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Freunde der Erziehungskunst

100 Jahre Waldorf: Das große Fest in Berlin - Seminar für Oberstufenlehrer in Australien Erfolgreiche Mitgliederversammlung der Freunde - Stiftung Freunde der Erziehungskunst gegründetEindrücke vom WOW-Day 2018 - Laufen und Helfen – Staffellauf sammelt Spenden - Bildungspatenschaft für Nadja in Russland - WOW-Day: Hier kommt Eure Hilfe an - Kindergartenausbildung in Harare

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Freunde der Erziehungskunst

Mit unseren Schülern kommt uns Zukünftiges entgegen. Speziell für das Fach Kunst stellt sich die Frage, welche Rolle es dabei spielt. Unser Leben in der Gegenwart steht zwischen Vergangenem und Zukünftigem. Im künstlerischen Prozess öffnen wir uns für Letzteres.

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Freunde der Erziehungskunst

In ihrem aktuellen Spendenaufruf bitten die Freunde der Erziehungskunst um Spenden für Stipendien, um Menschen in aller Welt zu helfen, die Waldorflehrer oder Waldorflehrerin werden wollen.

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erziehungskunst.de

»Das ist so anstrengend!«, sagt mein Mann über seinen Nachmittag allein mit den Kindern. Ich höre natürlich gerne, dass die Anstrengung bemerkt wird. Aber was ist es eigentlich, das so anstrengend ist?

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erziehungskunst.de

Neulich am Gepäckband: Seit einer Stunde tut sich gar nichts, dann die Durchsage, dass es leider noch dauern werde. Alle Wartenden sind genervt, schauen müde auf ihre Smart­phones, verlorene Zeit für alle! Für alle? ...

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Freunde der Erziehungskunst

Insights Worldwide Einblicke weltweit – 100 Jahre Waldorfpädagogik - Das Fotobuch über die weltweit aktive Bewegung der Waldorfpädagogik mit eindrucksvollen Bildern renommierter Leica Fotografen wird am Samstag den 15.6. um 14:30 in der Alten Oper Frankfurt vorgestellt.

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Von der Freiheit der Kinder lernen

Momentaufnahme der Waldorfpädagogik

erziehungskunst.de

... außer für das kleine Mädchen, das mit seiner alten Jeans, dem leicht verschmutzten Ringelshirt und den von Mama geschnippelten Haaren direkt aus Bullerbü zu kommen scheint und sich noch nicht eine Sekunde gelangweilt hat. Erst begrüßt es jede einzelne Lamelle des endlosen Riesenbandes, indem es einmal draufklopft, dann hüpft es die jeweils übernächste Lamelle an und klopft zweimal drauf, schließlich singt es zu jeder Lamelle einen passenden Ton, den es wiederholt, wenn sie wieder bei ihr ankommt. Als das Band endlich zu laufen beginnt, kündigt es begeistert jeden auftauchenden Koffer an: »... und noch ein Koffer, Mama!« Das alles ist viel zu sehr ganz hier und jetzt, um darauf zu achten, wer zuguckt.

Kürzlich entspann sich eine häusliche Diskussion anlässlich eines Buchtitels: »Werde, wer du bist!« versus »Sei, wer du bist!« Die einen empfanden das »Werde« als Anmaßung von Leuten, die sich anscheinend berufen fühlten, anderen ihren eigentlichen Wert erst für die Zukunft zuzusprechen, die anderen empfanden das »Sei« als Festlegung auf das schon Gewordene, Fertige, letztlich Vergangene, Entwicklungslose. Und dann das kleine Mädchen, das sich weder um das eine noch das andere scherte, sondern gleichzeitig war und wurde.

Erziehung hat immer mit beiden zu tun. Das Werdende steht für unseren Glauben daran, dass in jedem Kind weit mehr drinsteckt, als ihm als Fähigkeit schon zur freien Verfügung steht. Von einem bestimmten biografischen Punkt an steht es dann in der eigenen Entscheidung, sein weiteres Werden aktiv in die Hand zu nehmen oder es dem Lauf der Dinge zu überlassen: »So bin ich eben!« Diese Entscheidung muss jeder Mensch Tag für Tag aufs Neue treffen.

In der Erziehung liegt die Sache schwieriger, denn wenn schon für die Selbsterziehung gilt, dass man sich erst einmal selbst akzeptieren muss, wie man »ist«, bevor man sich einigermaßen frei dem Werden zuwenden kann, so hat die Haltung der Erwachsenen einem Kind gegenüber Folgen für sein gesamtes weiteres Leben. Denn in dem »Sein« eines Kindes steckt immer alles drin, was es mitbringt und schon kann. Aber es braucht Menschen um sich herum, die das sehen und sich daran freuen.

Wer ein Kind zum »Werden« auffordert, ohne sein »Sein« liebevoll anzuerkennen, macht es zum Objekt, zu einem defizitären Wesen, das erst verändert und optimiert werden muss, um richtig zu funktionieren. Was bleibt, ist das Gefühl, nicht zu genügen, zu wenig zu sein. Wir haben uns seit zwei Jahrhunderten daran gewöhnt, dass Kinder, vor allem in der Schule, auf etwas hin erzogen werden müssen, zu kaisertreuen Untertanen, Nazis oder Kommunisten, zu funktionierenden Rädchen im industriellen Getriebe, neuerdings zu braven Gliedern der zunehmend algorithmisch organisierten Welt.

Ehren wir das Sein der Kinder! Das ist einer der wichtigsten Schlüssel zur Freiheit. Ermuntern wir uns lieber selbst zum Werden, dann können wir Bullerbü überall entdecken.

aus erziehungskunst.de Juni 2019

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