Themen

Von der Eurythmie zur Heileurythmie

Methodische Grundlagen und Arbeitsansätze

Peter Selg (Hg.)

«Werden die Bewegungs-Gebärden der Kunst- und pädago- gischen Eurythmie modifiziert, so dass sie aus der kranken Wesenheit des Menschen so fließen, wie die anderen aus der gesunden, so entsteht die Heil-Eurythmie. Bewegungen, die so ausgeführt werden, wirken auf die erkrankten Organe zurück. Man sieht, wie hier äußerlich Ausgeführtes sich gesundend in die Organe hinein fortsetzt, wenn einer Organerkrankung die bewegte Gebärde genau angepasst ist. Weil diese Art, durch Bewegung in dem Menschen zu wirken, auf Körper, Seele und Geist geht, wirkt sie in intensiverer Art in das Innere des kranken Menschen hinein als alle andere Bewegungs-Therapie.»

Rudolf Steiner / Ita Wegman (1925)

2016, 223 Seiten, 15 Abb., gebunden, Euro 30,– / CHF 33,– /

ISBN 978-3-905919-75-2

Heileurythmie

Bewegungstherapie

Die therapeutische Eurythmie "Heileurythmie" / Eurythmietherapie ist eine Bewegungstherapie, die bereits seit 90 Jahren erfolgreich angewandt wird. Neben ihrer vielfältigen Indikation bei akuten, chronischen und degenerativen Erkrankungen wird Heileurythmie zur Prävention unter den Gesichtspunkten der Salutogenese sowie zur Prophylaxe und Nachsorge eingesetzt.

Entstehung und Entwicklung:
Die Heileurythmie gehört zu den Therapiemethoden der Anthroposophischen Medizin, die von Dr. phil. Rudolf Steiner (1861-1925) und Dr. med. Ita Wegman (1876-1943) entwickelt wurden. Seit 1921 wird Heileurythmie in zunehmendem Maße in den verschiedensten Fachbereichen (Kliniken, Schulen, sozialtherapeutischen Einrichtungen, Gesundheitszentren) angewandt, weiter erforscht, entwickelt und wissenschaftlich dokumentiert.

Therapeutischer Ansatz:
Beim gesunden Menschen wirken die Kräfte der physischen, seelischen und geistig-individuellen Ebene harmonisch ineinander. Eine Erkrankung ist eine Störung dieser Kräftekonstellation. Gezielte heileurythmische Bewegungsübungen bringen diese Ebenen wieder in ein gesundes Gleichgewicht. Der Patient kann in therapeutischer Begleitung den Heilungsprozess selbst aktiv mitgestalten.

Bewegung - das therapeutische Mittel:
Die Grundelemente der Heileurythmie sind die in Bewegung umgewandelten Laute unserer Sprache, die je nach Indikation und therapeutischer Zielsetzung spezifisch angewandt werden. Die Gestaltungsdynamik, die in der Lautbildung, d.h. im Aussprechen von Vokalen und Konsonanten - enthalten ist, wird in der Heileurythmie in Bewegung umgesetzt und erlebbar gemacht. Krankheiten und Unausgeglichenheit sieht man in den Bewegungen. Dabei arbeitet der Therapeut nicht direkt an der Störung, sondern über korrespondierende Stellen und Kräfte . Herzgeschichten erreicht er z.B. über die Waden, und umgekehrt; die Schulter über die Oberschenkelbewegung usw. Wenn die Bewegung frei geworden ist, ist auch die Störung aufgearbeitet.

Bei organischen und psychischen Beschwerden wird sie vom Arzt verschrieben. In der Regel wird Heileurythmie von den Zusatzversicherungen zu ca. 70% erstattet.

Referenzwebseite:

Die Ausbildung zum sektionsanerkannten Heileurythmisten baut auf der anerkannten Eurythmieausbildung auf. Diese vierjährige Grundausbildung vermittelt auf der Basis der anthroposophischen Geisteswissenschaft die Inhalte der eurythmischen Grundelemente für die künstlerische und pädagogische Berufstätigkeit. Anatomie und Physiologie des gesunden Menschen sind Bestandteil der eineinhalbjährigen Grundausbildung der Heileurythmieausbildung.