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Wie geht es weiter mit der Universität?

Philip Kovce und Birger P. Priddat veröffentlichen den Sammelband „Die Aufgabe der Bildung“

Von: Uni Witten Herdecke
Die Zukunft der Universität ist offener denn je. Immer mehr Studierende strömen an die Hochschulen. Doch was erwartet sie dort? Und was sollte sie dort erwarten? Eine Zertifizierungsagentur? Eine fundierte Vorbereitung auf das Erwerbsleben? Die Bildung der eigenen Persönlichkeit? Birger P. Priddat, Professor für Volkswirtschaftslehre und Philosophie an der Uni Witten/Herdecke, und Philip Kovce, UW/H-Alumnus und freier Autor, haben einen Sammelband ediert, der 20 Akademiker diese Fragen beantworten lässt. Zu den Autoren zählen der Literaturwissenschaftler George Steiner, der Philosoph Peter Sloterdijk, der Neurowissenschaftler Gerald Hüther sowie der Unternehmer Götz W. Werner.

„Wer über die Zukunft der Gesellschaft reden will, der muss über die Zukunft der Bildung sprechen“, so Philip Kovce, der Wirtschafswissenschaften, Philosophie, Kulturreflexion und kulturelle Praxis an der UW/H studierte. Gemeinsam mit Birger P. Priddat lud er die Autoren ein, ihre Vorstellungen von der Zukunft der Universität essayistisch darzustellen. „Entstanden ist ein Band, der so unterschiedliche Gesichtspunkte enthält, dass er die Zerrissenheit der Universität auf den Punkt bringt“, so Priddat. Es sei nicht sicher, dass derjenige, der sich bilden und nicht bloß ausbilden wolle, in Zukunft an der Universität noch richtig aufgeboben sei.

So unterschiedlich die 18 Beiträge des Bandes auch sind, eines verbindet sie dennoch: die Freude an Fragen der Bildung. „Die Bildungsfrage lässt niemanden kalt“, so Kovce, „sie betrifft jeden einzelnen Menschen“. Insofern liefern sich die Autoren des Sammelbandes auch kein theoretisches Wettrüsten, sondern sie schreiben persönlich und prägnant, was sie sich für die Zukunft der Universität wünschen. „Wir kennen es von der UW/H: Nur im permanenten Gespräch gelingt die Vergewisserung über die eigene Zukunft“, so Priddat. Deshalb sei der Band auch ein Aufruf, nicht aufzuhören, über die Zukunft der Universität zu fantasieren, so Kovce. „Fantasie ist das Einzige, was hilft, den Einfältigkeiten des Alltags immer wieder zu entkommen.“ Die Beiträge dieses Sammelbandes zeugen davon.
Konstantin Sakkas: Die Bologna-Reform und die Geisteswissenschaften/ Salvatore Lavecchia: Für eine Zukunft der Geisteswissenschaften/ Stefan Brotbeck: Lichthöfe des Möglichen. Miniaturen zur Bildungskultur/ Wolf Dieter Enkelmann: Zur Geisterstunde. Die Träume der Vernunft/ Jochen Hörisch: Das Geld der Wissenschaft/ Götz W. Werner, André Presse: Wirtschaft als Wissenschaft?

Konrad Paul Liessmann: Das Kloster. Über die Zukunft der Universität/ Dirk Baecker: Wer hat Angst vor Hegel?/ Martin Seel: Eine republikanische Idee der Universität/ Birger P. Priddat: Über die Erfindung der Universität als Universität/ Ekkehard Kappler: Wieso, weshalb, warum? Wer nicht fragt, bleibt dumm/ Sascha Liebermann, Thomas Loer: Erforschung der Welt und Befreiung des Geistes/

George Steiner: Für ein Kerncurriculum aus Mathematik, Musik, Architektur und Genetik/ Jörn Rüsen: Studium humanum. Plädoyer für Bildung/ Claus Otto Scharmer: Die Universität als Ort der Erneuerung/ Gerald Hüther: Der überholte Einzelkämpfer. Wie die Universitäten umlernen müssen/ Christoph Markschies: Was von Humboldt noch zu lernen ist/ Peter Sloterdijk: Prüfungszeiten. Zur Transformation des Subjekts und seiner Hochschule

Philip Kovce, Birger P. Priddat (Hg.)
Die Aufgabe der Bildung. Aussichten der Universität
Metropolis Verlag, Marburg 2015
258 Seiten, 24,80 Euro.

www.metropolis-verlag.de/die-aufgabe-der-bildung/1047/book.do

Weitere Informationen bei Prof. Dr. Birger P. Priddat, 02302/926-584 (Sekr.), birger.priddat@uni-wh.de

Über uns:
Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1982 eine Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als Modelluniversität mit rund 2.100 Studierenden in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.

Witten wirkt. In Forschung, Lehre und Gesellschaft.

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