flugkünste und ein äußerst sehenswertes Balzverhalten. Die Männchen
imponieren dem Weibchen, indem sie den riesigen roten Blasbalg an der Kehle
aufblasen und die Flügel ausstrecken. Pelikane machen atemberaubende
Sturzflüge, um zu Nahrung aus dem Meer zu kommen.

Der besondere Liebling der Galapagos-Inseln ist der Blaufußtölpel. Wenn zwei
sich mögen, tanzen sie und zeigen ihre blauen Füße, öffnen die Flügel und
schnattern; sicher ein Liebesgeflüster! Verschiedene Reiher und Flamingos
beleben die sumpfigen Flächen und überall zwitschern die Darwinfinken.

Mit Schnorcheln bewaffnet kann man ueber 300 Fischarten bobachten, mit Glück
sogar eine Wasserschildkröte. Die Riesenschildkröte vom Land hingegen kann
man nur in geschützten Gehegen sehen.

Dank der Eroberung und Erforschung können wir heute diese Ur-Welt bewundern.
Doch dies hat auch eine dunkle Seite. Durch eingeführte Tiere von Siedlern
wurde die Nahrungsgrundlage der einheimischen Tiere kahlgefressen oder deren
Nester zerstört. Seit einiger Zeit wird nun diesen „Schädlingen“ wie z.B.
Ziegen, Esel, Schweine, Ratten und Hunde zu Leibe gerückt. Leider zerstören
unsere Haustiere eine Flora und Fauna, deren Kreislauf der Natur noch
stimmen könnte.

Ich bin nicht nur mit gutem Gewissen nach Galapagos geflogen. Natürlich ist
es wunderbar, den großen Echsen in die Augen zu schauen. Man bewundert und
fotografiert. Man hält sich natürlich an die strengen Regeln, gar nichts
mitzunehmen und nicht den kleinsten Abfall zu hinterlassen, aber...

Entspricht unser Verhalten dem Schutz, den eigentlich jeder Flecken der Erde
benötigt? Ich bin mit mehr Fragen zurückgekehrt als ich hingefahren bin. Wie
würden diese Inseln heute wohl aussehen, wenn die europäischen Eroberer
nicht die Macht ergriffen und ihre Kenntnisse und Gewohnheiten verbreitet
hätten? Mit unserem enormen Wissens- und Forscherdrang können wir ganze
Lebensräume zerstören. Was ist eigentlich Entwicklung? Bringt Entwicklung
bessere Lebensqualität? Wenn ja, für wen?

Ja, ich habe ein wenig ein schlechtes Gewissen, dass ich hingefahren bin,
muss aber unumwunden gestehen, dass ich es sehr genossen habe. Die Morgen-
und Abendstimmungen auf Deck oder am einsamen Strand waren erhebend.
Unvergesslich bleibt der Moment, als die Sonne im Meer versank und gegenüber
im Osten der Vollmond aus dem Meer stieg...

All das hat mich tief beeindruckt und hoffentlich auch nachhaltig geprägt.
Nur, warum muss man zuerst den Tourismusboom mitmachen, um klarer zu sehen?

END/nna/zbi

Link: www.cieloazul.ch/

Bericht-Nr.: 090610-01DE Datum: 10. Juni 2009

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