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Freunde der Erziehungskunst

Die Webseite der Freunde der Erziehungskunst hat einen neuen Look. Nach langer Vorbereitungszeit konnte die Seite Anfang März 2019 online gehen.

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Waldorf 100

Studierende und Wissenschaftler*innen aller Fachrichtungen, sowie Lehrer*innen haben ab sofort die Möglichkeit, Praxisbeispiele aus der Klassenlehrerzeit an der Waldorfschule online zu streamen. Im neuen deutsch- und englischsprachigen Streaming-Portal stellt die Pädagogische Forschungsstelle kostenlos bisher unveröffentlichtes Filmmaterial für Lehrerbildung und Forschung bereit. 

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atempo

Im Jahr 2019, in dem die Waldorfpädagogik ihren 100. Geburtstag feiert, möchte man nach dem Gespräch mit ihm fast selbst wieder Schülerin werden, wenn man wüsste, dass ein Lehrer mit dieser Hingabe fürs Unterrichten und diesem tiefen Interesse am Menschen an der Tafel stünde. - Christian Boettger im Gespräch mit Maria A. Kafitz

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erziehungskunst.de

Um sich über die dringendsten Arbeits- und Forschungsaufgaben für die Waldorfschul- und Kindergartenbewegung auszutauschen, haben sich etwa 20 Experten aus Deutschland, der Schweiz, Brüssel und Großbritannien Anfang November letzten Jahres in Dornach getroffen.

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Willkommen im digitalen Zeitalter

Maschinen sind entweder an oder aus

von Wolfgang Debus, August 2017

Die Wohnungstüre wird mit Hilfe eines Augenscans geöffnet. Anschließend wird das Echo Dot mit seinem Namen angesprochen und darum gebeten, das Licht anzuschalten, die Heizung auf 22°C einzustellen und gefragt, was sich noch im Kühlschrank befindet.

Der Kühlschrank ermittelt die enthaltenen Lebensmittel, prüft ihre jeweiligen Verfallsdaten und recherchiert im Internet nach möglichen Rezepten, damit man die bald verderblichen Lebensmittel verarbeitet. Wem dies nicht zusagt, der fordert das Echo Dot auf, eine Pizza zu bestellen, die dann wiederum von einem Lieferservice im selbstfahrenden Fahrzeug per Drohne gebracht wird. Geschrieben oder getippt wird nicht mehr. Alles geht nur noch über Sprachsteuerung oder Sensoren, in absehbarer Zeit über Gedankenkraft.

Was sich wie Science-Fiction liest, ist heute bereits technisch möglich und es ist nicht unwahrscheinlich, dass solche Situationen bald zu unserem Alltag gehören. Forscher des Google-Konzerns bereiten viel gravierendere Veränderungen unserer Welt vor: Das Internet soll mit einem Netz aus technisch ausgestatteten Ballons weltweit flächendeckend erreichbar sein. Datenbrillen zeichnen jeden Vorgang und jede unserer Äußerungen auf und speichern diese in Datenclouds. Durch umfassende Netze werden der gesamte Umraum der Erde und durch »Wolken« sämtliche Ereignisse in der Zeit erfasst. Zeit und Raum werden digitalisiert. Alles, was geschieht, wird zu Daten. Die Verarbeitung der Daten wird durch Algorithmen bestimmt.

Nahe der Ostküste der USA, im Bundesstaat Maine, befindet sich ein »Staat im Staat«, wie die NSA häufig bezeichnet wird. Dort werden die technischen Möglichkeiten und die Anwendungen des Internets dazu verwendet, im großen Maßstab und weltweit private Daten nahezu aller Internetnutzer auszuspähen und aufzuzeichnen. Seit 9/11 hat sich die Bedeutung dieses Auslandsgeheimdienstes erheblich vergrößert. Was aber mit den Daten geschieht, ist geheim. Am Pfingstmontag 2013 wurde durch Edward Snowden an die Öffentlichkeit gebracht, wie nicht nur in den USA, sondern nahezu überall auf der Welt, ohne richterlichen Beschluss Millionen Menschen, Unternehmen und Regierungen überwacht werden und damit das Grundrecht auf Privatheit missachtet wird. Wer wie Snowden solche Rechtsverletzungen ans Tageslicht bringt, wird verfolgt, ausgegrenzt und sogar mit dem Tode bedroht. Was Recht ist, geht hier nicht nur verloren, sondern es wird ins Gegenteil verkehrt.

Im Abgrund der Anonymität

Durch das Internet erhalten Motive wie Macht, Gier, Egoismus und Angst eine ganz neue Tragweite, da sich durch Digitalisierung und Vernetzung mehr Möglichkeiten ergeben, ohne rechtliche und persönliche Konsequenzen zu handeln. Eine wesentliche Ursache dafür ist die Anonymität. Anonym wird aus tausenden Kilometern Entfernung Krieg durch »Knopfdruck« geführt ohne individuelle Folgen für den Verursacher. Sei dies durch Drohnen, Hackerangriffe auf Infrastruktureinrichtungen, Regierungsserver oder Bankkonten, durch Rufmord oder Manipu­lation: Der Abgrund der Möglichkeiten zeigt sich besonders dort, wo die Anonymität auf die Spitze getrieben wird: Das Darknet ermöglicht es den Nutzern, völlig unerkannt zu kommunizieren und zu agieren. Rein technisch ist es die anonymste »Fortbewegungsweise« im Internet. Mit der sogenannten Oniontechnologie wird bei jedem Server jeweils der weitere Weg durchs Netz schrittweise entpackt und ermittelt.

Dies führt dazu, dass niemand außer dem Browser des Benutzers, der den Weg berechnet hat, herausfinden kann, wo das Datenpaket wirklich herkommt. Dies liegt auch daran, dass ein Knotenpunkt nicht mitgeteilt bekommt, ob der letzte Knoten­punkt die Quelle des Datenpakets ist, oder auch wieder nur ein weiter­leitender Knotenpunkt.

Zudem ist es so, dass bei jeder neuen Anfrage oder Datensendung dieser Weg über verschiedene Servercomputer neu berechnet und durchgeführt wird. Das heißt, die Wege sind niemals gleich. Dies alles macht es Datenspionen und Geheimdiensten oder Polizeistellen unmöglich, die echte IP des Nutzers herauszu­finden. Im

Dark­net finden sich Waffen-, Drogen- und Menschenhandel sowie Online-Hinrichtungen auf Bezahlung. Je anonymer, desto rechtsfreier sind Nutzer der digitalen Netze. Es gibt keine übergeordnete Instanz mehr, außer (falls vorhanden) die individuellen Maßstäbe jedes Einzelnen. Daraus folgt, dass mit jedem technischen Schritt mindestens ein ebenso großer, wenn nicht größerer ausgleichender moralischer Schritt erforderlich wäre. 

Maschinen haben keine Moral

Doch wo sind die Schulungen und Schulen dazu und wie sehen diese aus? Ganz dem Netz entsagen, sich auf eine »einsame Insel« zurückziehen und sich der Digitalisierung verweigern? Vor 100 Jahren, am 25. November 1917, spricht Rudolf Steiner über das Verhältnis von Mensch und Maschine deutliche Worte: »Diese Dinge dürfen nicht so behandelt werden, als ob man sie bekämpfen müsste. Das ist eine ganz falsche Anschauung. Diese Dinge werden kommen. Es handelt sich nur darum, ob sie im weltgeschichtlichen Verlaufe von solchen Menschen in Szene gesetzt werden, die mit den großen Zielen des Erdenwerdens in selbstloser Weise vertraut sind und zum Heil der Menschen diese Dinge formen, oder ob sie in Szene gesetzt werden von jenen Menschengruppen, die nur im egoistischen oder im gruppenegoistischen Sinne diese Dinge ausnützen. […] Nicht auf das Was kommt es in diesem Falle an, das Was kommt sicher; auf das Wie kommt es an, wie man die Dinge in Angriff nimmt. […] Die Zusammenschmiedung des Menschenwesens mit dem maschinellen Wesen, das wird für den Rest der Erdenentwickelung ein großes, bedeutsames Problem sein.«

Technische Entwicklung ist sinnvoll, denn auf die Möglichkeit, stumpfe Tätigkeiten von Maschinen ausführen zu lassen, will kein vernünftiger Mensch mehr verzichten. Aber in welcher Weise zeigen sich die von Steiner angedeuteten Probleme? ...

» zum gesamten Bericht auf erziehungskunst.de

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