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Die Emil-Molt-Stiftung sammelt Spendengelder zur Förderung der Waldorflehrerausbildung

Die neu gegründete Emil-Molt-Stiftung macht den großen Mangel an gut ausgebildeten Waldorflehrer*innen zu ihrem zentralen Anliegen.
Die junge Stiftung bietet die Möglichkeit, die qualifizierte Ausbildung angehender Waldorfpädagogen zu unterstützen.

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16. Kasseler Jugendsymposion zum Thema »Zukunft«

Das letzte Kasseler Jugendsymposion behandelte das Thema »Zukunft«.
Die Veranstaltungs-reihe stellte in bewährter Weise einen aktuellen und facettenreichen Begriff zur Diskussion und erschloss diesen interdisziplinär und multiperspektivisch.

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Das »innere Kind« lieben lernen. Eine professionelle Aufgabe

Für Lehrer und Erzieher ist das Annehmen des verletzten inneren Kindes und das Aufwecken des Sonnenkindes eine professionelle Aufgabe

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Jedes Kind ein Schauplatz der Welt.

Zum Lernbegriff der Waldorfpädagogik
Dass die Welt uns anspricht, erleben wir auch als Erwachsene.



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Willkommen im digitalen Zeitalter

Im Abgrund der Anonymität
Wenn der Mensch sich auf seine besonderen Fähigkeiten besinnt, braucht er sich vor der Maschine nicht zu fürchten.

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Den Menschen wiederentdecken

Das digitale Zeitalter braucht eine neue Pädagogik.
Maschinell zu denken heißt, die Welt aus Einzelteilen zu denken. Die neue Schule jedoch geht von den Zusammenhängen aus. Und sie fragt nach dem Bezug zum jeweiligen Menschen. In jedem Fach. In jedem Alter. Ganz konkret

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Stricken unter Palmen

Bildung der einzige Weg aus ihrer Misere

Gegründet wurde die "École du village" (Dorfschule) im Jahr 2008 von der Französin Myriam Silien in der Gemeinde Torbeck bei Les Cayes, im Süden Haitis. Nachdem sie 1996 als Freiwillige nach Haiti kam, um in einem Waisenheim zu arbeiten, ist das Land nach und nach Myriam Siliens Heimat geworden. Heute ist sie mit einem Haitianer verheiratet und hat vier Kinder. Als der Älteste in die Schule kommen sollte, schlug ihre haitianische Freundin Marie-Claude Alegrand vor, eine Schule und einen Kindergarten zu gründen, denn der Bedarf war groß.

Als ehemalige Waldorfschülerin war für Myriam Silien von Anfang an klar, dass die Lehrmethoden von Rudolf Steiner ihre Leitlinie sein würden. "Je länger ich diese Pädagogik einsetze, umso mehr stelle ich fest, dass sie perfekt auf die Bedürfnisse der Kinder ausgerichtet ist und dass sie therapeutisch auf die haitianischen Kinder wirkt, die oft traumatisiert sind."

Die Arbeit begann und heute, etwa eine Dekade später, beheimatet die Schule sechs Jahrgänge, zwei Kindergarten- und eine Kleinkindgruppe. Durch ein kleines Tor gelangt man in eine grüne Oase mit Palmen, Bananenstauden und drei Gebäuden. Vom Meer weht eine sanfte Brise und die Bäume spenden Schatten. Im hinteren Teil des Schulgeländes ist ein Gemüsegarten angelegt, in der Mitte steht ein fünfeckig angelegtes Holzgerüst mit Schaukeln. Die Kindergartenkinder spielen, die Schulkinder befinden sich in den Klassenräumen. Sie tragen alle Schuluniformen, wie es in Haiti üblich ist. Was nicht üblich ist: Sie lernen kaum aus Büchern. Es geht nicht darum, auswendig zu lernen, sondern darum, wirklich zu begreifen und das Gelernte dann richtig anwenden zu können. Es gibt noch einen Unterschied: Hier gibt es keine Schläge vom Lehrer.

Die Kinder der Dorfschule bekommen jeden Morgen ein Frühstück und mittags eine Mahlzeit, die von den Schulköchinnen in der offenen Küche zubereitet wird. Für die Deckung dieser Kosten ist auch das recht geringe Schulgeld gedacht, das umgerechnet zwanzig Euro im Jahr beträgt. Alle anderen Kosten, etwa für die Gehälter der Lehrer und die pädagogische Weiterbildung, werden aus Spenden finanziert.

Nach dem schweren Erdbeben im Januar 2010, gab es im Oktober 2016 eine weitere Tragödie, welche die Schule in ihrer Entwicklung zurückwarf. Der Hurrikan Matthew fegte über Haiti und hinterließ einen Pfad der Verwüstung. Glücklicherweise kam kein Mitglied der Schulgemeinschaft zu Schaden, jedoch wurde das Schulgebäude zerstört und die Schulmaterialien von den Sturzfluten mitgerissen. Auch der wunderschöne biologische Schulgarten war vollkommen zerstört und damit die Essensquelle der Schulküche. Trotz der schlimmen Lage ließ sich die Gründerin der Schule nicht entmutigen. Unter anderem Dank der Spender der Freunde der Erziehungskunst war es möglich, sofort Gelder zu sammeln, um die Infrastruktur wiederaufzubauen, den Unterricht wiederaufzunehmen und den Kindern weiterhin eine stärkende Mahlzeit zu geben. Langfristig ist ein sturm- und erdbebenfester Neubau geplant.

Myriam Silien will die Schule langsam wachsen lassen. Dafür braucht sie jede Unterstützung. "Mein Traum ist, dass diese Schule bis zum Abitur führt und dass es eine Schule bleibt, die allen offensteht. Sie soll bis auf einen geringen Beitrag für das Essen, der durch die Eltern geleistet wird, kostenlos bleiben."

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