News

News

erziehungskunst.de

Wege finden in eine menschliche Zukunft› setzen sich über 1000 Waldorferzieherinnen und -erzieher auf der Welt-Erziehertagung von 15. bis 19. April am Goetheanum ein. Die erste Waldorfschule wurde vor 100, die Internationale Vereinigung der Waldorfkindergärten vor 50 Jahren gegründet.

 … 

erziehungskunst.de

Eine Gruppe hochmotivierter Neurophysiologen, Kinderärzten und Medienpädagogen hat einen Medienratgeber herausgegeben, der für jedes Entwicklungsstadium des Kindes auf nur 156 Seiten und mit sprechenden Bildern versehen praktische Tipps und Einsichten in den körperlich-seelischen Reifegrad vermittelt.

 … 

Freunde der Erziehungskunst

Die Webseite der Freunde der Erziehungskunst hat einen neuen Look. Nach langer Vorbereitungszeit konnte die Seite Anfang März 2019 online gehen.

 … 

Waldorf 100

Studierende und Wissenschaftler*innen aller Fachrichtungen, sowie Lehrer*innen haben ab sofort die Möglichkeit, Praxisbeispiele aus der Klassenlehrerzeit an der Waldorfschule online zu streamen. Im neuen deutsch- und englischsprachigen Streaming-Portal stellt die Pädagogische Forschungsstelle kostenlos bisher unveröffentlichtes Filmmaterial für Lehrerbildung und Forschung bereit. 

 … 

atempo

Im Jahr 2019, in dem die Waldorfpädagogik ihren 100. Geburtstag feiert, möchte man nach dem Gespräch mit ihm fast selbst wieder Schülerin werden, wenn man wüsste, dass ein Lehrer mit dieser Hingabe fürs Unterrichten und diesem tiefen Interesse am Menschen an der Tafel stünde. - Christian Boettger im Gespräch mit Maria A. Kafitz

 … 

Nicanor Perlas gibt Kandidatur für philippinische Präsidentenwahlen bekannt

Nicanor Perlas, 59, hat am 17. Juni in der philippinischen Hauptstadt Manila seine Kandidatur für das Amt des Präsidenten der Republik Philippinen bekannt gegeben.

Von: NNA Korrespondent Walter Siegfried Hahn

Verantwortung übernehmen

Foto: Nicanor Perlas, nicanorperlas.com Die Wahl findet im Frühjahr 2010 an einem
bisher noch nicht festgelegten Datum statt.

Perlas hatte sich für den Start seiner Kampagne einen bedeutungsschwangeren Ort ausgesucht: den Heldenplatz in der Nähe der EDSA Avenue, der den Helden der im Februar 1986 siegreichen „Gelben Revolution“ gewidmet ist. Zwei Millionen Menschen waren damals unter Führung der in gelb gekleideten Märtyrer-Witwe Corazon Aquino auf der größten Straße der Hauptstadt aufmarschiert und hatten die 14 Jahre währende Marcos-Diktatur in drei Tagen friedlicher Demonstrationen zu Fall gebracht. Aquino übernahm das Präsidentenamt, Tausende von aus politischen Gründen eingesperrte Philippiner wurden aus den Gefängnissen entlassen, Tausende kamen aus dem Exil zurück. So auch Nicanor Perlas, der seit seiner Ausreise 1978 inzwischen in den USA die Anthroposophie kennengelernt hatte.

Nationale Bekanntheit erlangte Perlas Anfang der 1970er Jahre, als er den
Protest gegen den Bau des ersten Atomkraftwerks Bataan organisierte – die
Baugenehmigung dafür und für elf weitere Reaktoren war aufgrund illegaler
Zahlungen erwirkt worden. Perlas, der statt seiner zweiten Vorliebe
Kernphysik lieber Landwirtschaft studierte, um mehr für die Armen tun zu
können, war jedoch so firm in punkto Nukleartechnologie, dass er nach dem
Sturz von Marcos im Atom-Komitee der Präsidentin zum Aus der Atomenergie in
dem Inselstaat beitragen konnte.

Obwohl er schon verschiedene politische Ämter angeboten bekam, zuletzt 2003
das Umweltministerium, hat er bis heute alle abgelehnt. Doch jetzt sieht
Nicanor Perlas die Zeit gekommen, Verantwortung zu übernehmen und aus seinem „privaten Leben ins Rampenlicht“ herauszutreten. Zugleich ist er bereit, zur Seite zu treten, falls sich ein „besser qualifizierter Kandidat“ findet, wie
er am Mittwoch sagte. Der Grund, gerade jetzt mit dem Entschluss an die
Öffentlichkeit zu gehen, ist der Anfang Juni kulminierte Prozess, die
Verfassung von 1986 außer Kraft zu setzen und so der jetzigen Präsidentin
Arroyo eine weitere Amtszeit zu ermöglichen. Perlas sieht das als den
Versuch, „unter dem Deckmantel der Demokratie eine permanente totalitäre
Kontrolle über das Land für die jetzige Administration und ihre Vasallen zu
schaffen“. Diese Administration sieht er als schlimmer an als die
Marcos-Regierung. „Marcos kontrollierte und beschädigte die Institutionen
der Gesellschaft. Arroyo aber bemächtigt sich mehr und mehr unserer Moral
und unserer Gedanken“, so beschreibt er es in einer Rund-Mail von voriger
Woche. Nach den Knechtungen der Spanier, Amerikaner und Japaner sei das Land jetzt mit der Knechtschaft der Eigenen konfrontiert.

Zum Kampagnen-Start präsentierte Nicanor Perlas, der von seinen Freunden
liebevoll Nicky genannt wird, auch eine eigens für die Aktion gestaltete
Internet-Seite www.nicanorperlas.com - auf die wies er alle hin, die sich
ausführlich über ihn und seine Qualifikationen informieren wollen. In seiner
kurzen Ansprache betonte er, dass er sich schon ganze 40 Jahre aktiv für
Land und Leute einsetze. Besonders glücklich äußerte er sich über seine
erfolgreiche Einführung von Elementen der sozialen Dreigliederung in
nationale und internationale Institutionen, ein Ideenkontext, der auf Rudolf
Steiner zurückgeht.

Auf die Bedeutung seiner Arbeit in dieser Hinsicht wies in seiner gestrigen
Ausgabe auch der „Philippine Daily Inquirer“ hin, eine der führenden
Tageszeitungen des Landes. Stolz heißt es in dem Bericht, der Ideen-Rahmen
von Perlas sei in die Strategie der Vereinten Nationen zur Verwirklichung
der Millenniums-Ziele eingeflossen: „Die Dreigliederung begreift Politik,
Wirtschaft und Zivilgesellschaft als Teile gesellschaftlicher Gestaltung.
Perlas nutzte das Ideengut zuerst beim Schreiben der Philippinischen Agenda
21, die er als Blaupause für nachhaltige Entwicklung unter Präsident Ramos
schrieb. Beim Gipfel der Asia Pacific Economic Cooperation (APEC) 1996 wurde
es präsentiert und als grundsätzlicher Entwicklungsrahmen anerkannt. Heute
wird dieser Rahmen nicht nur bei den UN genutzt, sondern auch von vielen
führenden Ländern der Erde“, so der Inquirer.

Perlas ist Pionier der Anthroposophie und der biologisch-dynamischen
Landwirtschaft auf den Philippinen. In unzähligen weiteren Lebensbereichen
ist er mit Beiträgen aktiv. So war er von Anfang an beteiligt an der
Ausbildung von Waldorflehrern, wird aber auch von der katholischen
Bischofskonferenz oder der bedeutendsten Unternehmensberatung OCCI Seminars als Ideengeber gesucht. Mit seiner Autorität erreichte er die Streichung von 32 besonders schädlichen Pestiziden. Und 2001 war er maßgeblich am Sturz des korrupten Präsidenten Estrada beteiligt, was – Ironie des Schickals – der damaligen Vize-Präsidentin Arroyo zur Macht verhalf, die sie bis heute behielt und nun nicht aufgeben will.

Perlas erhielt national und international bedeutende Ehrungen. 2003 war es
der Right Livelihood Award, besser bekannt als Alternativer Nobelpreis, für
seine Leistungen auf dem Gebiet Dreigliederung und Globalisierung. Schon
1994 verliehen ihm die UN den Global 500 Award, auch bekannt als Champions
of the Earth Award. Aber auch auf den Philippinen wurde ihm mit dem
Outstanding Filipino Award eine der wichtigsten Ehrungen des Landes
zuerkannt.

Sollte er Präsident werden, so geht es Perlas als erstes um
Armutsbekämpfung, in einem Land, wo 50 Prozent der Bevölkerung mit weniger
als einem US Dollar pro Tag auskommen müssen. „Philippiner haben
Unternehmensgeist, auch die Armen“, fasste er seine Erfahrungen als
Vorsitzender der anthroposophisch orientierten Life Bank zusammen, die
momentan 230.000 Menschen Mikrokredite gewährt.

Nicanor Perlas hat die Kandidatur von langer Hand vorbereitet. Nicht nur die
seit 2005 stattfindenden Karangalan-Konferenzen dienten dazu, einen weiteren
Sympathisanten-Kreis aufzubauen, auch mit der Organisation PAGASA arbeitete
er zielstrebig daran, verantwortungsbewusste Multiplikatoren um sich zu
scharen. In diesem Kreis lancierte er dann im Laufe des Monats Mai Artikel
über die „Wissenschaft des Unmöglichen“ und über „die Möglichkeit zu
gewinnen“ (winnability), um den Glauben zu stärken, auch ein in den Medien
unbekannter Kandidat könne eine Wahl auf den Philippinen gewinnen, einem
Land, wo ein Schauspieler wie Estrada oder der jetzige Boxweltmeister Manny
Pacquiao allein wegen ihrer Bildschirmpräsenz viel größere Aussichten auf
einen politischen Posten haben als von der Sache her befähigte Kandidaten.
Doch auch hier hat Perlas versucht, sein politisches Schicksal selbst in die
Hand zu nehmen, da er seit Beginn des Jahres eine Talkshow im Fernsehen
leitet. Ob er mit geistreichen Gesprächen seine Popularität gegenüber
Westernhelden und Sportlern steigern kann, wird sich in einigen Wochen oder
Monaten zeigen.

END/nna/wsh

Links: www.nicanorperlas.com, www.truthforce.info, www.pagasa.net.ph

Bericht-Nr.: 090619-01DE Datum: 19. Juni 2009

Zurück