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Freunde der Erziehungskunst

Die Webseite der Freunde der Erziehungskunst hat einen neuen Look. Nach langer Vorbereitungszeit konnte die Seite Anfang März 2019 online gehen.

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Waldorf 100

Studierende und Wissenschaftler*innen aller Fachrichtungen, sowie Lehrer*innen haben ab sofort die Möglichkeit, Praxisbeispiele aus der Klassenlehrerzeit an der Waldorfschule online zu streamen. Im neuen deutsch- und englischsprachigen Streaming-Portal stellt die Pädagogische Forschungsstelle kostenlos bisher unveröffentlichtes Filmmaterial für Lehrerbildung und Forschung bereit. 

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atempo

Im Jahr 2019, in dem die Waldorfpädagogik ihren 100. Geburtstag feiert, möchte man nach dem Gespräch mit ihm fast selbst wieder Schülerin werden, wenn man wüsste, dass ein Lehrer mit dieser Hingabe fürs Unterrichten und diesem tiefen Interesse am Menschen an der Tafel stünde. - Christian Boettger im Gespräch mit Maria A. Kafitz

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erziehungskunst.de

Um sich über die dringendsten Arbeits- und Forschungsaufgaben für die Waldorfschul- und Kindergartenbewegung auszutauschen, haben sich etwa 20 Experten aus Deutschland, der Schweiz, Brüssel und Großbritannien Anfang November letzten Jahres in Dornach getroffen.

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Gegen den Strom

Die Krise kommt. – Daniel, Waldorfschule, 8. Klasse, findet, dass er leistungsmäßig nicht auf der Höhe seiner Kumpels von der staatlichen Schule ist

Von: Mathias Maurer, in erziehungskunst.de

»Die sind viel weiter! Die haben Noten und wissen, woran sie sind. Und was brauchen wir Eurythmie fürs Abi?«

Das kommt so alle paar Wochen, mehr oder weniger massiv. Irgendwann ist genug. »Gut«, sagen die Eltern, »dann probiere es doch an einer anderen Schule. Aber organisieren musst Du das alleine.« Gesagt – getan. Daniel »meldet« sich an dem Gymnasium in der Nachbarschaft, spricht mit dem netten Rektor, macht eine »knallharte« Aufnahmeprüfung, fällt durch, weil er in Mathe, Deutsch und Sprachen nicht die geforderten Leistungen erbringt. Warum begegnet den Waldorfschulen nicht nur bei Schülern, sondern auch bei Eltern oder aber auch in der breiten Öffentlichkeit immer wieder das Vorurteil der Leistungsfeindlichkeit? Sanfte Pädagogik gerne im Kindergarten und in der Klassenlehrerzeit – aber dann müsste doch langsam (messbare) Leistung gezeigt werden ... Spätestens mit Beginn der Oberstufe rücken die Abschlüsse in den Vordergrund. Waldorfschulen machen vieles bewusst anders als andere Schulen. Sie sind keine Wissensver­mittlungsanstalten, sondern setzen an den menschenkundlich begründbaren Entwicklungsstufen eines heranwachsenden Menschen an – die manchmal wie dem Zeitgeist entgegensetzt scheinen, weil sie die Fahne einer ganzheitlichen Bildung hochhalten und durch ihren anthroposophischen Hintergrund ihre Methodik und Didaktik tiefer begründen können, als eine empirieergebene Erziehungswissenschaft. Dem technokratischen Bildungsdiktat à la Pisa ist das Humboldtsche Bildungsideal völlig entglitten. Es herrscht permanenter Aufklärungsbedarf, um das Schwimmen gegen den Strom zu rechtfertigen und das Vorurteil, »modernitätskritische Traditionalisten« zu sein, abzubauen. Doch es lohnt, dranzubleiben, den Kindern Lern-Raum zu lassen – nicht zuletzt schaffen überraschend viele Waldorfschüler, sozusagen als schulischen Nebeneffekt, das Abitur. Waldorfschulen wollen nicht nur eine gute Pädagogik machen. Es geht ihnen auch darum, dass sie mit ihrer »Erziehung zur Freiheit« eine gesellschaftliche Verantwortung übernehmen, ohne sich von den Anforderungen des Staates oder der Wirtschaft gängeln zu lassen, und zu sagen, »so brauchen wir den Menschen für ein bestimmtes Amt; also prüft uns die Menschen, die wir brauchen und sorgt zuerst dafür, dass sie wissen und können, was wir brauchen ...«. Waldorfschulen setzen radikal auf das jedem Individuum innewohnende Potenzial. Alle gesellschaftlichen Bereiche werden von Menschen impulsiert, die ihre Lebensaufgaben finden und sich als Persönlichkeit entfalten können. Darum betonte Rudolf Steiner, dass eine zukunftsfähige Gesellschaft den freien Menschen und freie Schulen braucht. Nach der Aufnahmeprüfung ist Ruhe: Einziger Kommentar: »Wenn ich da immer Kopfschmerzen bekomme, ist das nichts für mich.«

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