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Freunde der Erziehungskunst

Die Webseite der Freunde der Erziehungskunst hat einen neuen Look. Nach langer Vorbereitungszeit konnte die Seite Anfang März 2019 online gehen.

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Waldorf 100

Studierende und Wissenschaftler*innen aller Fachrichtungen, sowie Lehrer*innen haben ab sofort die Möglichkeit, Praxisbeispiele aus der Klassenlehrerzeit an der Waldorfschule online zu streamen. Im neuen deutsch- und englischsprachigen Streaming-Portal stellt die Pädagogische Forschungsstelle kostenlos bisher unveröffentlichtes Filmmaterial für Lehrerbildung und Forschung bereit. 

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atempo

Im Jahr 2019, in dem die Waldorfpädagogik ihren 100. Geburtstag feiert, möchte man nach dem Gespräch mit ihm fast selbst wieder Schülerin werden, wenn man wüsste, dass ein Lehrer mit dieser Hingabe fürs Unterrichten und diesem tiefen Interesse am Menschen an der Tafel stünde. - Christian Boettger im Gespräch mit Maria A. Kafitz

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erziehungskunst.de

Um sich über die dringendsten Arbeits- und Forschungsaufgaben für die Waldorfschul- und Kindergartenbewegung auszutauschen, haben sich etwa 20 Experten aus Deutschland, der Schweiz, Brüssel und Großbritannien Anfang November letzten Jahres in Dornach getroffen.

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Eigentum über das Private hinaus

Info3-Tagung zu neuen Formen des Eigentums

Von: Jens Heisterkamp

„Kapitalismus 3.0“

Niemand zweifelt heute mehr daran, dass der Kapitalismus alter Prägung dringend ein Update benötigt. In Analogie zu Computerprogrammen, die regelmäßig durch verbesserte Versionen ersetzt werden, hat der amerikanische Autor Peter Barnes den Begriff „Kapitalismus 3.0“ geprägt. Einer der entscheidenden Punkte bei dieser Transformation des Kapitalismus ist das Schaffen neuer Formen von Eigentum (siehe auch Otto Scharmer, Die sieben Akupunkturpunkte des sozialen Organismus in info3 5/2010). Diesem Thema war nun eine von info3 - Anthroposophie im Dialog initiierte und von der Triodos Bank mitgetragene Veranstaltung in Frankfurt gewidmet.

Der klassische Eigentumsbegriff war zunächst nötig, um durch klare Rechtsgestaltungen überhaupt einen sicheren Rahmen für wirtschaftliche Initiative zu schaffen, erläuterte die Wirtschaftsjournalistin und info3-Autorin Dr. Nadja Rosmann. Auf dieser Basis konnte sich dann der Ego-Kapitalismus ausbreiten, dessen negative Folgen durch regulatorische Eingriffe in einer nächsten Phase eingedämmt werden sollten. Eine kommende Stufe wirtschaftlichen Handelns wird neben dem Ich-betonten unternehmerischen Handeln einen stärkeren Sinn für das „Wir“ benötigen: diese Kraft entsteht heute jedoch nicht aus einer politischen Revolte, sondern aus der Einsicht und dem veränderten Bewusstsein vieler einzelner Individuen heraus, erläuterte Nadja Rosmann.

Alexander Schwedeler
von der Geschäftsleitung der Triodos Bank Deutschland berichtete anschließend aus seiner Praxis der Kreditvergabe bei nachhaltigen Unternehmensprojekten. Zukunftsentwicklung durch Finanzierung und Schutz seien aus seiner Sicht die zentralen Qualitäten, die mit der Eigentums-Funktion in Unternehmen verbunden seien. Spannend für die Zuhörer erzählte Alexander Schwedeler praxisnah, wie auch Finanzexperten oft bei Kreditvergaben irren können und ein Bauchgefühl manchmal bessere Orientierung gibt als professionelle Businesspläne. Eine Zukunftsaufgabe sieht Schwedeler darin, dass auch eine Ethik-Bank wie Triodos heute noch keine Kredite nur auf die Überzeugung und Integrität einer Unternehmerpersönlichkeit hin und ohne äußere Sicherheiten vergeben könne.

Authentische Einblicke in ein anderes Wirtschaften gewährte auch Dr. Philip Lettmann von der Geschäftsführung der Wala in Bad Boll. Dort wurde das private Eigentum durch die Überführung des Unternehmens in eine Stiftung „neutralisiert“. Die Unternehmer agieren hier wie Treuhänder, die der Idee des Unternehmens verpflichtet seien, erläuterte Lettmann. Obwohl in dieser Konstruktion keine Privatperson mehr vom Erfolg des Unternehmens profitiere, führe dies in der Praxis zu einem extrem hohen Anspruch, für das langfristige Wohl des Unternehmens Verantwortung zu übernehmen. „Wenn die Wala in wirtschaftliche Not geraten würde, wäre nicht nur ein Unternehmen in Gefahr, sondern eine Idee und ein ganzer Ansatz“, sagte Lettmann. Diese Verpflichtung sei im Unternehmen bis zu einfachen Angestellten hin spürbar, so Lettmann weiter. Mit dem Begriff des „Treuhand-Unternehmens“ lieferte Lettmann das Stichwort für das abschließende Thema der Gemeingüter. Historisch stammt die Idee der Gemeingüter aus dem Mittelalter, wo beispielsweise Weiden und Wälder gemeinschaftlich genutzt werden konnten, erläuterte Dr. Antje Tönnis, die sich im Rahmen der Bochumer GLS-Treuhand mit dem Thema der „Commons“ befasst. Heute wird in einer weltweiten Bewegung das Prinzip der Gemeingüter neu entdeckt. Hier entstehen Chancen, Güter wie Boden, Wasser und Luft, die niemandem persönlich gehören, jenseits von privater Ausbeutung und Verstaatlichung auf gerechte Weise zugänglich zu machen. Bereits Rudolf Steiner vertrat in seiner Sozialphilosophie solche Gedanken und als Konsequenz haben die Bochumer Treuhand und die GLS Bank schon früh damit begonnen, Grund und Boden in neuen Eigentumsmodellen zu Gemeingütern zu machen. Grundlage der Gemeingüteridee sei die Einsicht, dass niemand für sich allein lebe und leben könne, so Antje Tönnis. Dies nicht nur intellektuell zu wissen, sondern als tiefe Intuition zu erleben, sei wiederum eine Bewusstseinsfrage, schlug Nadja Rosmann den Bogen zum Anfang der Veranstaltung.

Die abschließende Resonanz des überwiegend aus wirtschaftlich Tätigen bestehenden Publikums: Neue Formen im Umgang mit Eigentum sind hoch aktuell und sollten viel bekannter werden. Ein Thema, das viel Potenzial in sich hat und nach Fortsetzung verlangt.

Buch zum Thema: Kapital=Geist. Pioniere der Nachhaltigkeit. U.a. mit einem Porträt der Wala. __________________________

Kontakt:

Dr. Jens Heisterkamp
Chefredakteur
info3 - Anthroposophie im Dialog
www.info3.de
069 584645

Info3 Verlagsgesellschaft Brüll & Heisterkamp KG Frankfurt am Main

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