FondsGoetheanum: Lasst uns Kind sein

Lasst uns Kind sein

Was Kinder gesünder und stärker macht

Immer wieder sind wir vor die Frage gestellt: Was sind eigentlich krank machende Elemente im Leben unserer Kinder, und gibt es auch eine gesunde Widerstandskraft, welche die Kinder gesund werden lässt bzw. gesund erhält? Gibt es Mittel und Wege, die gesund erhaltenden Kräfte zu mobilisieren, zu erhalten oder, wenn sie verschüttet sind, wieder hervorzuholen?

Auf verschiedenste Art kann die Gesundheit unserer Kinder gestärkt werden: Einmal dadurch, dass das Kind in der Auseinandersetzung mit seiner Umwelt eine Stimulierung der köpereigenen Abwehr erfährt. Dazu ist jedoch erst einmal ein Krankheitsprozess notwendig, der die Gesundung herbeiführen kann.

Mit pflanzlichen und mineralischen Heilmitteln kann auf eine Stärkung der Selbstheilungskräfte hingewirkt werden, indem ein natürlicher Gesundungsprozess eingeleitet wird.

Auch Fieber ist ein Mittel, das die Widerstandskräfte vor allem im kindlichen Organismus aktivieren kann. Auf Körper und Seele des Kindes wirkt sich aber auch eine freundliche und wohlgestaltete Umgebung gesundend aus. Schöne, farbige Bilder in der Umgebung, sinnvolles, kindgerechtes Spielzeug aus natürlichen Materialien sowie fantasieanregende Bilderbücher haben einen wohltuenden Einfluss auf die Kinderseele.

Schwierig ist es jedoch, eine gesunde Widerstandskraft herzustellen gegen alle Ablenkungen, die in der Umgebung des Kindes vorhanden sind. Körperliche Krankheiten fallen sofort ins Auge, aber wenn Initiativkraft und Fantasie fehlen, mit denen man schöpferisch in der Welt tätig sein kann, fällt dies nicht gleich auf.

Doch der Befund ist eindeutig: Fernsehen, Video- und Computerspiele, Drogen und Electronic Learning wirken negativ auf die Fantasie und machen das Kind unfrei in seinen Entscheidungen.

Gesundheit zu erhalten durch eine natürliche Widerstandskraft und die Krankheit als Chance anzusehen, um Widerstände zu überwinden und an ihnen stark zu werden, dazu brauchen die Eltern Mut und täglich viel innere und äussere Anstrengung.

Erdmut J. Schädel
Dr. med., Kinderarzt