News

News

Die Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft

150 Kursangebote für an Weiterbildung interessierte Menschen

 Neben einer Vielzahl von bewährten Kursen in den Bereichen Beruf, Inspiration, Kunst und Ferien hat das Alanus Werkhaus im Jahr 2019 auch viele spannende neue Kurse ins Programm aufgenommen.

 … >>

Eliant

Eliant

Warum setzen wir in den Schulen digitale Medien ein, ohne die Auswirkungen zu kennen?

 … >>

Freunde der Erziehungskunst

Keine Selbstverständlichkeit: Schulen im ländlichen Afrika

In ihrem aktuellen Spendenaufruf bitten die Freunde der Erziehungskunst um Spenden für Waldorfschulen, die sich vor allem für Kinder in ländlichen Gegenden Afrikas einsetzen.

 … >>

Goetheanum

Erst die analoge, dann die digitale Welt

Internationale Konferenz der waldorfpädagogischen Bewegung setzt sich für eine entwicklungsorientierte Medienpädagogik ein

 … >>

Die Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft

Medienerziehung an reformpädagogischen Bildungseinrichtungen:

Erziehung bedeutet auch und gerade im „digitalen Zeitalter“, Kinder auf ihrem Weg  zum selbstständig  denkenden Erwachsenen zu begleiten.

 … >>

Waldorfpädagogen eröffnen Institut für interkulturelle Pädagogik

a:2:{s:4:"unit";s:2:"h3";s:5:"value";s:223:"Mit der Eröffnung eines Instituts für interkulturelle Pädagogik wird die freie pädagogische Hochschule Mannheim künftig die Praxis an der Interkulturellen Waldorfschule Mannheim wissenschaftlich begleiten - 3 Be

Von:

Info3

Institut für interkulturelle Pädagogik

Bei der Eröffnung des Instituts
am 23. September sprach als Hauptrednerin die in Integrationsfragen seit jeher engagierte Frau Professor Rita Süßmuth. „Es geht nicht um Ethnien, es geht um Menschen“, so Süßmuth in ihrer Rede, die ein leidenschaftliches Plädoyer für die Notwendigkeit von Integration war. Sie kritisierte dabei unter anderem wissenschaftliche Studien, die Vorurteile stabilisieren, z.B. gegen mutmaßliche Integrationsunwilligkeit von Türken. Es gälte stattdessen, mehr das Stärkende als das Schwächende zu betonen und die Potenziale von Kindern mit Migrationshintergrund zu würdigen und freizusetzen. Gerade hier hat die Interkulturelle Waldorfschule Mannheim, die das neue Institut wissenschaftlich begleiten will, große Erfolge vorzuweisen. Insbesondere ist es dem multikulturell zusammengesetzten Kollegium im Mannheimer Stadtteil Neckarstadt (mit knapp 50 % Ausländeranteil) gelungen, sprachliche Defizite bei Kindern mit Migrationshintergrund signifikant zu reduzieren. Dabei spielen insbesondere die sprachlichen und musischen Konzepte der Waldorfpädagogik eine Rolle. Süßmuth bezeichnete sich in Mannheim als „leidenschaftliche Fürsprecherin der Reformpädagogik“, die lieber „in Menschen vertraut statt auf Kontrolle setzt“. „Fremdheit zu überwinden“ bezeichnete Dr. Albert Schmelzer, Leiter der neuen Einrichtung, als ein Hauptmotiv der künftigen Institutsarbeit. Die interkulturelle Waldorfschule und mit ihr das neue Institut in Mannheim stellen in der Waldorfschulbewegung ein Novum dar, insofern hier bewusst an die frühesten Intentionen der Waldorfschule nicht als Erziehungsoase für Eliten, sondern als Angebot gerade für eher bildungsferne Schichten angeknüpft wird – war doch die erste von Rudolf Steiner auf Anregung des Zigarettenfabrikanten Emil Molt vor 90 Jahren gegründete Waldorfschule in Stuttgart für die Kinder der dortigen Fabrikarbeiter gedacht. Die Stadt Mannheim unterstützt die 2003 gegründete interkulturelle Waldorfschule wegen ihrer Integrationserfolge ebenso wie unabhängige Stiftungen. Das neue Institut kooperiert neben der Mannheimer Hochschule für Waldorfpädagogik auch mit der Universität Karlsruhe sowie mit der Münchener Gesellschaft für Ausbildungsforschung. ***
Freie Hochschule Mannheim
Akademie für Waldorfpädagogik
Zielstrasse 28
68169 Mannheim

Telefon: 0621/30948-0
Telefax: 0621/30948-50
Email: hochschule-mannheim@t-online.de _________________________________ Dr. Jens Heisterkamp
Chefredakteur
info3 - Anthroposophie im Dialog
www.info3.de
069 584645

Info3 Verlagsgesellschaft Brüll & Heisterkamp KG Frankfurt am Main ________________________________________________ ________________________________________________

Bund der Freien Waldorfschulen

Institut für Interkulturelle Pädagogik in Mannheim eröffnet

Walddorfschulen wollen ihre weltweite Erfahrung in die bildungspolitische Debatte einbringen – Prof. Süßmuth: „Schätze heben statt zu frühe Auslese“

Mannheim, 23.September. Die Waldorfschulbewegung will ihre weltweiten Erfahrungen in der interkulturellen Pädagogik mehr als bisher in die bildungspolitische Debatte einbringen. Dies unterstrichen Sprecher der Bewegung bei der Eröffnung des Instituts für Interkulturelle Pädago­gik an der Freien Hochschule Mannheim. In ihrem Impulsreferat auf der Veranstaltung, die in den Räumen der Interkulturellen Waldorf­schule Mannheim stattfand, forderte die frühere Bundestagspräsidentin und Migrationsexpertin Prof. Rita Süßmuth (CDU) Ernst zu machen mit der Förderung der Kinder mit Migrations­hin­tergrund in Deutschland. „Wir müssen die Schätze heben und ihre Begabungen fördern“, be­tonte sie. Vor allem die frühe Auslese der Kinder wirke als Barriere, schon Fünftklässler fühl­ten sich „abgestellt“. Süßmuth bescheinigte der Interkulturellen Waldorfschule Mannheim „Bil­dung zum Anfassen“. Gerade für Kinder mit Migrationshintergrund könne eine verstärkt mu­sisch-handwerkliche Bildung ein Wir-Gefühl durch gemeinsames Tun erlebbar machen. Hier habe die PISA-Studie zu falschen Weichenstellungen geführt. Die Hirnforschung zeige, dass der musi­schen Bildung wieder mehr Gewicht eingeräumt werden müsse. Süßmuth forderte die Öf­fent­liche Hand auf, neue pädagogische Ansätze mehr zu unterstützen. Die gegenwärtige Krise berge große Chancen in sich, „aber nur, wenn wir etwas dazulernen“, betonte Süßmuth. Dr. Albert Schmelzer, mit Christoph Doll zusammen Leiter des neu gegründeten Instituts, möchte mit der Arbeit seiner Einrichtung Hilfestellungen für Entscheidungen in Politik und Wirtschaft liefern. „Durch die Globalisierung stehen wir vor großen Herausforderungen, zum Beispiel durch die Armutsflüchtlinge. Wir alle müssen lernen, die Grenzen zwischen den ver­schiedenen Hautfarben zu überwinden und solidarisch zu handeln“, betonte er. Er sagte auch allen Initiativen die Unterstützung des Instituts zu, die sich für interkulturelle Bildung „von un­ten“ einsetzen. Eine Aufgabe des Instituts besteht auch darin, die Interkulturelle Waldorfschule Mannheim wissenschaftlich zu begleiten. Walter Riethmüller, Vorstandsmitglied des Bundes der Freien Waldorfschulen, dankte den Mannheimer Waldorfpädagogen für ihr Engagement bei der Entstehung der Interkulturellen Waldorfschule und des Instituts. „Waldorfpädagogik war von Anfang an eine menschheitliche Pädagogik“, sagte Riethmüller. Der freiheitlich-pädagogischer Impuls, der vor 90 Jahren von Stuttgart ausgegangen sei, habe nun in Mannheim eine Form gefunden, in der sich „Waldorfpä­dagogik neu erfinden und verwirklichen wird“. Initiativen für Interkulturelle Waldorfeinrichtun­gen gibt es inzwischen auch in Stuttgart und Hamburg. Mit der Gründung des Instituts für Interkulturelle Pädagogik an der Freien Hochschule Mann­heim sollen Möglichkeiten der Finanzierung und Kooperation in der Forschung verbessert wer­den. Geplant ist u. a. eine Kooperation mit dem Institut für Berufspädagogik und Allgemeine Pädagogik der Universität Karlsruhe sowie mit der Musikhochschule Mannheim. Forschungsprojekte des Instituts widmen sich u. a. dem Interreligiösen Dialog, der Ästhetischen Bildung und der Entwicklung einer Interkulturellen Geschichtsdidaktik. Wissenschaftlich be­gleitet wird u. a. auch ein neues Konzept des Religionsunterrichts, das Teamteaching durch An­gehörige verschiedener Religionen vorsieht. Außerdem wird untersucht, wie durch künstleri­schen Unterricht die Ausbildung von Empathiefähigkeit angeregt werden kann und wie Theater­pädaogik im interkulturellen Kontext wirkt. Die Evaluation der Interkulturellen Waldorfschule soll vom Institut zusammen mit der Gesell­schaft für Ausbildungsforschung und Berufsentwicklung (GAB) München fortgesetzt werden. Eine Studie mit ersten Ergebnissen ist vom Bund der Freien Waldorfschulen im Mai in Stuttgart vorgestellt worden. Danach erzielte die Interkulturelle Waldorfschule auch ohne spezielle För­dermaßnahmen spektakuläre Erfolge bei den Deutschkenntnissen der Kinder mit Migrations­hintergrund.
Cornelie Unger-Leistner
Hrsg. Peter Augustin
Pressereferent des Bundes der Freien Waldorfschulen Wagenburgstraße 6 70184 Stuttgart Tel. 0711-2104240 Mobil 0163 570 14 30 pr@waldorfschule.de ____________________________________________ ____________________________________________

NNA Berichterstattung

Institut für Interkulturelle Pädagogik in Mannheim eröffnet

...

Die vom Wissenschaftlerteam Brater, Hemmer-Schanze und Schmelzer vorgelegte Studie „Interkulturelle Waldorfschule – Evaluation zur schulischen
Integration von Migrantenkindern“ (Wiesbaden 2009) zeigte, dass bei der
Sprachförderung und der Integration der Kinder mit Migrationshintergrund die
Methodik der Waldorfpädagogik beachtliches leistete: Nach zwei Jahren hatten
sich die Defizite in den sprachlichen Kompetenzen so weit vermindert, dass
sie statistisch nicht mehr feststellbar waren.

Das Konzept der Schule sehe vor, so konstatiert die Studie, dass den
Migrantenkindern ein Sprachmilieu geboten werde, in dem sie „spielerisch,
erlebend, nachahmend, selbständig kommunizierend in die deutsche Sprache
eintauchen“. Dies setze allerdings voraus, dass genügend deutsche Kinder im
Umfeld vorhanden seien, weswegen der Migrantenanteil der Schule auf 50
Prozent begrenzt werde.

Erfolge verzeichneten die Wissenschaftler in den untersuchten Klassen auch
beim Thema Lernverhalten: Bei Aspekten wie „Aufmerksamkeit“, „Selbständiges
Arbeiten“ und „Unterrichtsbeteiligung“ gab es zu keinem Zeitpunkt einen
Unterschied zwischen Kindern mit oder ohne Migrationshintergrund oder
zwischen Kindern verschiedener sozialer Herkunft – so das Ergebnis. Ähnliche
Resultate ergaben sich bei Indikatoren für soziale Integration wie
„Beliebtheit unter Mitschülern“ oder „Hilfsbereitschaft“, so dass im
Untersuchungszeitraum von einer deutlich positiven Entwicklung des Klimas in
den drei Klassen ausgegangen werden könne.

Mit der intensiven Sprachpflege, ihrem ganzheitlichen Lernansatz, der auch
künstlerisch-musische und praktische Anteile einbezieht, dem gemeinsamen
Unterricht für alle Kinder, dem Festhalten am verantwortlichen Klassenlehrer
in den ersten acht Klassen und dem Verzicht auf Notenzeugnisse und
Sitzenbleiben sei die Interkulturelle Waldorfschule in Mannheim eine
typische Waldorfschule. Genau diese Merkmale seien es jedoch – so die
Forscher -, die die Waldorfschule besonders geeignet machten zur Förderung
der Kinder mit Migrationshintergrund.

Zur Frage, wie die Waldorfpädagogik mit der Vielfalt der Kulturen umgehe,
zitiert die Studie das Leitbild der Schule, wo es heißt: „Wir wollen die
Kinder nicht belehren, sondern ihnen einen Lebensraum schaffen, in dem sie
ihre intellektuellen, künstlerischen und praktischen Begabungen in einer
lernenden Gemeinschaft entfalten können. Die Anregungen dazu suchen wir
ihnen alterspezifisch zu geben. Dabei kommt uns entgegen, dass in der
Waldorfpädagogik eine Auffassung vom Menschen lebt, die einerseits das
Allgemein-Menschliche hinter den Kulturen sieht, andererseits aber den
Reichtum und die Vielfalt der Kulturen als bedeutsam für die seelische
Entwicklung des Kindes betrachtet“.

Entsprechend sei der Unterricht im Fach „Begegnungssprache“ eine der
Innovationen in der Mannheimer Schule. Er werde in den ersten drei
Schuljahren für die Migrantenkinder in ihrer Muttersprache angeboten; die
deutschen Kinder sowie diejenigen, deren Zahl zu klein ist, um eine
Begegnungssprache anzubieten, gehen mit in diesen Unterricht.

Erkenntnisse der neueren Pädagogik, die nicht mehr die Defizite der Kinder
hervorhebe, sondern ihre mitgebrachten Fähigkeiten (Ressourcenorientierung)
im Sinn eines Empowerment nutzen wolle, bestätigten diesen Ansatz der
Waldorfpädagogik, so die Studie, der die in jedem Kind angelegten
Fähigkeiten zur vollen Entfaltung bringen wolle. Die Frage einer
„Leitkultur“ stelle sich so erst gar nicht.

Einen Punkt stellten aber auch die Wissenschaftler heraus, der es schwer
mache, das Mannheimer Modell oder wenigstens Elemente davon auf andere Orte zu übertragen: 35 Euro betrage der Schulbeitrag der Eltern an der
Interkulturellen Schule und er sei nur möglich, weil eine Stiftung großzügig
einspringe. So findet sich in den Überlegungen der Wissenschaftler auch die
Forderung nach einer Vollfinanzierung durch staatliche Gelder als
Voraussetzung dafür, Waldorfpädagogik auch für die Kinder aus sozial
benachteiligten Familien fruchtbar zu machen.

END/nna/cva

Bericht-Nr.: 090929-01DE Datum: 29. September 2009

© 2009 News Network Anthroposophy Limited (NNA).

Zurück