News

News

atempo

Jeder hat das Recht, eine Ausnahme zu sein

Im Jahr 2019, in dem die Waldorfpädagogik ihren 100. Geburtstag feiert, möchte man nach dem Gespräch mit ihm fast selbst wieder Schülerin werden, wenn man wüsste, dass ein Lehrer mit dieser Hingabe fürs Unterrichten und diesem tiefen Interesse am Menschen an der Tafel stünde. - Christian Boettger im Gespräch mit Maria A. Kafitz

 … >>

erziehungskunst.de

Mensch werden im digitalen Zeitalter. Netzwerktreffen in Dornach

Um sich über die dringendsten Arbeits- und Forschungsaufgaben für die Waldorfschul- und Kindergartenbewegung auszutauschen, haben sich etwa 20 Experten aus Deutschland, der Schweiz, Brüssel und Großbritannien Anfang November letzten Jahres in Dornach getroffen.

 … >>

erziehungskunst.de

Hansjörg Hofrichter gestorben

Peter Hohage schreibt in seinem Ehemaligen-Rundbrief zum 70. Geburtstag von Hansjörg Hofrichter, dass er zu den Persönlichkeiten gehöre, die man sich aus dem Werdegang der Nürnberger Rudolf-Steiner-Schule und auch aus der Waldorfschul-Bewegung nicht mehr wegdenken könne.

 … >>

Eliant

EU-weite Kampagne für humane Bildung

Eine altersgerechte Digitalisierung entscheidet darüber, wie autonom denkend und zukunftsfähig die neuen Generationen heranwachsen dürfen. Deshalb hat ELIANT im Jahr 2018 das Schwergewicht der Arbeit auf altersgerechten Einsatz der digitalen Medien gesetzt.

 … >>

Waldorfschule in Christchurch vom Erdbeben betroffen

„Mein Büro war wie ein schlingerndes Schiffsdeck“ - Schulleiter bittet um Hilfe

Von: NNA - Berichterstattung

Vom Erdbeben betroffen

    CHRISTCHURCH (NNA). Vom Erdbeben in Neuseeland sind auch anthroposophische Einrichtungen wie das heilpädagogische Heim Hohepa und die Waldorfschule in Christchurch betroffen. Das Erdbeben hatte vor allem den Ort Christchurch zerstört. Die Einwohner versuchen derzeit, ihre Verluste zu verschmerzen und das normale Leben wieder in Gang zu bringen. Internationale Rettungsteams suchen immer noch nach Vermissten, der neuseeländische Premierminister John Keys schätzt, dass mehr als 200 Menschen umgekommen sind. Das heilpädagogische Heim Hohepa in Christchurch hat zwar das Erdbeben heil überstanden, Einwohner und Mitarbeiter mussten jedoch durch Hilfe von Kollegen der Hohepa Einrichtungen der Nordinsel unterstützt werden. Was die Rudolf Steiner Schule in Christchurch durchgemacht hat, geht aus einer Email hervor, die der Schulleiter, Thomas Proctor, im Namen des Kollegiums verschickt hat. Darin beschreibt er, wie die Schulgemeinschaft das Erdbeben erlebt hat. „Vielen Dank an alle, die in den letzten Tagen Kontakt zu mir aufgenommen haben. Unsere kleine Stadt ist ein Trümmerfeld. Überall spielen sich Tragödien ab, man sieht sie in den Nachrichten und erfährt auch selbst vieles, was man lieber niemals gehört hätte. Es ist so, so furchtbar und meine Augen füllen sich mit Tränen. So viele Menschen sind umgekommen, so viele mussten Amputationen erleiden oder Rückgratverletzungen, so viele zerschmetterte Körper und überall herrscht eine Atmosphäre des Schmerzes. Die ganze Stadt ist zerstört – von den historischen Gebäuden bis hin zu den modernsten. Es wird Jahrzehnte dauern, bis alles wieder aufgebaut ist. Mir persönlich und meiner Familie geht es gut. Verglichen mit den meisten haben wir nur geringe Schäden erlitten. Die Schule haben wir an jenem Donnerstag um 12 Uhr 51 evakuiert. Für mich war es wie auf einem schlingernden Schiffsdeck, als ich mein Büro verlassen musste. Ich musste mich mit der Hand wie an einem Geländer festhalten, damit ich nicht auf die andere Seite geschleudert wurde. Ordner fielen herunter, Schubladen flogen auf. Die Schüler rannten zu ihren Rettungsbereichen. Alle waren gegenwärtig. Kinder weinten und umarmten sich. Viele der Lehrer, die noch das letzte Erdbeben in schlimmer Erinnerung hatten, waren bleich und erschüttert, aber sie überwanden ihren eigenen Schrecken, um Ruhe in ihre Klassen zu bringen. Ich bin so stolz auf sie alle! Alle Jacken der Kinder waren drin geblieben. Es wurde immer kälter und mit den starken Erdstößen alle paar Minuten wuchs auch die Angst - vor allem, als wir die Häuser auf den Hügeln hinter uns einstürzen sahen. Unser Schul-Informationssystem mit jedem Elternhaus nutzte uns auch nichts mehr, denn der Strom war ausgefallen. Wir warteten und langsam erreichten immer mehr verzweifelte Eltern die Schule. Jemand kam aus der Innenstadt gerannt und berichtete vom Einsturz moderner Gebäude. Andere hatten aufbrechende Straßen gesehen und die Wege überflutendes Wasser, die Bodenverflüssigung hinterließ große Löcher in den Straßen. Zum ganz nahen St. Martins Supermarkt auf der anderen Seite des Flusses konnte man nicht mehr kommen. Die Kindergartenkinder saßen mit Robyn, Frances, Annalie, Ellen und ihren Helfern. Sie versuchten, die kleinen Tamarikis zu beruhigen. Die Grundschulkinder blieben nach ihren Klassen zusammen. Unsere Übungen für Feueralarm waren jetzt so hilfreich - wir hatten Klassenlisten, auf denen wir die Namen abhaken konnten, Malzbonbons, Decken und Geschichten. Die höheren Klassen, die bei den Feueralarmübungen sonst immer etwas herumtrödeln, haben sich ausgezeichnet benommen, beherrscht und voller gegenseitiger Unterstützung. Wir sahen, wie Erdstoß auf Erdstoß wie eine Welle quer durch unser Schulgelände lief, Risse erschienen wie Blitze und zerteilten sogar Betonplatten. Wir konnten das dumpfe Gerumpel des nächsten Erdstoßes hören - Sekunden, bevor er dann wirklich die Erde erbeben ließ. Als ich von einer Klasse zur nächsten ging, war ich so stolz auf unser Lehrerkollegium und auf die wachsende Zahl von Eltern, die Essen, Schokolade, Bananen, Birnen brachten und tröstend, beruhigend und helfend wirkten. Lyttelton war abgeschnitten, genauso Sumner und Redcliffs und es gab auch Berichte, dass Diamond Harbour völlig isoliert war. SMS funktionierte nur zwischendurch. Wir überlegten die Schule zu einem Versorgungszentrum zu evakuieren, aber gegen fünf Uhr nachmittags waren die meisten Kinder von jemandem abgeholt worden, der entweder zur Familie gehörte oder ein Klassenkamerad war. Die Eltern, die ihre Heime verloren hatten, bauten sich im Feld Zelte auf. Jetzt ist die Schule geschlossen. Es gibt kein Wasser und keinen Strom. Wir müssen zuerst eine Gebäudeinspektion abwarten, bevor wir zurückkehren können. Was für eine Ironie: Als das Erdbeben ausbrach, war gerade eine Inspektor bei uns, um die Schäden des letzten Bebens zu untersuchen. Er war oben im Schulbüro und sah alle Computer zu Boden fallen. Wir wissen nicht, wann wir wieder Wasser ohne Abwasser bekommen können, denn die gesamte Infrastruktur der Stadt ist zerstört. Es kann lange dauern, bis wir den Schulbetrieb wieder aufnehmen können. Einige andere Waldorfschulen haben schon angeboten, Kinder und ihre Familien aufzunehmen, die die Stadt verlassen wollen. Vielen, vielen Dank für diese Angebote! Ich versuche, Listen der völlig verstörten Familien zusammenzustellen (die meisten haben keinen Strom, kein Wasser oder Telefon oder Benzin zur Verfügung) und eine Übersicht der Plätze an Schulen, die zur Verfügung stehen. Wir setzen uns mit der Vereinigung der Rudolf-Steiner-Schulen in Neuseeland in Verbindung, die diese Aktion sicher aus ihren Fonds unterstützen wird. Wenn Ihre Schule etwas tun will, dann sollte sie Geld für diese Familien spenden oder auch für Christchurch Spendengelder einsammeln. Die Stadt wird für sehr lange Zeit Hilfe brauchen. Wir fragen uns, ob das Zentrum der Stadt überhaupt überleben wird. Falls Sie nicht in der Lage sind, dies alles zu tun, dann beten Sie bitte für Christchurch und seine leidenden Familien – herzlichen Dank! Nun hat uns erneut eine Erschütterung getroffen - eine unheimliche Mischung aus innerer Anspannung und Hilfslosigkeit. Ich habe den Eindruck, dass es diesmal anders ist als beim letzten Erdbeben. Außer der höheren Zahl von Toten und Schwerverletzten ist es vor allem die Erschöpfung durch Monate der Wachsamkeit und der Arbeit, die nun umsonst war. Die Kraft, sich wieder aufzurichten und es durchzustehen ist nicht mehr so stark und wirkt dem viel gerühmten und unbezwingbaren „Geist von Canterbury“ entgegen. Ich denke, wir werden eine lange Zeit kontinuierlich Hilfe auf verschiedenen Ebenen brauchen, um das hier durchzustehen.“ END/nna/cva/ung

Link: www.ch.steiner.school.nz, www.rudolfsteinerfederation.org.nz

Wer Hilfe anbieten will, wende sich bitte an Mark Thornton von der Vereinigung der Rudolf-Steiner-Schulen in Neuseeland (Federation of Rudolf Steiner Schools in New Zealand) oder Thomas Proctor unter steiner.federation@gmail.com  Bericht-Nr.: 110301-01DE Datum: 1. März 2011 © 2011 News Network Anthroposophy Limited (NNA).

Zurück