News

News

Freunde der Erziehungskunst

Die Webseite der Freunde der Erziehungskunst hat einen neuen Look. Nach langer Vorbereitungszeit konnte die Seite Anfang März 2019 online gehen.

 … 

Waldorf 100

Studierende und Wissenschaftler*innen aller Fachrichtungen, sowie Lehrer*innen haben ab sofort die Möglichkeit, Praxisbeispiele aus der Klassenlehrerzeit an der Waldorfschule online zu streamen. Im neuen deutsch- und englischsprachigen Streaming-Portal stellt die Pädagogische Forschungsstelle kostenlos bisher unveröffentlichtes Filmmaterial für Lehrerbildung und Forschung bereit. 

 … 

atempo

Im Jahr 2019, in dem die Waldorfpädagogik ihren 100. Geburtstag feiert, möchte man nach dem Gespräch mit ihm fast selbst wieder Schülerin werden, wenn man wüsste, dass ein Lehrer mit dieser Hingabe fürs Unterrichten und diesem tiefen Interesse am Menschen an der Tafel stünde. - Christian Boettger im Gespräch mit Maria A. Kafitz

 … 

erziehungskunst.de

Um sich über die dringendsten Arbeits- und Forschungsaufgaben für die Waldorfschul- und Kindergartenbewegung auszutauschen, haben sich etwa 20 Experten aus Deutschland, der Schweiz, Brüssel und Großbritannien Anfang November letzten Jahres in Dornach getroffen.

 … 

Vorlesen ist eine Kunst

Laute sind Geschenke des Himmels, die aufgemacht werden wollen.

Von: Heide Mende-Kurz für erziehungskunst.de
Es ist ein Jammer, dass wir die kostbare Fähigkeit des Vorlesens so wenig nützen. Entsteht doch eine ungeahnte, dichte Stimmung zwischen Vorleser und Zuhörer, ja es geschieht ein Wunder, wenn die schwarzen, gedruckten Buchstaben, die Vokale und die Konsonanten, von unseren Sprechwerkzeugen in den Raum gerufen werden. Man wusste einst und hat es fast vergessen: Laute sind Geschenke des Himmels, die aufgemacht werden wollen. Vergessen ist, dass Vokale Planetenkräfte, Konsonanten Tierkreiskräfte sind. Beim Vorlesen stellen sich die Buchstaben selbstlos und objektiv zur Verfügung, mehr als wenn wir selber miteinander sprechen. Denn beim Miteinandersprechen schwingen viele äußere Sinnesprozesse mit: Wir sehen die Augen, das Gesicht, das Mienenspiel, die Körperhaltung, die Kleider oder die Umgebung – aber Buchstaben sehen wir beim Reden nicht. Beim Vorlesen werden Buchstaben zu Lauten. Und so wie man das Vorlesen üben kann, kann man auch die Laute üben. Jeder kann seine Mundbewegungen beobachten und belauschen, um die schönsten Vokale und Konsonanten zu erzeugen. Probieren Sie, statt zu denken! Es macht Spaß und den Kindern auch – beim Vorlesen-Üben, einmal im gleichen Wort die Vokale, einmal die Konsonanten zu übertreiben. Sie werden bald merken, was besser und richtiger klingt. Adjektive wollen eigenartigerweise viel Vokalisches. Wichtig ist das tiefe Einatmen vor jedem Satzbeginn, die Atemzäsur, die Pausen bei den Satzzeichen. Wie gliedere ich die Sätze in die wesentlichen Einheiten, wie fasse ich lautlich Naturbeschreibungen, wie Gegenstände, wie Dialoge? Sie werden bald hören, dass gut artikulierte Laute im Wort lebendige Bilder erzeugen können. Ein Gefühl für Silben und Rhythmus bildet sich allmählich. Was geschieht also beim Vorlesen? Der Zuhörer wird in eine innere Bilderwelt versetzt. So können wir eine tiefe, für alle beglückende Atmosphäre schaffen, die sich mit keinem anderen Medium gestalten lässt. Vorausgesetzt, wir lesen gute Literatur. Vorlesen können wir Kindern und Jugendlichen genauso, wie sich auch Erwachsene gegenseitig vorlesen können. Vorlesen schafft durch das Zuhören ein Zusammengehörigkeitsgefühl, das in unserer zunehmend einsamen, atemlosen und zerrissenen Welt heilend wirken kann. Nicht von ungefähr wird im Kultus der Text gelesen. Zur Autorin: Heide Mende-Kurz ist Sprachgestalterin und Logopädin sowie Autorin mehrerer Sprachbilderbücher, zuletzt neu erschienen: »Das Trollkind« von Selma Lagerlöf, www.wortforum.de

Zurück