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Die Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft

150 Kursangebote für an Weiterbildung interessierte Menschen

 Neben einer Vielzahl von bewährten Kursen in den Bereichen Beruf, Inspiration, Kunst und Ferien hat das Alanus Werkhaus im Jahr 2019 auch viele spannende neue Kurse ins Programm aufgenommen.

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Eliant

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Warum setzen wir in den Schulen digitale Medien ein, ohne die Auswirkungen zu kennen?

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Freunde der Erziehungskunst

Keine Selbstverständlichkeit: Schulen im ländlichen Afrika

In ihrem aktuellen Spendenaufruf bitten die Freunde der Erziehungskunst um Spenden für Waldorfschulen, die sich vor allem für Kinder in ländlichen Gegenden Afrikas einsetzen.

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Goetheanum

Erst die analoge, dann die digitale Welt

Internationale Konferenz der waldorfpädagogischen Bewegung setzt sich für eine entwicklungsorientierte Medienpädagogik ein

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Die Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft

Medienerziehung an reformpädagogischen Bildungseinrichtungen:

Erziehung bedeutet auch und gerade im „digitalen Zeitalter“, Kinder auf ihrem Weg  zum selbstständig  denkenden Erwachsenen zu begleiten.

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Samen der Liebe zum Blühen bringen (2. Teil)

Durch Bildung sollen die Ureinwohner Perus zu ihrer Identität finden - Traumreise Lateinamerika / 6. Bericht

Von: NNA-Berichterstattung

Erhabenes Ziel

Ruth Zbinden ist eine Waldorflehrerin aus der Schweiz, die vor kurzem in Pension gegangen ist. Nun erfüllte sie sich einen Traum: Mit dem Frachtschiff ist sie nach Mittelamerika gereist, wo sie mindestens ein Jahr lang unterwegs sein wird. 
In Lima begegnete Ruth Zbinden den Gründerinnen der Stiftung Pro Humanus und begleitete sie in ein Erdbebengebiet und bei der Hilfe für an Krebs erkrankte Kinder. Im Zentrum der Organisation steht außerdem die Verbesserung der Bildungschancen für die indigene Bevölkerung – ein Thema, das sich auch Ruth Zbinden bei ihrer Reise als Hauptaufgabe gestellt hatte.
Nach all den Jahren an der Waldorfschule in der Schweiz mit ihrem Wohlstand einmal dort mit anpacken, wo das Allernötigste fehlt – das war die Motivation für ihre „Traumreise Lateinamerika“. Und so finden wir sie in ihrem neuen Bericht wieder im Hochland von Huancavelica auf ca. 3.500 Meter Höhe, wo die Stiftung Pro Humanus ein Bildungsprojekt vorbereitet.
*** LIMA (NNA). Seit Jahrtausenden ist der lateinamerikanische Kontinent die
Heimat vieler Völker, die heute noch eine reiche Kultur besitzen. Der
gesunde Boden gibt Nahrung.

Vor 500 Jahren geschah das, was wir alle aus den Geschichtsbüchern kennen:
Europäische Eroberer machten sich auf; nicht um neue Länder zu entdecken,
sondern um sie zu erobern. Hier in Peru waren es die Spanier. Die Tempel der
Ureinwohner wurden nieder gerissen und auf deren Trümmern Kirchen erbaut.
Rituale Objekte aus den Bodenschätzen wie Silber und Gold wurden
eingeschmolzen und nach Europa gebracht. Am schlimmsten aber ist, dass
diesen Menschen Sprache und Kultur verboten wurde. Sie wurden vergewaltigt,
ermordet und zur Sklavenarbeit gezwungen.

Die Befreiung von den Spaniern 300 Jahre später hat den Mestizen
(Mischlingen) und besonders den Weißen geholfen, aber nicht den Indigenas.
Sie blieben geknechtete Menschen und sind es oft auch heute noch. Leider
besteht die Ausbeutung weiter, nur geschieht es oft unter dem Deckmantel der
„Entwicklung“. Reiche Bodenschätze wie Erdöl, Gas und Mineralien sowie
Kaffee, Schokolade und Früchte werden weltweit gehandelt. Bei den
Handelsunternehmen bleibt auch oft das große Geld stecken. Die Menschen, die
die harte Arbeit tun, leben weiterhin in sehr armen Verhältnissen und ohne
jegliche soziale und finanzielle Absicherung. Meistens sind sie wegen
mangelnder Schulbildung auch unfähig, sich dagegen zu wehren. Und das
geschieht in Ländern, die von den Bodenschätzen und dem Klima her eigentlich
die reichsten sein sollten.

So trifft es zu, dass theoretisch jedes Kind Zugang zum Schulwesen hat, aber
in der Praxis sind die Indigenas immer noch stark benachteiligt. Oft müssen
die Kinder auch mithelfen, für den Unterhalt der Familie zu sorgen.

ADECAP (Gemeinschaft zur Entwicklung der andinen Bevölkerung Perus) ist eine Organisation Indigenas, die sich dafür einsetzt, dass das Gesundheitswesen, die Landwirtschaft, das Rechtswesen und auch die Pädagogik in den vernachlässigten Regionen Hilfe erhält. Eine tüchtige Frau, Amanta, fand den Weg zum Lehrerseminar der Waldorfschule in Lima. Sie trägt die erworbenen Kenntnisse bis in die entlegensten Dörfer und hat ein Projekt entwickelt mit einigen interessierten Lehrern. Sie wollen den Kindern durch die anthroposophische Pädagogik mehr Selbstvertrauen geben, ihre Kultur bewusst zu leben und gleichzeitig die Augen zu öffnen für die Welt. Denn langfristig kann nur geholfen und etwas verändert werden, wenn wir bei der Erziehung und Bildung der Kinder ansetzen. Die nächste Generation soll dann selbstbewusster zu ihren Wurzeln stehen können und für ihre Rechte gezielter kämpfen.

Die Frauen von pro Humanus, die ich in Lima kennengelernt hatte, wurden auch
hier um Hilfe gebeten. Wir kennen sie schon aus meinem letzten Artikel:
Bettina, die umtriebige Koordinatorin aus Deutschland, aber schon manches
Jahr in Peru tätig, Rocío, die erfahrene Kindergärtnerin der Waldorfschule
Lima sowie Lyggía, die künstlerisch begabte Klassenlehrerin und
Gründungsmitglied der Michael-Schule in Lima. Zusammen gründeten sie die
Stiftung Pro Humanus. Sie setzt dort an, wo die menschlichen Seelen am
dringendsten Hilfe brauchen, wo Erziehung und Schulbildung nicht mehr
stattfinden und wieder sichergestellt werden müssen. Aber es wird auch
geholfen beim Bau von Häusern und es werden Medikamente verteilt.

Mit Rocio war ich dann einige Tage in Atocc, einem sehr kleinen Dorf
oberhalb Pampas, im rauhen Andenklima. Seit gut einem Jahr erhält die
Kindergärtnerin Hilfe und Anregung, wie der Alltag kindgerechter gestaltet
werden kann. Bettina und Lyggia waren in einem noch weiter entlegenen Dorf,
wo sie in der Dorfschule halfen.

Ich konnte einen Elternabend miterleben, wie er für diese Bevölkerung
ungewohnt war. Es wurde nicht von Waldorfpädagogik gesprochen und auch keine Schulgründung geplant, sondern anthroposophische Pädagogik als mensch- und kulturgerechte Ausbildung dargestellt. Der Aussaat- und Erntetanz, den die Kinder am Vormittag freudig machten, wurde mit den Eltern noch einmal getanzt. Dass die Kinder zum Teil auch dabei waren, Säuglinge auf den Rücken der Mütter schliefen und auch ein Hund zwischen unseren Beinen herumlief, gab dem Ganzen einen zukunftsfreudigen Glanz.

Wenn die „Weisheit des Menschen“ diesen Völkern hilft, wieder zu ihrer
Identität stehen zu können, sich zu behaupten und aus den Trümmern dieses
sehr langen Erdbebens neues Leben entsteht, ist wohl ein besonders erhabenes Ziel erreicht.

End/nna/zbi

Link: http://www.prohumanus.org

Spenden:

Freie Gemeinschaftsbank Bochum, Zukunftsstiftung Entwicklungshilfe, Kontonr.
12 33 00 10, BLZ 430 609 67, SWIFT, BIC: GENODEM 1 GLS
Verwendungs-zweck: Pro Humanus F 344 (bitte immer angeben)

Freie Gemeinschaftsbank Basel, zu Gunsten ACACIA Fonds fuer
Entwicklungszusammenarbeit Basel, CH 93 0839 2000 0040 08006, Postcheck
Konto 40-963-0, Verwendungs-zweck: Pro Humanus Peru (bitte immer angeben).

Bericht-Nr.: 091123-01DE Datum: 23. November 2009

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