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Die Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft

150 Kursangebote für an Weiterbildung interessierte Menschen

 Neben einer Vielzahl von bewährten Kursen in den Bereichen Beruf, Inspiration, Kunst und Ferien hat das Alanus Werkhaus im Jahr 2019 auch viele spannende neue Kurse ins Programm aufgenommen.

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Eliant

Eliant

Warum setzen wir in den Schulen digitale Medien ein, ohne die Auswirkungen zu kennen?

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Freunde der Erziehungskunst

Keine Selbstverständlichkeit: Schulen im ländlichen Afrika

In ihrem aktuellen Spendenaufruf bitten die Freunde der Erziehungskunst um Spenden für Waldorfschulen, die sich vor allem für Kinder in ländlichen Gegenden Afrikas einsetzen.

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Goetheanum

Erst die analoge, dann die digitale Welt

Internationale Konferenz der waldorfpädagogischen Bewegung setzt sich für eine entwicklungsorientierte Medienpädagogik ein

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Vorlesen ist eine Kunst

Laute sind Geschenke des Himmels, die aufgemacht werden wollen.

Von: Heide Mende-Kurz für erziehungskunst.de
Es ist ein Jammer, dass wir die kostbare Fähigkeit des Vorlesens so wenig nützen. Entsteht doch eine ungeahnte, dichte Stimmung zwischen Vorleser und Zuhörer, ja es geschieht ein Wunder, wenn die schwarzen, gedruckten Buchstaben, die Vokale und die Konsonanten, von unseren Sprechwerkzeugen in den Raum gerufen werden. Man wusste einst und hat es fast vergessen: Laute sind Geschenke des Himmels, die aufgemacht werden wollen. Vergessen ist, dass Vokale Planetenkräfte, Konsonanten Tierkreiskräfte sind. Beim Vorlesen stellen sich die Buchstaben selbstlos und objektiv zur Verfügung, mehr als wenn wir selber miteinander sprechen. Denn beim Miteinandersprechen schwingen viele äußere Sinnesprozesse mit: Wir sehen die Augen, das Gesicht, das Mienenspiel, die Körperhaltung, die Kleider oder die Umgebung – aber Buchstaben sehen wir beim Reden nicht. Beim Vorlesen werden Buchstaben zu Lauten. Und so wie man das Vorlesen üben kann, kann man auch die Laute üben. Jeder kann seine Mundbewegungen beobachten und belauschen, um die schönsten Vokale und Konsonanten zu erzeugen. Probieren Sie, statt zu denken! Es macht Spaß und den Kindern auch – beim Vorlesen-Üben, einmal im gleichen Wort die Vokale, einmal die Konsonanten zu übertreiben. Sie werden bald merken, was besser und richtiger klingt. Adjektive wollen eigenartigerweise viel Vokalisches. Wichtig ist das tiefe Einatmen vor jedem Satzbeginn, die Atemzäsur, die Pausen bei den Satzzeichen. Wie gliedere ich die Sätze in die wesentlichen Einheiten, wie fasse ich lautlich Naturbeschreibungen, wie Gegenstände, wie Dialoge? Sie werden bald hören, dass gut artikulierte Laute im Wort lebendige Bilder erzeugen können. Ein Gefühl für Silben und Rhythmus bildet sich allmählich. Was geschieht also beim Vorlesen? Der Zuhörer wird in eine innere Bilderwelt versetzt. So können wir eine tiefe, für alle beglückende Atmosphäre schaffen, die sich mit keinem anderen Medium gestalten lässt. Vorausgesetzt, wir lesen gute Literatur. Vorlesen können wir Kindern und Jugendlichen genauso, wie sich auch Erwachsene gegenseitig vorlesen können. Vorlesen schafft durch das Zuhören ein Zusammengehörigkeitsgefühl, das in unserer zunehmend einsamen, atemlosen und zerrissenen Welt heilend wirken kann. Nicht von ungefähr wird im Kultus der Text gelesen. Zur Autorin: Heide Mende-Kurz ist Sprachgestalterin und Logopädin sowie Autorin mehrerer Sprachbilderbücher, zuletzt neu erschienen: »Das Trollkind« von Selma Lagerlöf, www.wortforum.de

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