Themen

Assoziatives Wirtschaften

Das Assoziationsprinzip im Sinne eines „brüderlichen“ Wirtschaftens steht im Gegensatz zum Konkurrenzprinzip der Marktwirtschaft, welches durch die egoistische Gewinnerwartung angetrieben wird, im Gegensatz auch zum Prinzip der Planwirtschaft im Sozialismus, wo der einzelne Mensch zur Erfüllung des Plansolls gezwungen ist.

Sozialrevolution

Die digitale Revolution erfordert eine Sozialrevolution

Dreizehn renommierte Vordenker analysieren die heutige Arbeitswelt und zeigen Wege zu einem neuen Sozialsystem. Die Ideen reichen vom bedingungslosen Grundeinkommen über neue Steuermodelle bis zu Peer-to-Peer-Versicherungen. Autoren sind die Politiker Robert B. Reich und Yanis Varoufakis, die Ökonomen Erik Brynjolfsson und Michael D. Tanner, der Gewerkschafter Andrew L. Stern, die Lobbyistin Natalie Foster, der Unternehmer Georg Hasler, der Investor Albert Wenger, der Soziologe Dirk Helbing, der Neurobiologe Gerald Hüther, der Philosoph Philip Kovce sowie die Gründer Börries Hornemann und Armin Steuernagel.

Die digitale Revolution erschüttert unsere Lebens- und Arbeitswelt. Computer und Roboter arbeiten schneller, präziser und rund um die Uhr. Sie ersetzen alle berechenbaren Tätigkeiten. Gleichzeitig flexibilisiert und internationalisiert die digitale Revolution alles, was ihr in die Hände fällt. Aus Vollzeitarbeit werden Projekt-Jobs, die über Onlineplattformen in Echtzeit vermittelt werden. Clickworker der Gig-Economy übernehmen – die "Uberisierung" der Gesellschaft hat begonnen.

Hier versagen unsere sozialen Sicherungssysteme aus dem vorletzten Jahrhundert. Es stellt sich die drängende Frage: Wie sehen andere, globale Sicherungssysteme aus? 

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Die Sozialsysteme haben die Flexibilisierung und Globalisierung der Arbeit nicht mitgemacht. Sie sind weiterhin an Nationalstaaten und feste Arbeitsplätze gebunden. Aber heute werden Erwerbsbiografien, die früher durch einen Beruf, nämlich die »Berufung« geprägt waren, zu Projekt-Portfolio- und Aufgaben-Hopping-Biografien. Sowohl die digitale Elite als auch ein in Amerika neu entstehendes digitales Proletariat von Clickworkern und per App orderbaren Dienstleistern passt nicht ins System der alten Kategorien von Wohlfahrtssystemen und Rentenversicherungen. 

Was es braucht, ist eine Sozialrevolution. Sie fordert ganz neue Ideen, die unser soziales Miteinander und die sozialen Sicherungssysteme grundsätzlich neu denken und umsetzen. Die digitale Revolution führt ohne Sozialrevolution ins Chaos. Das lehren uns nicht zuletzt die verheerenden gesellschaftlichen Auswirkungen der Industriellen Revolution: Revolten, erstarkender Nationalismus und Kriege waren damals überall in Europa die Folge. Es gibt kaum einen Staat, der die Industrielle Revolution friedlich überstanden hat. Trump, Le Pen, Brexit – auch heute rebellieren unter anderen die zurückgelassenen Arbeiter und verhelfen Heil versprechenden Nationalisten an die Macht. Das Hauptwahlversprechen von Donald Trump war »to bring back the jobs« – die Jobs wieder zurück in die USA zu bringen, auch wenn das vielleicht so nie mehr möglich sein wird. 

Wenn wir aus der Geschichte der letzten hundertfünfzig Jahre etwas gelernt haben sollten, dann dass wir den sich notwendig ergebenden, fast natürlich über uns kommenden wirtschaftlichen und technologischen Revolutionen aktiv und bewusst gesellschaftlich und individuell etwas gegenüberstellen müssen, um Chaos zu verhindern. Das eine ereilt uns, das andere müssen wir erringen. Es braucht Ansätze, um die Vielfalt der heutigen und zukünftigen Welt abzubilden, die global vernetzte Wirtschaft widerzuspiegeln und den Menschen in seinem individuellen, internationalen und sich wandelnden Lebensentwurf anzuerkennen. 

 


Die Wirtschaftskonferenz

Engagement

Die Wirtschaftskonferenz des Goetheanums ist eine ständige Konferenz innerhalb der Sektion für Sozialwissenschaft der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft (siehe unten), deren Bestreben es ist, Unternehmertum, Finanzwesen und Wirtschaftsleben auf der Grundlage von Rudolf Steiners Kurs zur Wirtschaftswissenschaft sowie verwandten Schriften (siehe Literatur) zu verstehen. Ihr Ziel ist es, wesentliche und konkrete Beiträge zur Lösung von grundlegenden Problemen unserer Zeit in Bereichen wie Geldpolitik, Preistheorie und unternehmerischer Tätigkeit zu leisten. Die Veranstaltungen, zu denen eine jährlich stattfindende weltweite Zusammenkunft gehört, finden an vielen unterschiedlichen Orten der Welt statt und werden in Englisch oder in der Sprache der Teilnehmer durchgeführt.

Die Veranstaltungen bieten unabhängigen, auf diesem Gebiet forschenden Menschen, Gelegenheit, sich über ihre Arbeit auszutauschen und durch gemeinsame Betrachtung der Probleme des Wirtschaftslebens im Lichte der Geisteswissenschaft neue Einsichten zu gewinnen. Obgleich gehofft wird, dass durch solche Einsichten die Lehrtätigkeit, die Verlagstätigkeit und andere Betätigungsfelder der Teilnehmer befruchtet werden, liegt die Verantwortung der Ausführung dieser Aktivitäten allein bei den Ausführenden.

Referenzseite: economics.goetheanum.org

Teilnahmebedingungen

Um Mitglied der Wirtschaftskonferenz zu werden, sende man ein Email mit folgenden Angaben an economics[at]goetheanum.org:

(1) Bestätigung der Mitgliedschaft an der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft;

(2) Einverständnis, dass die Kosten für die Wirtschaftskonferenz nicht vom Goetheanum getragen werden;

(3) Kurze Beschreibung der praktischen Beziehung zu den heutigen wirtschaftlichen Fragen im Hinblick auf Rudolf Steiners Kurs zur Wirtschaftswissenschaft.

Wie bei allen professionellen Aktivitäten gibt es Veranstaltungen und Zusammenkünfte unterschiedlicher Art. Für die Mitglieder der Wirtschaftskonferenz sind alle Veranstaltungen offen. Gewisse Veranstaltungen sind nur für Mitglieder der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft, andere beziehen auch die Mitglieder der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft mit ein. Manche Veranstaltungen sind auch für die allgemeine Öffentlichkeit.