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Die Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft

150 Kursangebote für an Weiterbildung interessierte Menschen

 Neben einer Vielzahl von bewährten Kursen in den Bereichen Beruf, Inspiration, Kunst und Ferien hat das Alanus Werkhaus im Jahr 2019 auch viele spannende neue Kurse ins Programm aufgenommen.

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Eliant

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Warum setzen wir in den Schulen digitale Medien ein, ohne die Auswirkungen zu kennen?

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Freunde der Erziehungskunst

Keine Selbstverständlichkeit: Schulen im ländlichen Afrika

In ihrem aktuellen Spendenaufruf bitten die Freunde der Erziehungskunst um Spenden für Waldorfschulen, die sich vor allem für Kinder in ländlichen Gegenden Afrikas einsetzen.

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Goetheanum

Erst die analoge, dann die digitale Welt

Internationale Konferenz der waldorfpädagogischen Bewegung setzt sich für eine entwicklungsorientierte Medienpädagogik ein

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Die Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft

Medienerziehung an reformpädagogischen Bildungseinrichtungen:

Erziehung bedeutet auch und gerade im „digitalen Zeitalter“, Kinder auf ihrem Weg  zum selbstständig  denkenden Erwachsenen zu begleiten.

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Schulen an die Kinder anpassen und nicht umgekehrt

a:2:{s:4:"unit";s:2:"h3";s:5:"value";s:264:"Die führende britische Wissenschaftlerin und Hirnforscherin Baronin Susan Greenfield hat jetzt davor gewarnt, zunehmend Technologie in den Klassenzimmern der Schulen einzusetzen und Drogen zu verwenden, um die L

Von: NNA

NNA/cva/ung. In einem Artikel in der Zeitung „Guardian“ forderte die Hirnforscherin Baronin Susan Greenfield, Professorin für Pharmakologie und vergleichende Anatomie an der Oxford Universität, Erziehung müsse sich an den Kindern orientieren anstatt die Kinder an die Schule anzupassen. „Wir müssen die Technologien so auswählen und einsetzen, dass die Schule auch wirklich zu den Kindern passt und wir müssen uns dem wachsenden Trend entgegenstellen, Technologien einschließlich Drogen zu verwenden, um das Kind des 21.Jahrhunderts für die Schule passend zu machen. Die Anforderungen an die Erziehung des Individuums ändern sich und mit ihnen muss sich auch die Ausgestaltung der Schulen ändern.“

Die profilierte Hochschullehrerin und Autorin warnt in ihrem Artikel auch davor, Informationstechnologie zu früh in der Schule einzusetzen. Sie könne solange keinen Nutzen für die Schüler bringen, solange diesen der Bezugsrahmen fehle, der notwendig sei, um Informationen in Wissen zu verwandeln.

Wenn man ein Buch lese, „nimmt einem der Autor normalerweise an der Hand und man wird vom Anfang über die Mitte zum Ende geführt in einer kontinuierlichen Erzählung, die sich aus verbundenen Zwischenschritten aufbaut“. Als Folge davon könnten wir Erzählungen vergleichen und erst dadurch werden wir in die Lage versetzt, „einen Bezugsrahmen zu bilden, der uns befähigt, auch weitere solcher intellektueller Reisen zu beurteilen.“ Nur dadurch könne der Mensch  isolierte Fakten in einen Zusammenhang bringen, der ihnen auch Sinn verleiht.  „So versetzt uns die traditionelle Erziehung in die Lage, aus Informationen Wissen aufzubauen,“ schreibt Prof. Greenfield.

Aber „stellen Sie sich im Gegensatz dazu vor, dass es keinen Bezugsrahmen gibt. Sie sitzen vor einer Multimedia Präsentation, die Sie überhaupt nicht einschätzen können, weil Sie nicht die Möglichkeit vieler intellektueller Reisen´ hatten, um zu beurteilen, was da vor Ihnen auf dem Schirm flimmert. Die erste Reaktion wäre, der plausibelsten Darstellung den Vorzug zu geben, die einem unmittelbar sinnlich anspricht.“

Mit einem Knopfdruck haben wir heute Zugang zu einer unbegrenzten Menge von Informationen, betont Greenfield. „aber in dieser neuen Welt voll von Antworten müssen wir zuerst gewährleisten, dass wir auch die richtigen Fragen stellen können.“

Die Hirnforscherin spricht sich nicht gegen den Einsatz von Informationstechnologie aus. Sie argumentiert lediglich gegen den wahllosen Einsatz einer Technologie, bevor die Schüler die Fähigkeiten entwickelt haben, angemessen mit ihr umzugehen. Und auch bevor wir wirklich verstanden haben, welche Konsequenz ihr Einsatz auf die geistige Entwicklung der Kinder hat. „Heißt das alles vielleicht, dass die jungen Leute andere Fähigkeiten herausbilden oder benötigen? Das Gedächtnis wird vielleicht nicht mehr die Rolle spielen wie in unserer Schulzeit, in der wir Unmengen lateinischer Grammatik lernen mussten. Aber indem man alles mit einem Mausklick herbeizaubern kann, laufen wir vielleicht Gefahr, unsere Vorstellungskraft zu verlieren, diese mysteriöse und besondere kognitive Gabe, die auch bisher das Buch über den Film hat siegen lassen.“

In dem Artikel im „Guardian“ kritisiert Greenfield außerdem „den alarmierend ansteigenden Gebrauch von verordneten Drogen und illegalen Medikamenten zur „Behandlung“ der Schulen, sei es  zur Steigerung der Konzentration, Verbesserung der Stimmung oder Verlängerung der Wachzeiten.“  

Außer dem Problem, dass wir Drogen benutzen, um unser Gehirn zu beeinflussen, deren Wirkung wir nicht vollständig verstehen, sollten wir auch den Preis bedenken, den wir für diese Art zu denken und zu handeln, zahlen, meint die Wissenschaftlerin. “Drogen und andere Technologien, die benutzt werden, um die Konzentration zu steigern und unangepasstes Verhalten zu vermindern, können genauso Kreativität, Spontaneität und das überlegte Eingehen von Risiken unterdrücken. Wenn diese Drogen so weit verbreitet sind, laufen wir Gefahr, die Kinder in ein bestimmtes Raster zu pressen und unsere Schulen in  Fabriken zu verwandeln, die ein einziges Standardprodukt herstellen.“

Als Fazit ihres Artikels fordert Professor Greenfield eine Verständigung darüber, auf welchen Grundlagen Erziehung im 21.Jahrhundert beruhen soll unter Einbeziehung der Technologie des 21.Jahrhunderts. 

„Ich bin der Überzeugung, dass Drogen, Technologie und Lernen einige der Schlüsselbereiche sein werden, in denen die Wissenschaft in den kommenden Jahren die Gesellschaft tiefgreifend beeinflussen wird. Wir sind in einer entscheidenden Phase, in der Wissenschaft, Pädagogik und Zivilgesellschaft zusammenkommen müssen, um sicherzustellen, dass die Bürger von Großbritannien im 21.Jahrhundert  so erfüllt wie möglich leben können in einer Gesellschaft, die so erfolgreich ist wie möglich,“ betont sie.

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